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#Hertha  Hertha streckt sich für die Champions League

Genki Haraguchi von Hertha BSC grätscht, aber in dieser Szene ist Hoffenheims Sebastian Rudy schneller am Ball
Genki Haraguchi von Hertha BSC grätscht, aber in dieser Szene ist Hoffenheims Sebastian Rudy schneller am Ball
Foto: pa / picture alliance / City-Press Gb
Wenn Hertha noch eine Chance auf die Champions League haben will, muss am Freitag Hoffenheim geschlagen werden – andernfalls ist der Traum aus.

Berlin.  Schwang da ein Hauch Resignation mit? Oder eher Unverzagtheit? „Es ist nicht zu ändern“, sagte Michael Preetz jedenfalls, „Verletzungen gehören dazu. Wir müssen die Situation so annehmen, wie sie ist.“ Das ist einerseits richtig, schließlich hat sich beharrliches Lamentieren noch nie als besonders zielführend erwiesen. Auf der anderen Seite weiß natürlich auch Herthas Manager, dass die Liste der Ausfälle auf ein kaum noch zu verkraftendes Maß gewachsen ist. Und zwar zur Unzeit. „Wir gehen auf die Zielgerade“, betonte Preetz, „jedes Spiel, das kommt, hat große Bedeutung.“

Hoffenheims Restprogramm hat es in sich

Nur noch sieben Wochen, dann werden in der Fußball-Bundesliga die letzten Entscheidungen gefallen sein, auch die um die Europapokalplätze. Neun Spiele gilt es bis dahin noch zu bestehen, aber schon das erste wird richtungsweisend sein – zumindest für die Berliner. Geht Hertha als Tabellenfünfter im Heimspiel am Freitagabend (20.30 Uhr) gegen den Vierten TSG Hoffenheim leer aus, können die blau-weißen Träume von der Champions League ad acta gelegt werden. Acht Punkte betrüge in diesem Fall der Rückstand auf die Konkurrenten aus dem Kraichgau.

So vermessen, die Königsklasse als Ziel auszugeben, waren sie bei Hertha freilich nicht. „Ich will nicht über Platz vier reden“, sagte Pal Dardai, Herthas Chefcoach, um dann doch hinterherzuschieben, dass man „mit ein paar guten Spielen auch dort landen“ könne. Denn so hinderlich die Umstände mit nunmehr acht Verletzten auch sein mögen: ein weiterer Coup im Olympiastadion und die Berliner sind wieder dran am Startplatz für die Champions-League-Qualifikation. Zumal in Hoffenheims Restprogramm so klangvolle Namen wie Bayern München oder Borussia Dortmund auftauchen.

Trainer Dardai hat noch nie am Freitagabend verloren

Der große Mutmacher bleibt Herthas überragende Heimbilanz. Zehn von zwölf Spielen gewonnen, 31 Punkte, Bestwert der Liga. „Wir werden uns daran erinnern, dass wir zu Hause schon ein paar Ausrufezeichen gesetzt haben“, sagt Preetz. So wie gegen den FC Bayern (1:1) oder den BVB, der die Hauptstadt mit hängenden Köpfen, und ohne Punkte verließ (2:1). Auch dass Dardai als Hertha-Coach noch keines seiner zehn Freitagabendspiele verloren hat (fünf Siege, fünf Remis), stimmt hoffnungsvoll.

Dem gegenüber steht jedoch die wenig erbauliche Länderspielpause, in der Langzeitverletzte wie Julian Schieber, Fabian Lustenberger oder Ondrej Duda reichlich Gesellschaft bekamen. Etwa von Hoffnungsträger Mitchell Weiser, der sich bei der U21 einen Muskelfaserriss einhandelte und nach seinem Comeback vor 20 Tagen schon wieder wochenlang ausfällt. Oder von John Brooks, dessen Reise zum US-Team mit einer Nasennebenhöhlenentzündung endete. Dass sich Linksverteidiger Marvin Plattenhardt auch ohne Länderspielstress eine Mittelohrentzündung einfing, passte irgendwie ins Bild. Immerhin: Bei Brooks und Angreifer Salomon Kalou, der sich beim jüngsten Ligaspiel in Köln einen kleinen Muskelfaserriss zugezogen hatte, besteht noch Hoffnung.

17 Jokertore sprechen für hohe Qualität auf der Bank

Insgesamt, sagte Dardai, sei die Pause seit Köln viel zu lang gewesen. Mitunter konnte er die Zahl der Profis im Training an einer Hand abzählen, erst Donnerstag kehrten mit Niklas Stark (U21) und Genki Haraguchi (Japan) die letzten Akteure zurück. Körperliche Belastung und Reisestress werden sie schnell abschütteln müssen, auch deshalb, weil Hoffenheim mit 17 Jokertoren enorme Qualität in Hälfte zwei vorweisen kann.

Während TSG-Coach Julian Nagelsmann Optionen en masse hat („Der Kader ist größer als die letzten Wochen. Alle Nationalspieler sind sehr frisch“), muss Dardai erfinderisch werden. Zumindest für Plattenhardt hat er schon Ersatz gefunden: Talent Maximilian Mittelstädt (20). „Er hat Mut“, lobte der Trainer und griff in den Oliver-Kahn-Gedächtnis-Wortschatz. „Er hat Eier, und wenn er einen Fehler macht, korrigiert er ihn sofort.“

Stocker, Esswein und Allagui sind einsatzbereit

Wie er den drohenden Ausfall von Kalou aufzufangen gedenkt, ließ Dardai offen. Valentin Stocker kam bei der Schweizer Nationalmannschaft nicht zum Einsatz, ist ausgeruht. Alexander Esswein stünde ebenfalls bereit, auch Sami Allagui. „Wir haben großes Vertrauen in die Jungs“, sagte Preetz. Ein Satz, bei dem vor allem eins mitschwang: entschiedene Zuversicht.

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