Eisbären im Play-off

Sport  Eisbären-Stürmer Talbot hat das Frühlingserwachen zur rechten Zeit

Julian Talbot tritt mit den Eisbären am Dienstag im Play-off-Halbfinale in München an
Julian Talbot tritt mit den Eisbären am Dienstag im Play-off-Halbfinale in München an
Foto: Soeren Stache / picture alliance / Soeren Stache
Nach einer schwachen Hauptrunde blüht Julian Talbot im Play-off auf. Mit fünf Toren und neun Punkten ist er in beiden Kategorien bester Berliner.

Berlin/München.  Seiner Mannschaft hatte Trainer Uwe Krupp freigegeben. Anstelle von Mannschaftstraining stand bei den Eisbären am Tag nach der 1:2-Heimpleite gegen den EHC Red Bull München individuelle Regeneration auf dem Programm. Schließlich geht es schon an diesem Dienstag weiter mit der Halbfinalserie, zum dritten Spiel treten die Eisbären dann wieder in München an (19.30 Uhr/Sport1). Stürmer Julian Talbot nutzte die Zeit und ging mit seinen Kindern am Montag spazieren. „Endlich scheint wieder die Sonne“, sagte er. Seine Aussage bezog sich auf das Wetter, doch sie trifft auch auf Talbots Leistungen auf dem Eis zu. Nach schwachen Darbietungen in der Hauptrunde blüht der Kanadier im Play-off gerade richtig auf.

Nur 18 Scorerpunkte hatte Talbot in der regulären Saison gesammelt – seine bislang schwächste Ausbeute im Eisbären-Trikot, seit er 2011 nach Berlin gewechselt war. Zuvor war er fast immer für 30 Punkte gut gewesen. Aber in diesem Jahr war ihm die Torgefahr abhandengekommen: Julian Talbot erzielte lediglich vier Treffer, viel zu wenige für einen Leistungsträger.

2012/2013 wurde er Topscorer im Play-off und die Eisbären Meister

Doch im Play-off ist er nun plötzlich wieder ganz der Alte. Mit bislang fünf Toren und neun Punkten ist er in beiden Kategorien momentan der beste Berliner. In der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) hat insgesamt nur Matthias Plachta von den bereits ausgeschiedenen Adlern Mannheim häufiger getroffen (sechs Mal). Schon werden Erinnerungen wach an die Saison 2012/13, als Talbot Topscorer im DEL-Play-off wurde und die Eisbären am Ende Deutscher Meister, zum siebten und bislang letzten Mal.

Ganz so weit sind die Berliner allerdings noch nicht: Durch das 1:2 am Sonntag, die erste Heimniederlage nach zuvor acht Siegen in Folge, steht es in der Halbfinalserie gegen den Titelverteidiger aus München nun eins zu eins. „Es ist immer ärgerlich, zu Hause zu verlieren, ganz besonders im Play-off“, sagte Julian Talbot. „Aber es ist weiter alles offen. Wir bereiten uns auf eine lange Serie vor.“

Seine Rolle in der Mannschaft hat sich verändert

Er selbst hatte die Eisbären nach starker Vorlage von Verteidiger Frank Hördler in Führung gebracht. „Das war ein toller Pass“, meinte Talbot. Hördler wiederum lobte seinen Mitspieler: „Das hat er klasse gemacht. Er ist von außen mit zwei, drei schnellen Schritten in die Mitte gezogen und hat seinen Verteidiger stehenlassen. Vom Timing her hat es super gepasst, da muss man ihm ein großes Lob aussprechen.“ Talbots ersten Schuss hatte Münchens Torwart Danny aus den Birken noch parieren können, doch den Abpraller verwandelte Talbot ganz im Stile eines echten Torjägers. „Ich arbeite hart, dann passieren solche Sachen“, sagte er. „Eigentlich mache ich alles immer noch genauso wie die ganze Saison schon. Aber jetzt habe ich endlich auch mal ein bisschen Glück.“ So einfach kann das manchmal sein.

Er sei selbst enttäuscht gewesen über die schwache Punkteausbeute in der Hauptrunde, erzählte Talbot. Er hatte aber auch eine Erklärung dafür: „Ich habe mittlerweile eine ganz andere Rolle in der Mannschaft. Früher wurde ich häufiger im Powerplay eingesetzt. Jetzt spiele ich eher in Unterzahl. Aber ich mache das, was der Verein von mir verlangt.“

Trotz der zuletzt starken Auftritte könnte die nächste Bitte des Eisbären-Managements allerdings lauten, dass sich Talbot einen neuen Verein sucht. Der Vertrag des mittlerweile 32-Jährigen läuft nach dieser Saison aus. Eine Verlängerung ist fraglich, denn insgesamt geht die Produktivität des Stürmers eben doch zurück. Damit steht er einem Umbruch bei den Eisbären im Weg.

Vertrag des 32-Jährigen läuft aus, seine Zukunft ist ungewiss

Sein Platz im Kader wird für die Weiterentwicklung der Mannschaft gebraucht. Mit dem sieben Jahre jüngeren Louis-Marc Aubry, der vorerst nur bis Saisonende verpflichtet wurde, gäbe es auch schon einen Kandidaten für seine Nachfolge. Am Sonntag war Aubry auf Krücken und mit Schiene am Fuß in der Halle. Der Kanadier wird in dieser Spielzeit wohl nicht mehr auflaufen können, ist aber für die Zukunft ein wichtiger Baustein des neuen Eisbären-Teams.

Ob das auch für Julian Talbot gilt, wird sich erst noch zeigen. Er selbst sagte zu seiner Vertragssituation: „Es gibt mehrere Optionen, aber es ist noch nichts in Stein gemeißelt. Warten wir erst einmal das Play-off ab.“ Schließlich soll der Frühling noch ein bisschen andauern. Neben und auf dem Eis.

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