Zweite Liga

Sport  Unions Polter muss seine Kräfte weiter zügeln

Union-Stürmer Sebastian Polter (Mitte) ist für das Zweitliga-Duell am Sonntag in Düsseldorf wieder fit
Union-Stürmer Sebastian Polter (Mitte) ist für das Zweitliga-Duell am Sonntag in Düsseldorf wieder fit
Foto: Maurizio Gambarini / dpa
Union-Stürmer Sebastian Polter will an seiner robusten Spielweise nichts ändern – trotz der Konsequenzen, die daraus entstehen können.

Berlin.  Endlich wieder Trainingsklamotten. Rotes T-Shirt, schwarze Hose und die obligatorische Radler, auch in Schwarz. Sebastian Polter hatte sichtlich Spaß beim Tragen seiner Arbeitskleidung. „Wird Zeit, dass ich wieder mitmachen kann“, sagte der Stürmer des 1. FC Union vor seiner ersten Trainingseinheit mit der Mannschaft seit zehn Tagen.

Beim letzten Spiel vor der Länderspielpause hatte er sich gegen Arminia Bielefeld (1:1) verletzt. Als Polter nach dem Schlusspfiff in der Kabine keine Luft bekam und per Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden musste, bestand der Verdacht auf eine schwere Verletzung. Der bestätigte sich nicht, am Ende war es „nur“ eine Rippenprellung.

Schmerzhaft zwar, „aber nichts, was mich jetzt länger außer Gefecht setzt“, so Polter. Die Länderspielpause kam trotzdem recht, der 26-Jährige durfte es etwas ruhiger angehen lassen, ging laufen, nur nichts mit Körperkontakt.

Rückehr ins Mannschaftstraining

Umso mehr freute sich Polter auf seine Rückkehr ins Mannschaftstraining und das Spiel am Sonntag in Düsseldorf (13.30 Uhr, Sky). Nach der Begegnung gegen Bielefeld war eine Debatte aufgekommen wegen Polters Spielweise. Beim Zweikampf, der zu seiner Verletzung geführt hatte, war der Berliner sehr robust eingestiegen, später echauffierte sich Unions Trainer Jens Keller, dass jede Aktion aus seiner Sicht gegen Polter gepfiffen würde.

„Ich fand es gut, dass das mal angesprochen wurde, weil ich auch das Gefühl habe, dass ich schon aufgrund meiner Statur anders wahrgenommen werde“, sagte Polter, rund 1,90 Meter groß und 90 Kilogramm schwer.

Seine Spielweise will der Stürmer aber auf keinen Fall ändern. „Ich bin ein Spieler, der davon lebt, dass er harte, aber faire Zweikämpfe führt. So bin ich für die Mannschaft wichtig und so werde ich es auch in Zukunft machen“, sagte Polter.

Körperliche Präsenz in England weiterentwickelt

Kein Offensivspieler beim Berliner Zweitligisten verfügt über eine ähnliche körperliche Präsenz. In diesem Bereich hat er sich während seiner anderthalb Jahre in England bei den Queens Park Rangers weiterentwickelt. Die Rückgewöhnung an die deutsche Spielweise fällt ihm in einigen Situationen schwer.

„Ich kann hier oft nicht zu hundert Prozent reingehen mit meiner Kraft, gerade was die Duelle in der Luft angeht, weil die Schiedsrichter sofort gegen mich pfeifen“, sagte Polter. Die Freude über seine Rückkehr kann das aber nicht trüben.

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