Nahverkehr

Berlin  Berliner S-Bahn lässt mehr Züge auf der Ringbahn fahren

Ein Zug der Ringbahn
Ein Zug der Ringbahn
Foto: dpa Picture-Alliance / Schoening Berlin / picture alliance / Arco Images
Ab dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember werden mehr Züge auf dem Ring fahren. Der Fünf-Minuten-Takt wird verlängert.

Sie ist ein Zugpferd, aber auch eines der Sorgenkinder des hauptstädtischen Nahverkehrs: die Ringbahn der Berliner S-Bahn. Seit exakt 15 Jahren fahren über die so bezeichnete Strecke wieder die rot-gelben Züge, auf der Linie S41 dabei im Uhrzeigersinn, auf der S42 genau andersherum. Die Anzeigen vermerken lediglich „Ring“ als Ziel, denn eine Endstation gibt es auf dem 37 Kilometer langen Rundkurs nicht. Doch an 18 der 27 Ringbahnstationen kann auf andere S- und U-Bahnlinien umgestiegen werden. Das bietet keine andere Nahverkehrsverbindung in der Stadt. Entsprechend gut gefüllt sind die Züge, längst nicht nur im Berufsverkehr. Besserung ist nun in Sicht, wenn auch erst zum Jahresende.

Ab dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember werden mehr Züge auf dem Ring fahren, wie ein Bahnsprecher der Berliner Morgenpost bestätigte. Danach wird der Fünf-Minuten-Takt, der in der Hauptverkehrszeit angeboten wird, an allen Werktagen (außer sonnabends) um je eine Stunde verlängert: am Morgen (ab etwa 5.45 Uhr) bis 11 Uhr, am Nachmittag (ab 13.45 Uhr) dann bis 21 Uhr abends. Außerhalb dieser Zeiten fahren die Züge nur alle zehn Minuten.

Züge mit acht Wagen erst 2022 oder 2023

Eine weitere, von Fahrgästen und Verkehrspolitikern immer wieder geforderte Verbesserung wird indes weiter auf sich warten lassen. Derzeit setzt die S-Bahn nur Sechs-Wagen-Züge ein. Mehr Platz würden Züge mit acht Wagen bieten. „Doch dafür fehlen uns einfach die Fahrzeuge“, so der Bahnsprecher. Möglich werde diese Angebotserweiterung erst, wenn die neuen Züge in größerer Zahl einsatzbereit sind. Das werde aber erst 2022 oder 2023 der Fall sein.

Dass es die Ringbahn überhaupt gibt, ist der weitsichtigen Politik der Stadtpolitiker von einst zu verdanken. Vor 150 Jahren konzipierten sie eine Trasse, die alle in die Stadt hinein führenden Eisenbahnstrecken miteinander verbindet. 1877 wurde ein S-Bahn-ähnlicher Verkehr darüber eingerichtet, damals noch mit Abteilwagen und Dampfloks. Seit 1926 ist der Ring elektrifiziert, bis der Mauerbau 1961 auch diese wichtige Bahnverbindung unterbrach. Nach der Wiedervereinigung reaktivierte die Bahn die jahrelang stillgelegten Strecken schrittweise. Mit dem Zusammenkuppeln zweier Züge am Bahnhof Westhafen wurde am 15. Juni 2002 der Ring wieder geschlossen. Inzwischen gibt es auf der Strecke täglich 1100 Zugfahrten auf acht S-Bahnlinien, die die Ringbahn ganz oder auf Teilen befahren. Die Züge transportieren über die Trasse mehr als eine halbe Million Fahrgäste pro Tag.

Genau eine Stunde dauert eine Ringbahnrunde. Allerdings sorgen Störungen an Zügen, Weichen und Signalen, aber auch Eingriffe von außen immer öfter dafür, dass der Plan „durcheinander“ gerät. Die S-Bahn und die Bahntochter DB Netz haben deshalb jüngst ein Investitionsprogramm gestartet, um die Pünktlichkeitsquote der Ringbahnzüge von aktuell 94,2 Prozent spürbar zu verbessern.

Das Piepen beim Türschließen der S-Bahn-Modelle im Vergleich

Das Piepen beim Türschließen der S-Bahn-Modelle im Vergleich
Kommentare einblenden
Streit eskaliert

Berlin  Machtkampf bei der BSR: Verdi droht mit Strafanzeige

BSR-Chefin Tanja Wielgoß
BSR-Chefin Tanja Wielgoß
Foto: Britta Pedersen / picture alliance / ZB
Der Konflikt bei der Berliner Stadtreinigung (BSR) zwischen dem Vorstand und den Arbeitnehmervertretern eskaliert.
Mehr lesen