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#Panorama  Defekte Klimaanlage nach „Irma“: Acht Tote in US-Pflegeheim

Florida zieht Schreckensbilanz nach Hurrikan "Irma"

Der Fokus lag am Dienstag auf der Inselkette der Keys im Süden des US-Bundesstaates. Die Zahl der Toten in dem Feriengebiet war zunächst unklar.
Di, 12.09.2017, 20.43 Uhr

Der Fokus lag am Dienstag auf der Inselkette der Keys im Süden des US-Bundesstaates. Die Zahl der Toten in dem Feriengebiet war zunächst unklar.

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  • In einem Heim in Florida ist nach dem Hurrikan „Irma“ die Klimaanlage ausgefallen
  • Acht Menschen sind gestorben
  • Die Polizei ermittelt

Miami.  Es müssen dramatische Szenen gewesen sein, die sich in den frühen Morgenstunden am Mittwoch in einem Altenheim in Florida abgespielt haben: Zwei Mal wurden die Rettungskräfte in die Einrichtung in der Stadt Hollywood gerufen. Zwei Mal kamen sie und brachten Bewohner ins Krankenhaus.

Nachdem ein dritter Notruf eingegangen war, fanden sie im zweiten Stock drei Tote. In dem Heim war die Klimaanlage ausgefallen, nachdem der schwere Hurrikan „Irma“ über Florida hinweggezogen war. Die Zahl der Todesopfer stieg im Laufe des Mittwochs weiter. Polizeichef Tomas Sanchez bestätigte am Abend acht Tote. Sie waren zwischen 71 und 99 Jahre alt.

158 Menschen aus dem Heim geholt

Die Behörden vermuten, dass die Todesfälle etwas mit der Hitze zu tun gehabt haben könnten. In Hollywood, das nördlich von Miami liegt, herrschten am Dienstag und Mittwoch Temperaturen von mehr als 30 Grad. Obduktionen sollten die genaue Todesursache klären. Polizeichef Tomas Sanchez sagte, man schließe derzeit nichts aus.

Insgesamt hatten die Rettungskräfte 158 Menschen aus dem Heim geholt. Die Einrichtung liegt in unmittelbarer Nähe eines Krankenhauses. Dort wurden mehrere Bewohner hingebracht. Die meisten Patienten seien wegen Atemnot, Dehydrierung und anderen Überhitzungssymptomen behandelt worden, sagte Randy Katz, medizinischer Direktor des Memorial Regional Hospital, dem Sender Local 10 News. Vier Senioren starben im Heim, die übrigen im Krankenhaus.

Hersteller konnte Klimaanlage nicht reparieren

Die Polizei untersuchte, ob die Betreiber des Heimes gegen das Gesetz verstoßen haben. Die Generalstaatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf. Floridas Gouverneur Rick Scott verlangte Antworten von den Verantwortlichen. Die Behörden der Stadt erklärten, eine erste Untersuchung sei zu dem Schluss gekommen, dass die Klimaanlage des Heimes nicht voll funktionstüchtig gewesen sei. In dem Haus seien tragbare Geräte eingesetzt worden, aber es sei „extrem heiß“ gewesen.

Der Betreiber des Heimes erklärte, ein Transformator, der die Klimaanlage mit Strom versorgt habe, sei ausgefallen. Ein Mitarbeiter des Klimaanlagen-Herstellers Airstron sagte dem Sender ABC, man habe sich tagelang vergeblich bemüht, eine defekte Sicherung der fraglichen Anlage zu reparieren.

Alten- und Pflegeheime werden kontrolliert

Floridas Gouverneur Scott zeigte sich bestürzt über den Vorfall. „Das ist unbegreiflich“, erklärte er. Er verlange Antworten. „Jede Einrichtung, die sich um Patienten kümmert, muss alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, damit sie gesund bleiben. Das gilt besonders für Patienten mit einem schlechten Gesundheitszustand.“ Wenn sich herausstelle, dass dies bei dem Altenheim nicht der Fall gewesen sei, werde man die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

Bei den Behörden in Florida wuchsen Befürchtungen, auch in anderen Einrichtungen könnten sich ähnliche Szenen abspielen. Scott wies Rettungskräfte an, Alten- und Pflegeheime zu kontrollieren. Eine Einrichtung in North Miami Beach wurde am Mittwoch evakuiert, nachdem der Strom ausgefallen war.

30 Menschen starben durch „Irma“

Insgesamt waren am Mittwochabend noch 81 der etwa 700 Pflegeheime in Florida auf Generatoren angewiesen, weil die Stromversorgung noch nicht wieder hergestellt werden konnte, wie eine Sprecherin der „Florida Health Care Association“ der dpa sagte.

Hurrikan „Irma“ war am Sonntag und Montag über Florida und die Nachbarbundesstaaten hinweggezogen und hatte schwere Verwüstungen hinterlassen. Insgesamt starben mindestens 30 Menschen, wie der Sender ABC News berichtete. In Millionen Haushalten fiel der Strom aus. US-Präsident Donald Trump wollte am Donnerstag nach Florida reisen, um von dem Sturm zerstörte Gebiete zu besuchen. (dpa)

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