0:1-Niederlage

#Hertha  kann auch in Gladbach nicht punkten

Gladbachs Jannik Vestergaard (l) steigt höher als Sebastian Langkamp
Gladbachs Jannik Vestergaard (l) steigt höher als Sebastian Langkamp
Foto: Marius Becker / dpa
Die stark ersatzgeschwächten Berliner haben in Mönchengladbach die siebte Auswärtspleite in Folge kassiert. Sie unterlagen 0:1.

Es wurde das Spiel der beiden Startelfdebütanten. Und am Ende muss festgehalten werden, dass Mönchengladbach am Mittwochabend den etwas besseren in seinen Reihen hatte. Hertha BSC verliert verdient 0:1 (0:1) durch den Treffer von Borussias Neuling Laszlo Benes (16. Minute), der den Berlinern nach dem 2:4 in Köln und dem 1:2 gegen Hoffenheim die dritte Niederlage in Folge zufügt. Der Vorsprung auf die Fohlen beträgt für Hertha nun nur noch vier Punkte. Zum Jahreswechsel waren es noch 14 gewesen. In der Tabelle reiht sich Hertha auf Platz sechs ein.

„Wir hatten Chancen, wir hätten auch unentschieden spielen können“, sagte Mittelfeldmann Per Skjelbred, was aber nicht ganz der Wahrheit entsprach. Tatsächlich war das 0:1 ein eher schmeichelhaftes Ergebnis. Denn Borussia hatte zahlreiche gute Chancen. „Gladbach hat verdient gewonnen, wir standen zu tief und müssen besser nach vorn verteidigen“, sagte Angreifer Salomon Kalou. Am Ende landete nur der Weitschuss von Benes im Netz und besiegelte Herthas siebte Auswärtspleite in Serie. „Beim Gegentor waren wir nicht 100 Prozent da“, sagte Skjelbred.

Sofort richtig da war der Berliner Debütant an diesem Tag: Jordan Torunarigha stand zum ersten Mal in der Startelf bei den Blau-Weißen. Und der erst 19 Jahre junge Verteidiger machte auf ungewohnter Position links in der Viererkette eine gute Partie. Spielen musste er, weil Trainer Pal Dardai allerlei Ausfälle zu beklagen hatte: Neben Kapitän Vedad Ibisevic (gesperrt) und kurzfristig ebenso John Brooks (muskuläre Probleme) konnten auch die beiden anderen Linksverteidiger im Kader, Maximilian Mittelstädt (gesperrt) und Marvin Plattenhardt (Mittelohrentzündung), nicht mitwirken.

Kaum 50 Sekunden waren gespielt, bis Torunarigha erstmals voll gefordert war: Einen Steilpass von Gladbachs Mahmoud Dahoud legte Jonas Hofmann am Fünfmeterraum noch mal quer, dorthin, wo Thorgan Hazard zur Abnahme bereitstand. Der Angreifer hatte den Jubelschrei schon auf den Lippen, doch Torunarigha grätschte mit seinen 1,89 Metern noch in den Schuss des Belgiers. Starker Einstand. „Das hat Spaß gemacht, ich habe Bock auf mehr“, sagte Torunarigha später. Von den Mitspielern gab es Lob: „Jordan hat überragend gespielt“, sagte Skjelbred.

Noch besser machte es jedoch sein Pendant auf der Gegenseite: Auch Borussen-Trainer Dieter Hecking hatte nämlich improvisieren müssen und in Abwesenheit des Ex-Herthaners Raffael, dessen Frau Zwillinge zur Welt brachte, auf Jugend gesetzt. Gladbachs Torunarigha hieß Benes – ebenfalls erst 19 –, und er bescherte seinem Team die Führung. Valentin Stocker, im zentralen Mittelfeld aufgeboten, ließ dem Youngster aus gut 20 Metern zu viel Platz, der zog einfach ab und wuchtete den Ball flach ins rechte Eck – 0:1 (16.). Ein platzierter Ball, das ja, aber keiner aus der Rubrik „unhaltbar“. Wieder also kassierte Hertha ein Weitschusstor. Wie zuletzt in Köln und gegen Hoffenheim.

Die Führung der Gastgeber war verdient. Die Borussen wirkten zielstrebiger, handlungsschneller, wacher. Hertha indes fehlte es in ungewohnter Formation an Automatismen. Bis Valentin Stocker nach einer halben Stunde den flinken Alexander Esswein schickte. Der rannte mit Ball zwar schneller als seine Verfolger, setzte seinen Schuss von der Strafraumgrenze aber knapp am rechten Pfosten vorbei. Eine dicke Chance, aber eine Ausnahme. Das spielbestimmende Team blieb Gladbach, daran änderte auch der Freistoß von Kalou kurz vor der Pause nichts. Der Ivorer hatte den Ball aus 17 Metern über die Mauer an die Querlatte gezirkelt (45.+3).

Der erst 17 Jahre junge Julius Kade gibt sein Debüt

Nach der Pause erinnerte die Partie bisweilen eher an ein Powerplay beim Eishockey: Die Borussen schalteten auf Dauerfeuer. Erst scheiterten Hazard (49.), Lars Stindl (50.) und Patrick Herrmann (53.) knapp, ehe Herthas Torwart Rune Jarstein sensationell gegen Stindl (55.) parierte und bei zwei Hofmann-Schüssen schließlich der Pfosten rettete (58.). Es blieb beim 0:1.

Am Ende gab es dann noch einen Debütanten: Der erste 17 Jahre junge Julius Kade wurde bei Hertha eingewechselt und sorgte für die letzte Gelegenheit zum Ausgleich: Ein Kopfball landete bei Stocker, doch der Schweizer vergab (90.+1). Fast hätte also doch noch Hertha den besseren Neuling gehabt.

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