Eishockey

Die #Eisbären  sind noch im Rennen

Die Eisbären sind noch nicht aus dem Rennen
Die Eisbären sind noch nicht aus dem Rennen
Foto: Soeren Stache / dpa
In der dritten Overtime erzwingen die Berliner ein „Endspiel“ um den Halbfinal-Einzug gegen die Adler Mannheim.

Berlin.  Das Angebot des Tages hatte etwas Endgültiges. Ein Liter Bier für sechs Euro. In den Kneipen der Stadt finden sich solch günstige Offerten heutzutage eher selten. Bei großen Publikumsveranstaltungen schon gar nicht. Alles muss raus am Play-off-Sonntag, so der Eindruck, könnte ja der letzte sein. Das letzte Spiel überhaupt, vielleicht das letzte Heimspiel des EHC Eisbären in dieser Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Es wurde das längste Spiel, das die Eisbären je in Berlin austrugen. Vor zwei Wochen hatten sie in Straubing im Pre-Play-off gerade einen Rekord aufgestellt und mit 103:17 Minuten die bislang längste Partie der Klubgeschichte absolviert - und gewonnen. Diesmal, im Viertelfinale gegen die Adler Mannheim, dauerte das Spiel vor 14.008 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena 100:28 Minuten, gewonnen haben es die Eisbären auch. Marcel Noebels lenkte den Puck in Überzahl zu Beginn der dritten Verlängerung zum 4:3 (3:0, 0:2, 0:1, 0:0, 0:0, 1:0) ins Netz. Damit erreichten die Berliner das siebte und letzte Spiel der „Best of seven“-Serie, das am Dienstag in Mannheim stattfindet (20 Uhr, Sport1 und Telekom.Eishockey).

Wenigstens sind die Getränke preiswert

Ein etwas sonderbarer Nachmittag war das, einer mit einer speziellen Dramaturgie, die reichlich Nervenkitzel beinhaltete. „Alle Leute auf den Tribünen sind auf ihre Kosten gekommen“, sagte EHC-Trainer Uwe Krupp. Die Idee mit dem Getränke-Sonderangebot erwies sich definitiv als Volltreffer, so wurde der lange Eishockey-Tag wenigstens nicht ganz so teuer. „Erleichterung“, sei seine dominierende Emotion gewesen im Moment des Treffers, erzählte Noebels: „Wir haben alles reingeworfen.“

Am Ende, ja. Anfangs auch. Zwischendrin nicht immer. Das machte die Partie zu dem denkwürdigen Ereignis, zu dem sie wurde. Anfangs lief alles für die Berliner, fast zu gut entwickelte sich die Partie. Früh traf Nicholas Petersen zum 1:0. Dankbar erschien es, als die Schiedsrichter auf Penalty entschieden und keine Strafzeit aussprachen. Das Überzahlspiel hatten den Eisbären zuletzt wenig gebracht, den Strafschuss verwandelte Petersen dagegen sehr sicher (3.). Wenig später stand es 2:0, nachdem das Powerplay an diesem Tag auf einmal doch funktionierte. Noebels erhöhte (7.). „Wir hatten anfangs ein bisschen Glück“, fand der Stürmer. Mit zwei Mann mehr auf dem Eis traf Petersen sogar nach zehn Minuten zum 3:0.

Von 3:0 auf 3:3

Davon ließen sich die Berliner überrumpeln. Mannheim sammelte weiter fleißig Strafminuten, die Partie hätten die Eisbären mit weiteren Überzahlsituationen noch deutlicher gestalten können. Doch die nötige Bissigkeit verflog angesichts der klaren Führung. „Ich weiß nicht genau, was das Spiel da verändert hat“, sagte Petersen. Krupps Team schien sich der Sache zu sicher, trat so auf, als müsse es erst einmal keine weiteren Tore erzielen. Leichtfertig wurden tolle Chancen vergeben wie ein Konter von Noebels und Louis-Marc Aubry in Unterzahl (26.).

Das passierte in der Phase, in der die Partie sich zu wenden begann. „Es wäre naiv gewesen zu denken, Mannheim hört nach 20 Minuten auf zu spielen“, so Krupp. Ein paar Strafzeiten handelten sich die Berliner nun auch ein. Den Treffer durch Chad Kolarik, der daraus entstand, machte zwar noch nichts aus (29.). Als Alex Roach, der hernach nicht mehr auf dem Eis gesehen wurde, wie schon zwei Tage zuvor in Mannheim einen Aufbaupass zum Gegner schob, diesmal Matthias Plachta den Aussetzer nutzte und nur zwei Minuten später den Anschlusstreffer erzielte, verloren die Berliner die Souveränität in diesem Spiel. Die Ordnung löste sich auf, die Angriffswellen wogten hin und her. Alles war nun völlig offen.

Auch im zehnten Duell beider Teams gewinnt das Heimteam

Anzusehen war es den Eisbären, dass ihnen das nicht guttat. Sie mühten sich um Kontrolle, doch der Wille der Adler, es nicht auf ein siebtes Spiel ankommen zu lassen, manifestierte sich wesentlich deutlicher. Sie schnürten die Berliner einige Male ein, nur mit Glück konnte der EHC den Vorsprung halten. Eine Strafzeit brauchte den Glücksvorrat schließlich auf, Plachta glich aus (53.). Die Adler hatten sich die Verlängerung verdient.

In der entstand nun wieder ein neues Spiel. Mit Berlinern, die selbstbewusst die Offensive suchten und zwei Pfostentreffer verbuchten sowie Mannheimern, die doch lieber etwas zurückhaltender wurden. „Wir haben gutes Hockey gespielt und waren sehr gut in der Overtime“, sagte Noebels. Die erste Verlängerung in der Serie in der ersten Partie bei den Adlern hatte nur Sekunden gedauert, ehe Matthias Plachta den Treffer zum 4:3 für die Kurpfälzer erzielte. Diesmal war mehr Geduld gefragt, viel mehr. Doch letztlich kam der Faktor des Heimrechts erneut durch. Auch im zehnten Aufeinandertreffen der Eisbären und der Adler in dieser Saison gewann das Heimteam. Wenn die Saison nicht enden soll für die Berliner, dann muss sich das am Dienstagabend in Mannheim unbedingt ändern.

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