Personalmangel

#BVG  will jetzt Rentner als Busfahrer einsetzen

Künftig sollen Renter BVG-Busse fahren
Künftig sollen Renter BVG-Busse fahren
Foto: Robert Schlesinger / dpa
Das Unternehmen prüft, ob bereits in den Ruhestand versetzte Fahrer wieder regulär Linienbusse durch die Stadt steuern dürfen.

Bei der BVG dürfen jetzt auch die Rentner wieder ran. Wie das landeseigene Verkehrsunternehmen bestätigte, werde derzeit arbeitsrechtlich geprüft, ob bereits in den Ruhestand versetzte Fahrerinnen und Fahrer wieder regulär Linienbusse durch die Stadt steuern dürfen. Grundsätzlich sei dies möglich, sagte BVG-Sprecher Markus Falkner. Über die Gründe des möglichen Rentner-Einsatzes gibt es unterschiedliche Ansichten. Während die Gewerkschaft darin einen weiteren Beleg für einen akuten Fahrermangel sieht, will die BVG-Unternehmensführung damit einem vielfach geäußerten Wunsch der altgedienten Kolleginnen und Kollegen nachkommen. Sie würden auf 450-Euro-Basis gern wieder Fahrdienste übernehmen, heißt es.

Zu wenig Nachwuchs

Wie berichtete, hatte Verdi bereits vor gut einer Woche beklagt, dass es zu wenig Nachwuchs für die Busfahrer der BVG gebe. Als Grund für den „dramatischen Fahrermangel“ werden von der Gewerkschaft unter anderem zu niedrige Einstiegsgehälter von 2000 Euro Brutto und die schlechten Arbeitsbedingungen im Unternehmen genannt. Zudem werde im Berliner Straßenverkehr immer aggressiver gefahren, was die Belastung erhöht.

Damals war bekannt geworden, dass die BVG für ihre Busse inzwischen auch Fahrer aus dem Rheinland angeheuert hat. Die Verkehrsbetriebe wiesen den Vorwurf des Fahrermangels jedoch entschieden zurück. Sie verwiesen darauf, dass der Ersatzverkehr aufgrund von Baustellen bei der U-Bahn und der Straßenbahn regelmäßig ausgeschrieben werden. In diesem Fall hätte ein Unternehmen aus dem Kölner Raum sich beworben und auch den Zuschlag bekommen. Die 15 Fahrer werden derzeit im Ersatzverkehr für zwei gesperrte Tram-Linien eingesetzt.

"Sommerliche Spitzen abfedern"

Auch bei den bereits pensionierten Busfahrern werde überlegt, ob diese eingesetzt werden können, „um sommerliche Spitzen beim Ersatzverkehr abzufedern“, so BVG-Sprecher Falkner. Es sei zudem unver­ständlich, warum nun gerade die Gewerk­schaft, die von der BVG vehement Aktivitäten zur Gewinnung weiterer Fahrer fordert, diesen Einsatz aber nun kritisiert. Die Verkehrsbetriebe widersprachen auch Aussagen von Verdi-Gewerkschaftssekretär Jeremy Arndt, wonach in diesem Jahr bereits 88 Mitarbeiter die BVG-Fahrertochter Berlin Transport aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen verlassen hätten.

Laut BVG-Sprecherin Petra Reetz seien es bislang nur 44 Kollegen gewesen, von denen ein Großteil in das Mutterunternehmen BVG gewechselt sei. Zudem sei bei einigen Mitarbeitern der Vertrag nach der Probezeit nicht verlängert worden. „Von sich aus haben nur zwei Fahrer gekündigt“, sagte Reetz.

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