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Sport  Brdaric soll TeBe in die vierte Liga führen

Tennis Borussia wird jetzt von Thomas Brdaric trainiert
Tennis Borussia wird jetzt von Thomas Brdaric trainiert
Foto: Revierfoto / picture alliance / dpa
Schon nach drei Spielen zog Fünftligist Tennis Borussia die Reißleine. Klubchef Redlich rechtfertigt die Trennung von Trainer Cemal Yildiz.

Berlin.  Zwei, drei Tage habe es gedauert, ehe Thomas Brdaric sich nach dem ersten Telefonat aufgemacht habe Richtung Berlin, erzählt Jens Redlich. Allein, dass es so schnell ging, macht den Vorstandsvorsitzenden von Tennis Borussia stolz. Man sei sich sofort sympathisch gewesen, „inhaltlich lagen wir auf einer Wellenlänge“, sagt Redlich. Am späten Dienstagabend gab der Berliner Traditionsklub die Verpflichtung von Brdaric, dem ehemaligen Nationalspieler, als neuem Trainer bekannt. Einen Tag zuvor hatte TeBe Cemal Yildiz entlassen, der aus den ersten drei Saisonspielen nur einen Sieg in der Oberliga geschafft hatte.

Mit der TSG Neustrelitz Regionalliga-Meister

„Wir hatten uns schon länger mit der Konstellation beschäftigt, was passieren könnte, wenn wir nicht den gewünschten Start hinlegen“, sagt Redlich, dessen Vertrauen in den alten Trainer anscheinend ­begrenzt war. „Teddy kam als Co-Trainer zu uns und hat das erst gut ­gemacht, aber jetzt geht es darum, TeBe nach vorne zu bringen.“

Deshalb nun Brdaric (43). Die TSG Neustrelitz hat er 2014 zur Meisterschaft der Regionalliga-Nordost geführt, scheiterte aber in den Aufstiegsspielen an der Reserve des FSV Mainz. Zuletzt hatte er für den Regionalligsten TSV Steinbach gearbeitet. Allerdings blieb er auf seinen Stationen nie länger als ein Jahr. Auch das sei zwischen Brdaric und Redlich ein Thema gewesen. „Wir haben da ganz klare Absprachen getroffen“, sagt Redlich, will sich aber nicht genauer äußern.

Stringenter Typ mit klaren Vorstellungen

Brdaric, der für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, soll den Fünft­ligisten in Liga vier führen. „Der ­Kader ist nicht dazu da, um im Mittelfeld zu landen“, sagt Redlich. Tatsächlich leistet sich der TeBe derzeit eine Mannschaft, die sowohl von ihrer sportlichen Qualität als auch von ihren Kosten deutlich über Oberliga-Niveau liegt. Die zwei Niederlagen zu Saisonbeginn trafen die Klubführung. Vor allem das 0:1 bei Lichtenberg 47, einem Hauptkonkurrenten um den Aufstieg, bewog Redlich zum Handeln.

„Wir brauchen ein Spielkonzept, das die Mannschaft versteht“, sagt er und deutet auf eines der Probleme unter Yildiz. Brdaric gilt als stringenter Typ mit klaren Vorstellungen, der „weder nach links noch rechts schaut, wenn es darum geht, seine Vorstellungen von Fußball durchzudrücken“, wie ein ehemaliger Begleiter aus Neustrelitz berichtet. Viel Zeit, sich zu akklimatisieren, bekommt der neue Trainer nicht. Am Freitag reist TeBe zu Tabellenführer Optik Rathenow, ebenfalls ein Titelaspirant.

Im Frühjahr stand noch eine Insolvenz im Raum

Dass sich die TeBe-Führung um Redlich schon länger einen prominenten Trainer wünschte, ist ein offenes Geheimnis. Der neue Vorsitzende, im März ins Amt gekommen, möchte spätestens 2019 eine Liga höher spielen - und dann soll nicht Schluss sein. Langfristig wird die Rückkehr in den Profibereich angestrebt. Aber es gibt nicht wenige im Umfeld, die die ehrgeizigen Pläne skeptisch betrachten. Im Frühjahr stand noch eine erneute Insolvenz im Raum, das Haushaltsdefizit bewegte sich im sechsstelligen Bereich.

Redlich, der als Haupt­gesellschafter des Hauptsponsors half, das Minus auszugleichen, forderte im Gegenzug mehr Kontrolle für seine Investitionen und kam so in die Position des Vorstandsvorsitzenden. Alles schon mal dagewesen bei TeBe, der Einfluss von Geldgebern hat bei den Charlottenburgern eine missliche Tradition. Daran will Redlich aber keinen Gedanken verschwenden: „Wir schauen nach vorn.“ Für den Moment ist dieser Blick eng ­verknüpft mit Thomas Brdaric.

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