Bundesliga-Debüt

Sport  Bibiana Steinhaus freut sich auf ihre Premiere bei Hertha

Bibiana Steinhaus pfeift am Sonntag als erste Frau ein Spiel in der Fußball-Bundesliga
Bibiana Steinhaus pfeift am Sonntag als erste Frau ein Spiel in der Fußball-Bundesliga
Foto: Matteo Ciambelli / picture alliance / ZUMAPRESS.com
Am Sonntag leitet Bibiana Steinhaus als erste Frau ein Spiel in der Fußball-Bundesliga. Dabei sollte sie eigentlich Schwimmerin werden.

Berlin.  Werder Bremens Coach Alexander Nouri wollte die Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) einfach nur als Normalität verbuchen: „Wir sind es von zu Hause gewohnt, nach der Pfeife einer Frau zu tanzen. Im Ernst: Sie hat sich das verdient. Durch sehr gute Leistungen – und das ist am Ende entscheidend.“

In jedem Fall wartet eine Premiere im Duell zwischen Hertha und Werder am Sonntag (15.30 Uhr) im Olympiastadion, für Bibiana Steinhaus (38) und erst recht für die Bundesliga: Die Schiedsrichterin leitet als erste Frau eine Partie in der höchsten deutschen Männerspielklasse.

„Meine Vorfreude auf die erste Partie in der Bundesliga ist natürlich sehr groß“, sagte Steinhaus: „Ich freue mich, dass diese tolle Herausforderung für mein Team und mich am Sonntag endlich losgeht.“

Aufstieg nach zehn Jahren in der Zweiten Liga

Dabei hatte die Polizeihauptkommissarin „nie vor, einen Emanzipationsweg zu beschreiten. Ich tue nur, was ich liebe“. Eigentlich sollte aus Steinhaus eine Schwimmerin werden. „Ich war mit meiner Mutter ein Kleid für den Abschlussball aussuchen, passte aber in keines so richtig rein“, sagte die Langenhagenerin: „Ich bin damals leistungsmäßig geschwommen und hatte den typischen Körper einer Schwimmerin mit breiten Schultern. Das war der Moment, in dem ich entschieden habe, nicht mehr ins Wasser zu gehen.“

Sechs Mal war Steinhaus Schiedsrichterin des Jahres, sie leitete 80 Zweitliga-Spiele, seit 2009 ist sie bei internationalen Frauen-Turnieren im Einsatz, zuletzt bei der EM in den Niederlanden. Nach zehn Jahren in der Zweiten Liga steigt sie nun in die Bundesliga auf.

„Sie ist eine erfahrene Schiedsrichterin. Ob Mann oder Frau, wer gut pfeift, bekommt Respekt. Und sie hat ja auch schon Hertha-Spiele geleitet“, sagte Hertha-Trainer Pal Dardai.

Riberys Streich nimmt sie gelassen hin

Den ersten „Härtetest“ hat Steinhaus schon gemeistert. Im DFB-Pokalspiel zwischen Drittligist Chemnitzer FC und Bayern München Anfang August (0:5) öffnete Bayer-Star Franck Ribery der Schiedsrichterin den Schnürsenkel, als er sich den Ball für einen Freistoß zurechtlegte. Darauf reagierte sie ähnlich souverän wie schon 2010 nach dem unbeabsichtigten Busenwischer des damaligen Hertha-Profis Peter Niemeyer im Zweitligaspiel gegen Aachen (0:0).

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