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Sport  Trainer-Legende Aito Reneses - Ein Bessermacher für Alba

Aito Garcia Reneses wird Albas Trainer
Aito Garcia Reneses wird Albas Trainer
Foto: imago sportfotodienst / imago/Agencia EFE
Trotz ernüchternder Saison gelingt Alba die Verpflichtung von Trainer-Legende Aito Reneses. Ein echter Coup, der sich auszahlen soll.

Berlin.  Sie suchen noch den Kugelschreiber für die Unterschrift, der den Vertrag endgültig und rechtskräftig besiegelt. Alles andere, so erzählen Insider, ist bezüglich der Verpflichtung von Alejandro „Aito“ Garcia Reneses als neuem Cheftrainer von Alba Berlin geregelt. Die spanische Trainer-Legende soll zwei Jahre lang die Geschicke von Berlins Basketball-Mannschaft lenken.

Ein bemerkenswerter Coup, wenn man die Titelsammlung des 70-Jährigen betrachtet. Reneses wurde mit dem FC Barcelona neun Mal spanischer Meister und viermal Pokalsieger. Mit Joventut Badalona gewann er 2008 ebenfalls den Copa del Rey, im selben Jahr auch den Eurocup. Mit beiden Klubs holte er insgesamt fünf europäische Titel – hinzu kommen eine olympische Silbermedaille mit Spanien in Peking 2008, drei Euroleague-Endspiele mit Barcelona und ein Eurocup-Finale mit Herbalife Gran Canaria (2016). Dass er in Spanien vier Mal und 2008 im Eurocup als Trainer des Jahres geehrt wurde, rundet die Bilanz ab.

Ex-Berliner Jagla begeistert

An den beiden Titeln mit Badalona im Jahr 2008 war mit Jan Jagla ein Berliner nicht ganz unbeteiligt. Spricht man mit dem ehemaligen Nationalspieler über Albas neuen Chefdirigenten, hört man erst „wirklich, wirklich kein schlechtes Wort!“, und dann auch gleich „begeistert“. Reneses sei „sowohl an der Seitenlinie als auch während des Trainings nie laut“. Trotzdem ginge „es immer sehr intensiv zu. Er findet auch immer die Balance zwischen Basketball und Privatleben“, sagt Jagla (36), der in München lebt und im Sportmarketing tätig ist. Der Fokus von Reneses liege immer auf dem eigenen Team, aus der Überzeugung heraus, dass es „offensiv und in der Verteidigung ausreichend gewappnet ist, wenn sich alle an die Regeln halten“.

Dass ein Trainer solchen Kalibers überhaupt darüber nachgedacht hat, erstmals außerhalb seiner Heimat Spanien zu arbeiten, dürfte europaweit Beachtung finden und den Verantwortlichen von Alba mehr als gut tun. Denn es zeigt, dass Berlins ehemaliger Serienmeister trotz der ernüchternden Saison 2016/17, die kurz vor dem Play-off-Start mit der Demission von Cheftrainer Ahmet Caki ihren Tiefpunkt hatte, in Europa noch immer ein hochangesehener Klub ist. Und einer, der sich dem drohenden Abrutschen ins Mittelmaß entgegenstemmt.

Sehr gut im Umgang mit Talenten

In der Bundesliga wird sich Albas Situation in der kommenden Saison kaum von der vergangenen unterscheiden. Der FC Bayern und Meister Bamberg haben die Berliner etatmäßig abgehängt, ein halbes Dutzend Klubs sind mindestens auf Augenhöhe. Eine Ausgangsposition, in der selbst große Namen auf der Trainerbank nicht zwangsläufig Wunder bewirken. Im Poker um fertige Stars muss Alba passen. Richten müssen es daher Spieler, die (noch) unter dem Radar der Top-Klubs sind. Und genau deswegen kommt Reneses, dem wie kaum einem anderen der Ruf vorauseilt, Spieler zu entwickeln.

„Er ist unheimlich gut mit jungen, hungrigen Spielern“, erklärt Jagla, der in sechs Ländern die ganze Palette an Coaches erlebt hat. „Er zeigt dir den Weg, um erfolgreich zu sein, lässt dir aber auch deine Freiheit.“ Im Badalonas Eurocup-Sieger-Team zählten mit Ricky Rubio und Pau Ribas ein 17- und ein 21-Jähriger zu den prägenden Figuren. Rubio spielt heute für 13,4 Millionen Dollar Jahresgehalt in der NBA bei Minnesota, Ribas in Barcelona. „Beide“, schwärmt Jagla, „haben wie wir alle einen Riesenschritt gemacht.“

Coach Thomas Päch rückt wieder ins zweite Glied

Um junge, hungrige Spieler besser zu machen, müssen sie aber erstmal da sein. Die Verpflichtung von Reneses – eingefädelt von Landsmann Himar Ojeda, Albas Sportdirektor – dürfte diesbezüglich ein Signal senden. Nämlich an genau jene Perspektivspieler, die nun womöglich die „Ich-werde-besser“-Garantie wählen und ein paar Euro mehr sausen lassen.

Und da wäre ja auch noch ein junger, hungriger Coach: Thomas Päch (34), der Albas verkorkste Saison zu einem halbwegs versöhnlichen Ende führte. Er wird damit leben können, wieder ins zweite Glied zu treten. Als Assistent einer Legende wird auch er besser werden.

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