Handball

Sport  Bei den Füchsen ist es Zeit für ein großes Spiel

Füchse-Torhüter Silvio Heinevetter kam nach einem verschleppten Infekt nur langsam in Form
Füchse-Torhüter Silvio Heinevetter kam nach einem verschleppten Infekt nur langsam in Form
Foto: imago sport / imago/Camera 4
Die Abwehr um Torwart Silvio Heinevetter hat noch Schwächen. Im Ost-Duell mit Leipzig soll sich das ändern

Berlin.  Statistisch gesehen ist Silvio Heinevetter derzeit einer der schwächsten Torhüter der Handball-Bundesliga. Von 41 Bällen, die auf sein Tor bei den Füchsen flogen, hat er nur drei gehalten. Eine schlechtere Quote haben nur die Schlussmänner, die bislang noch gar nicht zum Einsatz gekommen sind. Doch Heinevetter wäre nicht er selbst, wenn ihn derlei Zahlenspiele aus der Ruhe bringen könnten. „Wichtig ist, dass wir gewinnen. Und da gibt es bis jetzt nichts zu bemängeln“, sagt er. Da hat der 32-Jährige Recht. Die Füchse stehen mit 10:0 Punkten noch immer als einziges Team ohne Niederlage auf Platz drei der Tabelle. Knappe Partien haben sie jedes Mal für sich entschieden, allerdings hatten die Berliner seit dem Spiel gegen den SC Magdeburg vor vier Wochen auch keinen Gegner ihrer Güteklasse mehr. Das wird sich an diesem Donnerstag ändern, denn da erwartet der SC DHfK Leipzig die Füchse in eigener Halle (19 Uhr, Sky).

Sachsen haben den Verlust von Prokop gut verkraftet

„Leipzig ist zu Hause eine Macht“, weiß Heinevetter. Der SC DHfK hat in dieser Saison noch kein Heimspiel verloren und kann bereits Siege gegen Flensburg (25:22) und Hannover (25:23) vorweisen. „Das wird ein ganz harter Brocken – und neben dem Match in Magdeburg unser schwerstes Spiel in der bisherigen Runde“, sagt Füchse-Trainer Velimir Petkovic. Leipzig hat seit dem Aufstieg 2015 eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Selbst der Trubel um die Freigabe von Christian Prokop als Bundestrainer hat die Mannschaft nicht aus der Ruhe gebracht. Übergangstrainer André Haber macht seinen Job ausgesprochen gut, ab 2018 wird dann Frauen-Bundestrainer Michael Biegler übernehmen. „Ich habe großen Respekt vor Leipzig. Dort werden wir so richtig geprüft“, prophezeit Petkovic. Umso wichtiger ist es, dass Heinevetter neben Kapitän Petr Stochl wieder zu seiner hochklassigen Leistung findet. „Wir haben immer von zwei guten Torhütern gelebt“, sagt Geschäftsführer Bob Hanning. „Bis jetzt hat uns Petr getragen, jetzt wird es Zeit für ein großes Spiel von Silvio.“

Hanning hat Vertrauen in Heinevetter. Er weiß: „Wir hatten schon einmal so eine Phase mit ihm.“ Im Herbst 2015 steckte der deutsche Nationaltorhüter über Monate in einem Formtief, das darin mündete, dass Bundestrainer Dagur Sigurdsson ihn nicht mit zur Europameisterschaft nahm. In der Rückrunde zeigte der Schlussmann dann eine überragende Leistung. Dieses Mal ist die Verfassung des Top-Torhüters auf einen Infekt zurückzuführen, den er sich im Rahmen der Klub-WM in Doha zugezogen hatte. Am ersten Spieltag fiel er komplett aus. „In Magdeburg hätte ich eigentlich auch nicht spielen dürfen“, gibt er zu. Da Stochl aber ebenfalls angeschlagen war, stellte Heinevetter sich ins Tor und verschleppte die Erkrankung: „Das hat mich ganz schön umgehauen.“ Ein anderer Faktor, der die Leistung beider Torhüter zuletzt limitierte, ist die teilweise löchrige Defensive der Füchse. Zu wenige Fouls und zu wenig Aggressivität bemängelte Hanning zuletzt. „Die erste Halbzeit gegen Gummersbach hat das Maß des Akzeptablen überschritten“, sagt er. Da kassierten die Füchse 15 Gegentore. Besonders mit Kreisläufer Erik Schmidt ist der Geschäftsführer nicht zufrieden: „Ich habe eine höhere Erwartungshaltung an Erik als das, was er gerade bringt im Abwehrzentrum.“

Nationalspieler Drux kehrt nach Pferdekuss zurück

Seit Juni agiert die Mannschaft in verschiedenen Abwehrformationen ohne richtig eingespielt zu sein. Mit Jakov Gojun und Marko Kopljar hatte sich zu Saisonbeginn ein starker Mittelblock gebildet. Nach der Verletzung Kopljars (Adduktoren) funktionierte die von Petkovic initiierte „Berliner Mauer“ aber nicht mehr so, wie der Trainer sich das vorstellt. „Zum Glück hatten wir bislang noch keine stärkeren Gegner“, sagt Petkovic. Gegen Leipzig muss er zwar weiterhin auf Kopljar verzichten, dafür kehrt Paul Drux nach seinem Pferdekuss aller Voraussicht nach in den Kader zurück. Auch Heinevetter hat in den vergangenen Wochen voll trainiert. „Silvio arbeitet sehr fleißig“, bestätigt Petkovic.

Über seine eigene Leistung mache er sich aber keine Gedanken, erklärt Silvio Heinevetter. „Wenn wir aus Leipzig als Sieger nach Berlin zurückfahren, ist mir das völlig egal.“ Dann interessiert sich auch niemand mehr für die Torhüter-Statistik der Liga.

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