2:0-Sieg

#Hertha  beendet Durststrecke gegen harmlose Augsburger

Brooks, Ibisevic und Darida bejubeln das 1:0  für Hertha
Brooks, Ibisevic und Darida bejubeln das 1:0 für Hertha
Foto: Maurizio Gambarini / dpa
Mit einem ungefährdeten 2:0-Sieg gegen Abstiegskandidat Augsburg hat Hertha zurück in die Spur gefunden. Brooks und Stocker trafen.

Vedad Ibisevic war der erste, dann reichte Per Skjelbred sein Trikot vorsichtig über den Graben, Niklas Stark und Maximilian Mittelstädt folgten. Es war die Zeit der Geschenke bei Hertha BSC. Die Profis warfen ihre Arbeitskleidung nicht den Fans in der Ostkurve zu, sondern auf der gegenüberliegenden Seite den jüngsten Anhängern von Hertha. Dort sitzen Kinder mit ihren Eltern im Familienblock. Es war ein Sonntagnachmittag, der so ganz anders wurde als erwartet.

Traditionell fremdelt Hertha seit Jahren mit dem dritten und letzten Spiel von englischen Wochen, die in der Regel stets verloren gingen. Doch der blau-weiße Jahrgang 2017 hat sich etwas vorgenommen. Endlich einmal gewann Hertha die dritte Partie innerhalb einer Woche, gegen den FC Augsburg setzten sich die Berliner am Sonntag überraschend souverän mit 2:0 (2:0) durch. „Der Sieg war wichtig“, sagte Defensivspieler Niklas Stark, „wir haben ja im Hinterkopf, was wir erreichen wollen.“

Hertha hatte sich durch die vorausgegangenen Niederlagen gegen Hoffenheim (1:3) und Gladbach (0:1) selbst unter Druck gesetzt. Davor gab es bereits die Pleite in Köln (2:4). Deshalb das kollektive Aufatmen. Das Lächeln ist zurück. Mit nun 43 Punkten und Tabellenplatz fünf liegt der Hauptstadt-Klub weiter auf Kurs Europa League. Hertha profitierte dabei von der Verunsicherung der Gäste, die als Drittletzter im Abstiegskampf stecken. So souverän wie noch nie in diesem Jahr beherrschten die Hausherren den Gegner im Olympiastadion. Am Ende sollte die Statistik 8:0 Torschüsse vermerken. Gleich mit dem ersten Angriff zeigte Valentin Stocker, was den FCA erwarten sollte: Der Schweizer Nationalspieler im Hertha-Trikot eroberte den Ball im gegnerischen Strafraum und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort sprang Vladimir Darida in den Ball, zog ihn aber am FCA-Tor vorbei (2.).

Brooks und Stocker treffen für souveräne Berliner

Doch nach einer Ecke war es so weit: Erneut Stocker zog aus 15 Metern ab, John Brooks verpasste dem Ball mit seinem Kopf die entscheidende Richtungsänderung, unhaltbar für Augsburgs Torwart Marwin Hitz landete der Ball im Netz, 1:0 (12.). „Jeder kennt meine gefürchtete rechte Klebe“, sagte Stocker später ironisch. Sein Schussversuch mit seinem schwächeren Fuß wäre deutlich neben das Tor gegangen. Egal, Brooks brachte Hertha mit seinem zweiten Saisontreffer in die Spur. „Es war wichtig, dass wir so früh in Führung gegangen sind“, sagte Innenverteidiger Sebastian Langkamp, „sonst wäre es sehr zäh geworden.“

Aggressive Zweikampfführung, das Spiel des Gegners zerstören – das sind Eigenschaften, die Augsburg bisher ausgemacht haben. Davon war bei den Gästen nach fünf Partien ohne Sieg aber nichts zu sehen. Hertha-Kapitän Ibisevic kam nach Doppelpass mit Salomon Kalou zu einer Doppelchance, brachte freistehend den Ball innerhalb von zwei Sekunden aber zweimal nicht an FC-Torwart Hitz vorbei (20.). Die Hausherren dominierten, ließen den Ball durch die eigenen Reihen laufen. Und streuten immer mal wieder einen sehenswerten Angriffszug ein.

Wie in Minute 37, als Ibisevic den Ball gegen drei Gegenspieler behauptete und Kalou bediente. Allein vor dem Augsburger Torwart legte der Ivorer uneigennützig ab auf den mitgelaufenen Stocker, der aus fünf Metern ins leere Tor einschob, 2:0.

So entspannt wie in der zweiten Hälfte hat Pal Dardai noch kein Spiel in dieser Saison verfolgt. Der Hertha-Trainer stand mit verschränkten Armen vor seiner Bank, scherzte mit dem Vierten Offiziellen und applaudierte seiner Mannschaft. Der Chef spendierte dem Nachwuchs Einsatzzeit: Maximilian Mittelstädt (20) und Allan (21) wurden für Stocker (69.) und Stark eingewechselt (80.). Alexander Esswein durfte gegen seinen Ex-Verein in den letzten Minuten ran. Marvin Plattenhardt lieferte sich ein Privatduell mit Hitz. Zweimal zirkelte der Herthaner Linksverteidiger Freistöße in die rechte Ecke, doch jedes Mal bekam der Augsburger Torwart seine Fäuste noch an den Ball. Herthas Bester, Kalou, ließ in der Nachspielzeit eine weitere Großchance ungenutzt verstreichen, Schwamm drüber. Hertha freute sich über den elften Heimsieg.

Darida wird in Mainz gelbgesperrt fehlen

Torwart Rune Jarstein blieb bereits zum neunten Mal ohne Gegentor. Selbstbewusst sagte der norwegische Nationaltorhüter: „Es tut gut, wieder zu Null zu spielen. Es war wichtig, nach drei Niederlagen zurückzuschlagen. Wir wollen nach Europa.“

Trainer Dardai hofft, dass nun die Kritik verstummt: „Dieses Jahr ist es eine andere Rückrunde als im vergangenen Jahr. Nach drei Niederlagen haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht. Kompliment, das Selbstvertrauen ist da.“ Einziger Wermutstropfen: Vladimir Darida wird Hertha nach seiner fünften Gelben Karte am Ostersonnabend bei der Auswärtsaufgabe in Mainz gesperrt fehlen. „Aber auch ohne Vladi haben wir schon viele Siege eingefahren“, sagte Dardai.

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