Zweite Bundesliga

#Union  kann gegen Angstgegner Fürth wieder nicht gewinnen

Einschlag: Fürths Dursun besorgt den Ausgleich zum 1:1
Einschlag: Fürths Dursun besorgt den Ausgleich zum 1:1
Foto: Maurizio Gambarini / dpa
Die Mittelfranken bleiben für die Eisernen ein unbequemer Gegner. In der Wuhlheide traf nur Leistner. Fürth glich durch Dursun aus.

Natürlich nahm er beim Jubeln den Daumen in den Mund, eine Geste, die bei Torschützen inzwischen sehr beliebt ist. „Ich widme das Tor meiner Frau und meiner Tochter und freue mich, dass beide wohlauf sind“, sagte Toni Leistner, dessen Frau Josefin erst vor wenigen Tagen die kleine Clara entbunden hat. Zugleich gab sich der Profi des 1. FC Union ganz als Mitglied seines Teams und hielt kurz darauf mit seinen Mitspielern das Trikot mit der Nummer 16 hoch, das er von den Teamkollegen auf der Ersatzbank zugeworfen bekam. Ein Gruß an Stürmer Philipp Hosiner, der wegen seiner halbseitig kollabierten Lunge nur zuschauen konnte.

Die so Bedachten werden sich sicher über die Gesten gefreut haben, über einen Sieg obendrauf ohne Zweifel noch viel mehr. Zumal gegen die SpVgg Greuther Fürth endlich in der Alten Försterei gewonnen werden sollte. Die Negativserie von sechs Heim-Niederlagen in Folge gegen die Franken konnte zwar gestoppt werden, doch mehr als ein 1:1 (0:0) sprang für die Köpenicker nicht heraus.

„Nach diesem Spiel bin ich enttäuschter als letzte Woche. Da ging nichts bei uns“, sagte Unions Trainer Jens Keller mit Rückblick auf das 0:3 in Heidenheim. Am Freitagabend jedoch, gegen Fürth, „haben wir das Spiel klar im Sack gehabt“, so Keller. Doch irgendwie scheint Fürth eine besondere Wirkung auf die Berliner zu haben.

Zwei Veränderungen hatte Keller in seiner Startelf vorgenommen. Leistner ersetzte Fabian Schönheim in der Innenverteidigung, und für den an der Schulter verletzten Dennis Daube spielte Stephan Fürstner im defensiven Mittelfeld. Und Union gab vor der Saisonminuskulisse von 19.228 Zuschauern, darunter gut 400 aus Fürth, Vollgas. Als hätte es nie irgendeine Negativserie gegeben.

Die Köpenicker nutzen beste Chancen nicht

Kroos (3.) und Steven Skrzybski (7.) hatten erste Möglichkeiten. Mit Wucht hielt Union die bislang durch die Saison eher taumelnden Fürther in deren Hälfte, mit Kombinationen kamen sie immer wieder vor das Tor von Sascha Burchert. Zur Freude der Fans und auch des Trainers: Keller applaudierte enthusiastisch an der Seitenlinie nach gelungenen Spielzügen.

Nur ein Tor, das wollte einfach nicht fallen. Allein Skrzybski (40., 43.) hatte Chance um Chance, zudem verzog Roberto Puncec seinen Schuss aus vier Metern völlig (40.). So mussten die Köpenicker noch froh sein, nicht in Rückstand zu geraten (Mathis Bolly/31., Sercan Sararer/36., Khaled Narey/45.).

Zehn Sekunden nach Wiederbeginn dann der Beinahe-Schock für die Gastgeber: Nach einem Missverständnis zwischen Torwart Jakob Busk und Leistner 25 Meter (!) vor dem eigenen Tor drosch Bolly den Ball auf das leere Union-Tor – und hauchzart vorbei. Es war der Auftakt einer Viertelstunde, in der Unions dänischer Keeper gegen Sararer (50.) und Niko Gießelmann (58.) im Blickpunkt stand, weil Fürth die Offensive entdeckt hatte. Bis Leistner den Vorwärtsdrang mit seinem wuchtigen Kopfball stoppte.

Beim Gegentor „kommt dann alles in einer Szene zusammen“, erklärte Fürstner, der Pechvogel in jener 80. Minute. Sein Klärungsversuch am Strafraum trifft Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus am Rücken, von wo der Ball dem gerade eingewechselten Serdar Dursun vor die Füße fällt. Eine kurze Drehung, dann ein Schuss aufs Union-Tor – und von Fürstner abgefälscht segelt das Spielgerät wie eine Bogenlampe über den machtlosen Busk ins Tor. Und Union vergab eine Chance nach der anderen (Kreilach/69., Brandy an den Pfosten/87.).

„Wir wollten den Fans vor Weihnachten ein schönes Geschenk machen“, sagte Fürstner, „leider ist es nur ein Punkt geworden.“ Einer, der sich wie eine Niederlage anfühlt.

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0:3-Niederlage

#Union  chancenlos im Verfolgerduell gegen Heidenheim

Heidenheims Tim Kleindienst (M) trifft zum 1:0
Heidenheims Tim Kleindienst (M) trifft zum 1:0
Foto: Stefan Puchner / dpa
Dämpfer für die Eisernen auf der Ostalb: In Heidenheim erwischte Union einen schwarzen Tag und unterlag klar mit 0:3.
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