Fluggesellschaft

#Wirtschaft  Britische Airline insolvent – 110.000 Passagiere sitzen fest

Eine Maschine der britischen Fluggesellschaft Monarch Airlines landet in Manchester, Großbritannien (Archivbild).
Eine Maschine der britischen Fluggesellschaft Monarch Airlines landet in Manchester, Großbritannien (Archivbild).
Foto: Dave Thompson / dpa
  • Die britische Fluggesellschaft Monarch Airlines hat am Montag Insolvenz angemeldet
  • Sämtliche Flüge wurden abgesagt, mehr als 800.000 Passagiere sind betroffen, so die Flugbehörde CAA
  • Die Gründe für die Insolvenz: Kostendruck und der zunehmende Wettbewerb auf dem europäischen Markt

London.  Ein halbes Jahrhundert nach ihrer Gründung hat die britische Fluggesellschaft Monarch Airlines wegen Insolvenz ihren kompletten Flugbetrieb eingestellt. Sämtliche Flüge wurden abgesagt, wie die britische Flugbehörde CAA mitteilte.

Insgesamt sind mehr als 800.000 Passagiere davon betroffen: Es handelt sich um Touristen, die etwa in Kroatien, Griechenland und Italien gestrandet sind oder geplante Reisen gebucht haben. Die starke Konkurrenz in Europa und Kostendruck hatten der fünfgrößten britischen Fluggesellschaft schon seit Jahren zu schaffen gemacht.

Größte Rückholaktion in Friedenszeiten

Die Regierung in London bat die CAA (Civil Aviation Authority), andere Flüge für die rund 110.000 Monarch-Passagiere, die bereits im Ausland sind, zu organisieren. Dies sei eine „beispiellose Situation“. Es handele sich um die größte Rückholaktion in Friedenszeiten.

Außerdem wurden weitere rund 300.000 Buchungen von 750.000 Kunden storniert, wie die CAA der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage bestätigte. Darin enthalten sind Gruppenbuchungen zum Beispiel von Familien. Monarch musste laut britischer Regierung Insolvenz anmelden.

Scheitern der dritten Airline in Europa in 2017

Verkehrsminister Chris Grayling sagte laut Mitteilung, dies sei eine sehr beunruhigende Situation für die betroffenen britischen Urlauber. Seine erste Priorität sei es, die Passagiere nach Hause zu holen. „Niemand sollte die Größe der Herausforderung unterschätzen. Daher bitte ich die Passagiere, geduldig zu sein“, wird Grayling in einer Mitteilung zitiert. Kunden wurden aufgefordert, nicht eigenmächtig zum Flughafen zu fahren.

Nach Angaben der Unternehmensberatung KPMG sind drei ihrer Mitarbeiter als Insolvenzverwalter einbestellt worden. Kostendruck und der zunehmende Wettbewerb auf dem europäischen Markt hätten zu der Insolvenz beigetragen, sagte Insolvenzverwalter Blair Nimmo.

„Das Scheitern der dritten Airline in diesem Jahr in Europa – nach Alitalia und Air Berlin – ist ein Symptom von Überkapazität und viel zu aggressiver Preispolitik“, kommentierte der Analyst Neil Wilson vom Handelshaus ETX Capital die jüngste Entwicklung.

Keine ausreichende finanzielle Absicherung

Monarch Airlines gehört dem Unternehmen Greybull Capital. Die Airline konnte nicht nachweisen, finanziell ausreichend abgesichert zu sein. Dies war jedoch Voraussetzung für eine Verlängerung der Betriebserlaubnis zum Verkauf von Pauschalangeboten mit Flügen.

Die Fluggesellschaft soll Medienberichten zufolge bereits Verkaufsgespräche unter anderem mit Norwegian geführt haben. Monarch Airlines war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. (dpa)

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