Niederlage gegen Aue

#Union  kassiert den nächsten Dämpfer im Aufstiegskampf

Sebastian Polter mit einer artistischen Einlage gegen Erzgebirge Aue
Sebastian Polter mit einer artistischen Einlage gegen Erzgebirge Aue
Foto: Annegret Hilse / dpa
Ist das die Angst vor dem möglichen Aufstieg? Nach der Niederlage in Hannover verlieren die Eisernen auch zu Hause gegen Aue.

Felix Kroos wollte erst gar nicht versuchen, die Partie auch nur im Ansatz schönzureden. „Das war hundertprozentig ein Rückschlag. Man kann gegen Aue verlieren, aber nicht so“, sagte der Kapitän des 1. FC Union. Wurde das 0:2 von Hannover am Sonnabend noch als ein Spiel bewertet, das verloren wurde, so drückte nun das 0:1 (0:0) gegen Erzgebirge Aue doch schon heftiger auf das Gemüt der Köpenicker. Nicht weil ein Ostderby verloren wurde, über den reinen Prestigegedanken ist man an der Alten Försterei längst hinaus. Es war die Art und Weise, mit der Union die zweite Niederlage in Folge kassierte. Sie war eines Aufstiegskandidaten nicht würdig.

Spieler und Verantwortliche wussten spätestens beim Abpfiff, dass die 20.877 Zuschauer in der Alten Försterei so eben die schlechteste Leistung in der Rückrunde erlebt haben. Die Folge war direkt nach Abpfiff eine Ansprache von Trainer Jens Keller in der Kabine und die Streichung des geplanten freien Donnerstags. „Wir wollen die Zeit nutzen, um das Spiel zu analysieren“, sagte Keller, „das ist aber in keiner Weise eine Bestrafung für die Mannschaft.“

Aufzuarbeiten gibt es einiges für Union. „Wir haben nicht annähernd die Leistung gebracht, die die Mannschaft in der Lage ist zu bringen. Sie hat Fehler gemacht, die ich von ihr noch gar nicht kannte“, erklärte Keller. Obwohl Keller seine Startaufstellung personell nicht veränderte, war das Team am Mittwoch ein gutes Stück entfernt von jener Union-Mannschaft, die sich so bravourös bis an die Tabellenspitze gespielt hatte. Zu oft gingen Abspiele ins Nirgendwo oder landeten beim Gegner, viele Zuspiel-Versuche wirkten schlampig. Einer Mannschaft wie Aue, die – obwohl im Abstiegskampf steckend – über ein ordentliches spielerisches Potenzial verfügt, kam das gerade recht.

Selbst die Tatsache, dass Stuttgart (1:1 bei 1860 München) und Braunschweig (0:0 in Fürth) zwei Mitkonkurrenten um den Aufstieg ebenfalls nicht gewonnen haben, konnte den Frust kaum lindern. „Das bringt mich nicht wirklich weiter. Ich schaue auf die Leistung meiner Mannschaft, und wenn die nicht ihre Leistung bringt, ist es egal, wie die anderen spielen“, machte Keller deutlich. So geht Union mit weiter 50 Punkten als Vierter hinter Spitzenreiter Hannover (52 Punkte), Stuttgart und Braunschweig (beide 51 Punkte) in die entscheidenden Wochen.

Schon nach den ersten Szenen war klar, dass Union die Leichtigkeit der letzten Wochen fehlte, die so viel Euphorie in Berlin ausgelöst hatte. Nach vier Minuten musste Torwart Daniel Mesenhöler schon das erste Mal in höchster Not eingreifen nach einem Schuss von Sören Bertram, den Nachschuss von Dimitrij Nazarov grätschte Christopher Trimmel weg. Als sich Aues Torwart Martin Männel auf der anderen Seite einen katastrophalen Fehlpass auf Steven Skrzybski leistete, verstolperte Polter das Zuspiel seines Sturmkollegen (29.).

Rizzuto lässt Mesenhöler nicht den Hauch einer Chance

Es musste sich nach der Pause etwas ändern. Tat es auch: Union spielte nun in Richtung eigenen Fanblock, vor dem Polter einen Fallrückzieher aus zehn Metern vorbei setzte (47.). Doch Aue blieb unbeeindruckt. Ein Lupfer von Pascal Köpke verfehlte nur knapp sein Ziel (55.). Dann kam die 79. Minute. Nazarov durfte sich am Union-Strafraum eine gefühlte Ewigkeit mit dem Ball vergnügen, ehe er das Spielgerät auf die rechte Seite zu Calogero Rizzuto schlug, und der ließ Mesenhöler aus acht Metern keine Chance. Kurz vor Schluss setzte der eingewechselte Kenny-Prince Redondo völlig frei einen Kopfball vorbei (89.). Das bittere Ende eines verkorksten Union-Abends.

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