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#Wirtschaft  Pixel 2, Home und Co.: Googles neue Geräte so schlau wie nie

Im Test: Darum kann Google Home mit Amazon Echo mithalten

Google Home: Technik-Redakteur Jan Mölleken hat den neuen Sprachassistenten getestet.

Google Home: Technik-Redakteur Jan Mölleken hat den neuen Sprachassistenten getestet.

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Google hat mit dem Pixel 2 und neuen Google-Home-Modellen seine neue Hardware-Generation präsentiert. Wir haben die Geräte angeschaut.

Berlin.  Eine „AI-First-World“, eine Welt in der es zuerst um künstliche Intelligenz geht, darauf steuert der Internet-Konzern Google weiter zu, wie der CEO Sundar Pichai am Mittwochabend (Ortszeit) bei der Präsentation von Googles neuen Geräten betonte. Das leuchtet ein – denn während es bei Smartphones und Computern immer schwieriger wird, sich mit Hardware-Funktionen von der Konkurrenz abzusetzen, ist Google vielen Mitbewerbern in Sachen Maschinenlernen meilenweit voraus.

Das zeigte sich auch bei der Hauptattraktion des Abends, Googles neuem Smartphone Pixel 2. Das wird, wie auch schon der Vorgänger, in zwei Größen angeboten — das Pixel 2 (ab 799 Euro, ab 19. Oktober) hat ein 5-Zoll-OLED-Display mit 1920 x 1080 Bildpunkten, das größere Pixel 2 XL (ab 939 Euro, ab November) zeigt 2880 x 1440 Pixel auf 6-Zoll-Diagonale.

Automatische Lied-Erkennung ohne Internetverbindung

Letzteres hat zudem auch deutlich schmalere Ränder um das Display, ganz so viel Display wie etwa bei Samsung oder LG gibt es beim Pixel 2 XL aber nicht. Ebenfalls neu ist die Quetschfunktion, wie sie HTC in diesem Jahr erstmals vorgestellt hat. Wer das Telefon beherzt drückt, kann etwa den Google Assistant starten.

Das Thema künstliche Intelligenz und Maschinen-Lernen findet man bei den neuen Geräten an vielen Stellen. Das Always-On-Display etwa erkennt automatisch Lieder, die in der Umgebung abgespielt werden, und zeigt Titel und Interpret an – ohne dazu Daten an Google-Server zu schicken. Eine Offline-Datenbank mit kleinen charakteristischen Informationen erlaubt die Liederkennung ganz ohne Netzunterstützung — allerdings nur für einige zehntausend Songs, aber immerhin.

Pixel-Kamera ringt Experten Rekordpunktzahl ab

Auch in der Kamera und der Kamera-App passiert haufenweise Software-Magie – das beginnt schon bei der Kamera selbst: Die macht für ein einzelnes Foto im Hintergrund gleich etliche Bilder, smarte Algorithmen sammeln sich die besten Pixel zusammen und fügen das dann zu erstaunlich guten Bildern mit 12 Megapixeln Auflösung zusammen. So gut, dass die Tester von DxO ein Rekordergebnis von 98 Punkten vergaben. Die aktuell besten Kameras von iPhone 8 und Samsungs Galaxy Note 8 kommen beide auf „nur“ 94 Punkte.

Außerdem macht das Google Pixel 2 Bilder mit Bokeh, also scharfem Motiv und unscharfem Hintergrund mit nur einer Kameralinse – ebenfalls das Ergebnis von schlauer Software. Integriert in die Foto-App des Pixel ist Google Lens, eine Art smarte Bilderkennung. Egal, ob man ein Buchcover, ein Gemälde oder einen asiatischen Tempel fotografiert — Google erkennt, worum es sich handelt und bietet weitere Informationen dazu wie Öffnungszeiten, Bestellmöglichkeiten und Ähnliches an. Bei einer Visitenkarte erkennt Lens automatisch alle wichtigen Informationen und überträgt sie auf Wunsch ins Adressbuch – oder ruft die Nummer an.

Futuristische Hardware-Funktionen oder ein randloses Display bieten die neuen Pixel-Geräte zwar nicht, aber sie machen insgesamt einen sehr guten, runden Eindruck. Klar wird, dass Software und Funktionen immer mehr im Vordergrund stehen – und die gibt es für die Pixeltelefone immer als erstes, bevor sie dann später auch bei anderen Android-Geräten zur Verfügung stehen.

Mini- und Maxi-Variante von Google Home kommen

Neben seinen Smartphones stellte Google aber noch eine Reihe weiterer Geräte vor, allem voran zwei neue smarte Lautsprecher. Google Home Mini (59 Euro) dürfte der direkte Konkurrent zu Amazons Echo Dot sein: Er beherrscht dieselben Fähigkeiten wie die Google-Home-Box, ist aber kleiner und klingt auch nicht ganz so gut. Außerdem stellte Google noch eine große Variante vor, Google Home Max. Der ist nicht nur deutlich größer, sondern soll auch rund 20 mal lauter sein.

In den USA kommt das Gerät im Dezember für 399 US-Dollar auf den Markt, für Deutschland ist noch kein Termin bekannt. Google Home Mini kann dafür ab dem 18. Oktober für 59 Euro auch in Deutschland gekauft werden. Alle, auch die aktuellen Google-Home-Geräte, können ab sofort bis zu fünf Sprecher an ihrer Stimme unterscheiden. So wird dann etwa immer der richtige Google-Kalender aufgerufen, wenn nach Terminen oder dem Verkehr auf dem Arbeitsweg gefragt wird.

Google bringt erstmals Kopfhörer auf den Markt

Zu guter Letzt hat Google auch sein erstes Paar Kopfhörer gezeigt: die Google Pixel Buds. Die kabellosen Bluetooth-Kopfhörer sollen fünf Stunden lang Musik machen könnnen – das Transportcase bietet weitere 24 Stunden Batterielaufzeit.

Das wirklich Besondere an den Kopfhörern ist aber, dass sie wie ein Dolmetscher im Ohr funktionieren: Haben beide Gesprächspartner Pixel Buds in den Ohnren, können sie sich jeweils in ihrer Sprache mit dem Gegenüber unterhalten, Google übersetzt jeweils in die Sprache des anderen – ab November für 170 Euro sind sie auch in Deutschland zu haben.

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