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#Medizin  Inhaltsstoff in Zahncremes könnte krebserregend sein

Der Stoff Titandioxid (E171) steckt oft in Zahnpasten und vielen weiteren Lebensmitteln. Er ist möglicherweise krebserregend.
Der Stoff Titandioxid (E171) steckt oft in Zahnpasten und vielen weiteren Lebensmitteln. Er ist möglicherweise krebserregend.
Foto: imago stock&people / imago/imagebroker
  • Zahnpasten enthalten das Bleichmittel Titandioxid
  • Bei Tests an Ratten führte der auch als E171 bezeichnete Stoff zu Tumoren
  • Gilt das auch für den Menschen?

Paris.  Zähneputzen gehört wahrlich nicht zu den Dingen, die man gerne macht. Doch weil es gesund ist, greift man täglich zur Zahnbürste. Dabei scheint ein in Zahnpasten weit verbreiteter Inhaltsstoff alles andere als gesund zu sein, wie das Fachmagazin „Nature“ berichtet. Demnach hätten französische und luxemburgische Forscher den Farbstoff Titandioxid genauer untersucht und dabei ein krebserregendes Risiko festgestellt.

Der als Bleichstoff bekannte Stoff Titandioxid kommt nicht nur in Zahnpasten vor. Er wird auch in Süßigkeiten wie Kaugummis, Schokolade oder anderen Pflegeprodukten verwendet. Auf den Verpackungen taucht er bei den Inhaltsstoffen oft auch als E171 auf.

Titandioxid sorgt für Tumore

Laut „Nature“ haben Forscher bei Versuchen an Ratten festgestellt, dass er für starke Wucherungen bei Ratten sorgt. Bei den Tests hätten die Forscher den Tieren über einen Zeitraum von 100 Tagen Titandioxid mit dem Trinkwasser verabreicht und ihnen die Menge gegeben, die proportional gesehen auch in Kosmetika oder Lebensmittel für Menschen enthalten sind.

Wie das Magazin berichtet, seien bei 40 Prozent der Ratten Tumore im Darm und Dickdarm entstanden. Einige von ihnen seien zunächst gutartig gewesen – hätten aber ein großes Potential gehabt, bösartig zu werden.

Untersuchungen zu E171

Dass die vom Titandioxid ausgehenden und vom Körper nur schwer abzubauenden Nanopartikel ein Gesundheitsrisiko darstellen, ist bereit seit längerem bekannt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schrieb dazu in einer Beurteilung aus dem Jahr 2010, dass „die Datenbasis zur Bewertung des von Nanomaterialen ausgehenden“ Krebspotenzial nicht ausreichend sei.

In früheren Studien der Internationalen Agentur für Krebsforschung ist dagegen erwiesen worden, dass das Inhalieren des ebenfalls in Farblacken eingesetzten Titandioxids krebserregend sei. Die jetzt von der Forschergruppe durchgeführten Untersuchungen könnten ein Hinweis darauf geben, dass dies auch der Fall sei, wenn es über den Mund in den Darm und dann ins Blut gelangt.

Um die Wirkung von Titandioxid beim Menschen zu ergründen, hat Frankreichs Regierung bereits weitere Tests angeordnet. (bekö)

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