2. Liga

#Union  steuert weiter auf den Aufstieg zu

Sebastian Polter (links) erzielt das Tor zum 1:0 gegen St. Paulis Torwart Philipp Heerwagen
Sebastian Polter (links) erzielt das Tor zum 1:0 gegen St. Paulis Torwart Philipp Heerwagen
Foto: imago sportfotodienst / imago/Matthias Koch
Der 1. FC Union hat sich beim FC St. Pauli durchgesetzt und untermauert seine Aufstiegsambitionen.

Es gibt Spiele, die gehen in die Vereinschronik ein, weil sie den ersten Erfolg bei jenem Verein dokumentieren, bei dem noch nie gewonnen wurde. Oder weil diese Partie den fünften Sieg in Folge und die Einstellung eines Klubrekords bedeutete. In allererster Linie war das 2:1 (1:0) des 1. FC Union beim FC St. Pauli – neben den beiden für Statistikfans wichtigen Faktoren – aber eines: die Begegnung, von der man beim Berliner Zweitligisten am Saisonende vielleicht sagen wird, dass sie eine der wichtigsten, vielleicht sogar die wichtigste im Aufstiegsrennen gewesen ist.

Union hat Aufstiegsplatz zwei gefestigt und durch den Fünf-Punkte-Vorsprung auf Hannover (am Sonnabend gegen 1860 München) den Druck auf die Niedersachsen noch einmal erhöht. „Das war ein sehr intensives Spiel, aber wir wussten, dass es nie einfach ist, am Millerntor zu spielen“, sagte Sebastian Polter. Schon gar nicht wenn man als beste Rückrundenmannschaft bei der drittbesten antritt. Aber „wir waren von Anfang an hellwach und haben uns viele Chancen erarbeitet“, so der Stürmer.

Polters Knie und Kreilachs Kopf machen den Unterschied

Ja, es war das erwartete Spitzenspiel, ein Fußballspiel vor 29.546 Zuschauern am Millerntor, das Werbung war für das Bundesliga-Unterhaus. Mit einem FC St. Pauli, der nach dem Pyro-Irrsinn im heimischen Fanblock zunächst ein Feuerwerk auf dem Rasen abbrannte, und einer Union-Elf, die zwar einige Minuten brauchte, um ins Spiel zu kommen, danach aber mit ihrem präziseren Spiel zu überzeugen wusste. „Wir haben fast alles gut umgesetzt, was wir trainiert haben“, sagte Mittelfeldspieler Damir Kreilach: „Normalerweise hätten wir die Partie schon in der ersten Halbzeit entscheiden können.“

Polter hatte Union in Führung gebracht. Irgendwie. Denn nach einer Flanke von Kapitän Felix Kroos und einem Kopfballduell mit Daniel Buballa, der beide Profis orientierungslos zurückließ, fiel der Ball Polter auf das Knie seines rechten Standbeins und von dort ins Tor (19.). Dass Union bis dahin schon Schreckmomente durch Mats Möller Daehli (7.) und Cenk Sahin (7., 17.) zu überstehen hatte – geschenkt. Denn die Köpenicker hatten weitere Chancen durch Simon Hedlund (30., 41.) und Polter (30., 34.), die Hamburgs Torwart Philipp Heerwagen alle entschärfte, sowie Steven Skrzybski (45.) entgegenzusetzen.

Nur 32 Sekunden nach Wiederbeginn musste Torwart Daniel Mesenhöler gegen Jeremy Dudziak eingreifen. Kurz darauf stellte Kreilach die Weichen auf Sieg, indem er einen Flankenlauf von Rechtsverteidiger Christopher Trimmel mit einem Kopfball krönte (48.).

Es ist dem gewachsenen Selbstvertrauen der Hamburger zuzuschreiben, dass sie sich nicht aufgaben. Auch wenn trotz Engagement die Genauigkeit fehlte, sprang noch der Anschlusstreffer durch Aziz Bouhaddouz heraus (83.), der nach einer Flanke von Waldemar Sobota das Kopfballduell gegen Emanuel Pogatetz gewann. „Dass es danach noch einmal brennt, ist klar. Aber wir sind froh, dass wir es über die Zeit gebracht haben“, war Trainer Jens Keller erleichtert. Das Statement von St. Paulis Heerwagen wiederum darf als Ansage an die Mitkonkurrenten um den Aufstieg verstanden wissen: „Das war die beste Mannschaft, gegen die wir gespielt haben. Solche Tore schießt nur eine Aufsteiger.“

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Bundesliga

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Foto: firo Sportphoto / Christopher Ne / picture alliance / augenklick/fi
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