Kreuzberg

#Kreuzberg  Gentrifizierungsgegner wollen Admiralbrücke vollpinkeln

Die Admiralbrücke im Sommer
Die Admiralbrücke im Sommer
Foto: David Heerde
Die Admiralbrücke ist an Sommerabenden ein beliebter Treffpunkt - zum Leidwesen der Anwohner. Jetzt ist ein unappetitlicher Protest geplant.

UPDATE 20. März 2017: Die bei Facebook angekündigte Aktion hat sich als Fake herausgestellt. Dahinter steckte das Berliner Musiklabel "Beste", die eigentlich eine Party promoten wollten, aber zuwenig Zulauf hatten. Bei einem "Kreativspaziergang" seien die Macher auf die Idee gekommen, die "Pinkelaktion" in das Netz zu stellen, um mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen, erklären sie in einem Facebook-Video. Inzwischen seien alle Hasskommentare gelöscht und die Veranstaltung mit der eigentlichen ersetzt worden - wodurch plötzlich 287 Zusagen bei der Veranstaltung auftauchen...

Die Admiralbrücke in Kreuzberg kennen seit Jahren viele Menschen - sehr viele sogar. An Sommerabenden treffen sich dort vor allem Touristen, um den Sonnenuntergang zu bestaunen, zu feiern, zu trinken und bis in die Nacht hinein Spaß zu haben. Die Anwohner sind genervt, sie haben nämlich meist nur im Winter Ruhe.

Jetzt plant eine Gruppe namens "entellegent", dagegen vorzugehen - mit einem unappetitlichen Protest. Auf Facebook rufen sie für den 20. April dazu auf, die Brücke vollzupinkeln. Wörtlich schreiben sie:

"Kennt ihr den Moment, wenn ihr über die Admiralbrücke lauft, hippe Menschen auf dem Boden sitzen, schlechte Singer-Songwriter (die ihren Vor- und Nachnamen als Künstlernamen benutzen) Gitarre spielen und alle sich darauf feiern, wie "amazing" Berlin ist? Wäre dieser Moment nicht viel schöner, wenn ihr wüsstet, dass am Abend zuvor 200 Menschen, leicht angetrunken, alles vollgepinkelt haben? Wir glauben schon."

Alle seien herzlich willkommen, man sollte vorher viel Bier trinken.

Die Aktion stößt offenbar auf großes Interesse. Bis Sonntagnachmittag haben 234 Facebook-Nutzer zugesagt, 1064 weitere sind interessiert. Die Initiatoren sind jedenfalls ganz begeistert von dem Zuspruch - auch wenn sich viele Nutzer in den Kommentaren von der Aktion distanzieren. In einem Update ruft "entellegent" dazu auf, auch "alles vollzuscheißen". Man werde Abführmittel mitbringen.

Wie gesagt, viele Nutzer sind überhaupt nicht begeistert von der Idee. Eine schreibt: "Ich dachte dass Weltoffenheit so 'amazing' an Berlin sei. Jetzt pinkelt man gehässig dahin, wo Leute frei sitzen, trinken und lachen können und Musiker verschiedenster Genres dazu Musik machen. Ab 22h ist hier Schluss, damit die Anwohner (wir) nicht gestört werden. Durch all das gehen weder die Mieten hoch, noch werden Läden geschlossen. Im Gegenteil, der Spätimann an der Ecke macht wahrscheinlich ein Vermögen, genauso die Cafés und Restaurants in der Umgebung. Entspannt euch mal Leute und hört auf zu haten."

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