Tropensturm

#Panorama  Abgeschwächte „Irma“ wütet weiter: Elf Tote in den USA

In Jacksonville im Bundesstaat Florida kam es zu Sturzfluten.
In Jacksonville im Bundesstaat Florida kam es zu Sturzfluten.
Foto: MARK MAKELA / REUTERS
„Irma“ hat an Kraft verloren, ist aber noch immer ein gefährlicher Sturm. Für einige Teile Floridas ist keine Entspannung in Sicht.

Miami/Atlanta.  In Florida werden die Schäden des Hurrikans „Irma“ erst so langsam sichtbar, in der Karibik zeigt sich bereits klar und deutlich das enorme Ausmaß. In der Nacht zum Dienstag bewegte sich „Irma“ nach Nordwesten in Richtung der US-Bundesstaaten Alabama und Tennessee. Bis zum Abend könnte sich das Tief den Prognosen zufolge auflösen. Beim Zug des Rekordsturms durch den Südosten der USA sterben mindestens elf Menschen, in der Region insgesamt fast 50.

Der Sturm riss in vielen Teilen Floridas Hausdächer herab und kappte Leitungen. Millionen Haushalte waren ohne Strom. Nach Angaben des Hurrikanzentrums in Miami gingen die Sturmfluten in den Küstengebieten langsam zurück.

Weiter Gefahr durch Überschwemmungen

Gefahr durch Überschwemmungen besteht jedoch weiter. Die Behörden versprachen, so schnell wie möglich die Strom- und Trinkwasserversorgung wieder herzustellen. In manchen Gebieten könnte dies aber Wochen dauern.

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„Irma“ schwächte sich am Montagabend (Ortszeit) zu einem tropischen Tief ab, brachte aber weiterhin starken Regen, heftigen Wind und Überschwemmungen in den Bundesstaaten Georgia und South Carolina.

Bundeswehr startet in die Karibik

Der Hurrikan war am vergangenen Mittwoch erstmals auf der kleinen Karibikinsel Barbuda an Land getroffen. Es ist einer der schwersten jemals in der Region registrierten Stürme. Einige Gegenden in der Karibik wurden so schwer zerstört, dass sie als unbewohnbar gelten.

Spiegel Online“ zufolge startete die Bundeswehr eine Rettungsmission in die Karibik. Ein Transportflugzeug habe sich mit Hilfsgütern an Bord auf den Weg in die Krisenregion gemacht. Auf dem Rückweg sollen zudem auf der Insel Saint-Martin gestrandete Deutsche ausgeflogen werden. Das Auswärtige Amt bestätigte die Einsätze am Montagabend zunächst nicht. Das Technische Hilfswerk (THW) entsendet zudem zehn Einsatzkräfte nach Florida.

Frankreichs Präsident Macron besucht Krisengebiet

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat am Dienstag (Ortszeit) seinen Krisenbesuch in Pointe-à-Pitre auf der Karibikinsel Guadeloupe begonnen. Im weiteren Tagesverlauf will der Staatschef die vom Hurrikan „Irma“ verwüsteten Inseln Saint-Martin und Saint-Barthélémy aufsuchen und dort mit Betroffenen sprechen. Der 39-jährige Macron wurde von Gesundheitsministerin Agnès Buzyn und Bildungsminister Jean-Michel Blanquer begleitet.

Macron brachte aus Frankreich Experten und Hilfsgüter mit. Die politische Opposition in Frankreich kritisiert seit Tagen das Krisenmanagement der Regierung. Auch Plünderungen in Saint-Martin sind ein Streitthema. Die Insel Saint-Martin teilt sich in einen französischen und einen niederländischen Teil. Mindestens zehn Menschen kamen auf französischer Seite um, sieben Menschen werden vermisst. Die niederländischen Behörden zählten mindestens vier Todesopfer.

Außenminister Boris Johnson in der Karibik erwartet

Nach wachsender Kritik an den Hilfsmaßnahmen der Londoner Regierung kündigte Großbritanniens Außenminister Boris Johnson an, in die Karibik zu reisen. „Irma“ hatte auch britische Überseegebiete verwüstet.

In der Karibik gab es 37 Todesopfer, darunter zehn in Kuba, wie ABC berichtete. Auch in den USA starben dem Sender zufolge weitere elf Menschen.

Angespannt blieb die Lage in Florida: Jacksonville, mit rund 880.000 Einwohnern die größte Stadt des Bundesstaats, stand unter Wasser. Die Pegelstände erreichten nach Angaben der Behörden Rekordhöhen. Ein Park in der Stadt glich einem See, wie auf Aufnahmen zu sehen war.

Massive Verwüstungen auf den Florida Keys

Auf den Florida Keys boten sich Bilder massiver Verwüstung. Die Inseln waren von der Außenwelt abgeschnitten, Telefon- und Internetverbindungen unterbrochen. Auf Bildern waren zerstörte Häuser zu sehen, sie hatten sich zum Teil von ihren Fundamenten gelöst. Boote wurden aufs Land gespült, Bäume waren eingeknickt.

Die einzige Landverbindung zum Festland ist der Overseas Highway, der im weiteren Verlauf zum großen Teil aus Brücken besteht. Der Highway blieb für den Verkehr gesperrt. Ab Dienstagmorgen soll einigen Anwohnern der Florida Keys die Rückkehr erlaubt werden.

Bewohner können über Wochen nicht zurück

Die Inselgruppe war am Sonntagmorgen (Ortszeit) direkt vom Auge des Sturms getroffen worden. Sie liegt vor der Südspitze Floridas und hat rund 70.000 Einwohner. Nach Angaben des Chefs von Floridas Notfallbehörde blieben bis zu 10.000 trotz der Evakuierungsorder auf den Inseln, schrieb der „Miami Herald“.

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Das Weiße Haus rechnete damit, dass geflohene Bewohner möglicherweise über Wochen nicht zurückkehren können. Es werde dauern, bis sich die Gegend von dem Sturm erholt habe, sagte der Heimatschutzberater des Weißen Hauses, Tom Bossert.

6,2 Millionen Haushalte ohne Strom

Der Sturm riss in vielen Teilen Floridas Hausdächer herab und kappte Leitungen. 6,2 Millionen Haushalte waren nach aktuellen Behördenangaben vom Dienstagvormittag ohne Strom - fast 60 Prozent aller Anschlüsse in Florida. Nach Angaben des Hurrikanzentrums in Miami gingen die Sturmfluten in den Küstengebieten langsam zurück.

Floridas Gouverneur Rick Scott sagte: „Wir wollen allen helfen, so schnell wie möglich wieder zum normalen Leben zurückzukehren.“ Das werde gleichwohl einige Zeit dauern, seien die Schäden mancherorts doch sehr groß. Für die größte Gefahr in dieser Woche halte er das Hochwasser an den Küsten einerseits und die Überflutungen durch stark angeschwollene Flüsse andererseits. Das Rote Kreuz warnte vor den Gefahren durch überflutete und unterspülte Straßen sowie abgerissene Stromkabel. (dpa)

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