Unkrautvernichter

#BSR  verzichtet auf umstrittenes Pflanzengift Glyphosat

BSR-Chefin Tanja Wielgoß sitzt am Steuer eines Müllsammelfahrzeugs. Die Flotte soll umweltfreundlicher werden
BSR-Chefin Tanja Wielgoß sitzt am Steuer eines Müllsammelfahrzeugs. Die Flotte soll umweltfreundlicher werden
Foto: Jörg Carstensen / dpa
Die Stadtreinigung will umweltfreundlicher werden und künftig auch weniger Kohlendioxid ausstoßen.

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) will künftig auf das umstrittene Pflanzenvernichtungsmittel Glyphosat verzichten. Das kündigte die BSR am Donnerstag an. Bislang hat sie das Pflanzengift vereinzelt unter strengen Auflagen für die Bekämpfung von Unkraut an Gehwegen verwendet. Der Verzicht auf Glyphosat ist Bestandteil der dritten Klimaschutzvereinbarung des Senates mit der BSR. Andere Ziele der Vereinbarung umfassen die Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes und die schrittweise Umrüstung der Flotte auf umweltfreundliche Fahrzeuge.

Glyphosat wurde im Jahr 2015 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Innerhalb der Europäischen Union ist ein Verbot des Pflanzengifts umstritten. Die Risiken sind jedoch umstritten. Mit der Entscheidung reagiere die BSR auf die Verunsicherung der Berliner Bevölkerung und der Mitarbeiter, erklärte eine BSR-Sprecherin.

Das bedeute aber auch, dass Unkraut künftig per Hand und deshalb nicht mehr so effektiv entfernt werden könne. „Wir werben parallel dazu für mehr Toleranz bei etwas mehr Grün in der Stadt.“ Die Wildkräuter nützen auch Insekten, vor allem Bienen. Bei wenig genutzten Wegen stelle sich außerdem die Frage, warum diese überhaupt gepflastert seien. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz prüfe derzeit, welche Flächen entsiegelt werden könnten, um eine Unkrautentfernung künftig zu vermeiden.

Die BSR setzte bislang das Mittel „Roundup Roto“ ein, das Glyphosat enthält. Die Verwendung erfolgte im Rahmen des sogenannten Rotofix-Verfahrens, bei dem Roundup Roto mit einer speziellen Walze auf das Unkraut aufgestrichen wird – ein Versprühen des Herbizids und damit eine größere Verbreitung – erfolgte nicht. Dieses Verfahren wurde zur Pflanzenvernichtung auf knapp 150 Arbeitskilometern durchgeführt. Insgesamt reinigt die BSR rund 520.000 Kilometer Gehwege pro Jahr.

Die Grünen, die seit Jahren ein Verbot des Mittels fordern, begrüßten den Schritt. „Dass die BSR das hochgiftige Glyphosat nicht mehr in Berlin einsetzen wird, war überfällig“, sagte Fraktionschefin Silke Gebel am Donnerstag. „Die Selbstverpflichtung ist ein wichtiger Erfolg für Umwelt- und Gesundheitsschutz und setzt Maßstäbe für andere Städte.“

Mit der Klimaschutzvereinbarung verpflichtet sich die BSR auch, ihre Flotte auf umweltfreundliche Fahrzeuge umzurüsten. BSR-Chefin Tanja Wielgoß stellte zu diesem Anlass einen E-Lasten-Roller vor, mit dem künftig in Berliner Parks Müll eingesammelt werden soll. Außerdem soll bis 2025 der Kohlendioxidausstoß um weitere 67.000 Tonnen pro Jahr reduziert werden. Das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm sieht vor, dass Berlin in den kommenden Jahrzehnten zu einer klimaneutralen Stadt wird, das heißt, dass weniger Kohlendioxid ausgestoßen wird, als abgebaut werden kann.

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