WM-Quali

#DFB  Schürrle mit Tor-Doppelpack gegen Aserbaidschan

 Deutschlands Jonas Hector (l.) und Torschütze Andre Schürrle jubeln nach dem Treffer zum 4:1
Deutschlands Jonas Hector (l.) und Torschütze Andre Schürrle jubeln nach dem Treffer zum 4:1
Foto: Marius Becker / dpa
Bei Borussia Dortmund zündet André Schürrle noch nicht. In Baku redet Trainer Löw den Weltmeister stark - und wird belohnt.

Symptome der Flucht waren nicht zu erkennen, aber moderate Eile schien dennoch angebracht. Der Bus vor dem Stadion wartete, um die Spieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sehr zeitig nach der Partie zum Flughafen zu bringen. Die schwarz-rot-goldene Reiseplanung sah einen Rückflug noch in der Nacht vor. Um 2 Uhr Ortszeit ging es von Baku aus fünf Flugstunden zurück nach Frankfurt.

Und das alles, um die beschwerliche Reise nicht noch beschwerlicher zu machen. Klingt komisch, ist aber so. Vielleicht, hoffte Verteidiger Benedikt Höwedes, vielleicht „können wir ja ein halbes Auge zu machen“. Falls das auch in den nächsten Tagen noch schwer fallen sollte, dann ist es zumindest nicht das Ergebnis des WM-Qualifikationsspiels in Aserbaidschan, das die deutschen Spieler um den Schlaf bringt. Die Mannschaft von Joachim Löw setzte sich am Ende überlegen mit 4:1 (3:1) durch und feierte im fünften Spiel den fünften Sieg. Des Bundestrainers Vorgabe, bis zum Könföderationenpokal makellos schön zu bleiben, erfüllten seine Männer, allerdings nicht zur vollen Zufriedenheit. „Wir haben unsere Pflichtaufgabe erfüllt“, sagte Löw, „aber die Art und Weise entspricht nicht unseren Ansprüchen.

Zur Startelf gehörte an diesem kühlen Abend etwas überraschend André Schürrle, dem Löw anstelle des zuletzt angeschlagenen Mesut Özil im offensiven Mittelfeld vertraute. Am Tag vor der Partie hatte der Bundestrainer eben jenen Schürrle ausführlich gelobt. Männer, die Außergewöhnliches zu leisten im Stande sind, erfahren schließlich auch in schwereren Zeiten die umfassende Wertschätzung des Bundestrainers. Er lobte dessen Torgefahr und ungebremste Motivation. Fähigkeiten, die der so dekorierte Schürrle eindrucksvoll nachweisen konnte.

Erstes Gegentor seit der Europameisterschaft

Nach etwas fahrigem Beginn der Deutschen besorgte Schürrle die Führung. Jonas Hector hatte den Ball von der linken Seite flach vor das Tor gebracht, wo der 26-Jährige lauerte und vollendete (19. Minute). Erste Chance, erstes Tor. Teutonische Effizienz. Joshua Kimmich, der bei Bayern München in einer ähnlichen Lage steckt wie Schürrle in Dortmund und deswegen ähnlich warme Worte vom Bundestrainer zu hören bekam, scheiterte zwei Minuten später mit seinem Versuch an einem aserbaidschanischen Abwehrbein. Doch in jener Phase mühten sich die Männer in den weißen Hemdchen vergeblich um das angemessene Maß an Souveränität. Zum Teil absurde Fehlpässe führten zu gefährlichen Ballverlusten.

Ein recht unerklärlicher Hochschuss von Jonas Hector wurde so zum Ausgangspunkt des Ausgleichs: Dimitri Nazarov vom Zweitligisten Erzgebirge Aue, größter Star der Gastgeber, ließ Sami Khedira hübsch aussteigen und traf gegen den schuldlosen Bernd Leno, der den Vorzug im Tor vor Marc-André ter Stegen erhalten hatte (31.). Es war für die deutsche Mannschaft das erste Gegentor seit der EM, es beendete die mehr als sieben Spiele währende Serie – und es versetzte der Stimmung im Stadion einen gehörigen Adrenalin-Stoß. Die Folge: aserbaidschanischer Wagemut. Zu viel davon vermutlich. Leichtsinniger Ballverlust in der eigenen Hälfte, Pass Schürrle, dann zog Thomas Müller mit Ball an Torwart Kamran Agayev vorbei und schob den Ball ins leere Tor (36.). Und der kleine Zwischenspurt bis zur Halbzeit beinhaltete noch eine Flanke von Kimmich und einen nachfolgenden Kopfball von Mario Gomez, der sich präzise ins gegnerische Tor senkte (45.). Die Meuterei des Außenseiters war schnell niedergeschlagen.

Deutlich überlegene Klasse des Weltmeisters

Zwar begehrte die Mannschaft von Trainer Robert Prosinecki dann und wann noch gegen das Ergebnis auf, doch die deutlich überlegene Klasse des Weltmeisters zeigte sich nun auch in dessen etwas sichererem Auftreten. Torgelegenheitchen von Schürrle, Müller und Khedira veränderten den Spielstand zunächst nicht mehr. Dann setzte Schürrle den Schlusspunkt und jagte den Ball aus elf Metern ins Tor (81.). „Ich fühle mich bei der Nationalmannschaft einfach pudelwohl“, sagte der Mann des Tages. „Ich bekomme hier viel Vertrauen und freue mich, dass ich das zurückzahlen konnte.“

Leicht verwaltete die deutsche Elf die Führung bis zum Ende gegen einen Gegner, dem Löw zuvor noch „eine unglaubliche Entwicklung“ attestiert hatte. In der Qualifikationsgruppe, die Deutschland anführt, lag Aserbaidschan vor dem Spiel überraschend auf Rang drei. Doch auch in Baku wissen die Menschen, dass dieses Wachstum Zeit braucht. Am Ende feierten sie den Tag, an dem der Weltmeister kam und vorspielte. Eine Viertelstunde vor Schluss schwappte die LaOla durch das Tofiq-Bahramov-Stadion.

Kommentare einblenden
Volleyball

#Volleys  spazieren ins Halbfinale, Aus für die Netzhoppers

Paul Caroll erzielte 17 Punkte für die Berliner
Paul Caroll erzielte 17 Punkte für die Berliner
Foto: Eibner-Pressefoto / picture alliance / Eibner-Presse
Während die BR Volleys souverän das Play-off-Halbfinale erreichen, verpassen die Netzhoppers nach überraschender Führung die Sensation.
Mehr lesen