Reinickendorf

#Reinickendorf  In Tegel hat die Markthalle wiedereröffnet

Reinickendorfs Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) im Gespräch mit Investor Harald Huth (rechts)
Reinickendorfs Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) im Gespräch mit Investor Harald Huth (rechts)
Foto: Janine Richter/BM
Investor Harald Huth und Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) sind gekommen. Für die neue Verkaufsfläche gibt es Lob und Kritik.

Adrett gekleidete Damen und eine Swing-Band lockten am Donnerstagvormittag zahlreiche Gäste über den roten Teppich in das ehemalige Hertie-Haus an der Tegeler Gorkistraße. Center-Investor Harald Huth von der HGHI Holding GmbH hatte geladen, um mit Reinickendorfs Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) die provisorische Tegeler Markthalle zu eröffnen – nun offiziell, denn die Händler verkaufen ihre Waren bereits seit dem 16. Februar. Huths Unternehmen hat bereits zahlreiche Einzelhandelsprojekte in Berlin umgesetzt, beispielsweise die „Mall of Berlin“ am Leipziger Platz, „Das Schloss“ an der Steglitzer Schloßstraße sowie die Gropiuspassagen.

"Ich bin positiv überrascht und habe es mir nicht so schön vorgestellt", sagte Balzer. Doch am meisten freue ihn, dass in den ersten Wochen noch mehr Kunden in die Markthalle gefunden hätten, als am alten Standort im Tegel-Center. Viele der 50 Händler sind mit ins Provisorium umgezogen – aber nicht alle sind zufrieden: Birgit Münzberg, die seit 17 Jahren ihren Stand "Spreewald Acker" betreibt, ist zwar glücklich, dass sich die Miete nicht erhöht hat und dass nach dem zweiwöchigen Umzug und Umbau endlich alles funktioniert, aber "es ist dennoch ein bisschen Schickimicki und kleiner hier. Mir fehlt der alte, rustikale Charme", monierte sie.

Zudem seien die Temperaturen in der Halle zu sommerlich. Gamze Özcan, Inhaberin von "Die Saftbar", sorgte sich, weil sie ihre frisch gepressten Säfte und Obstsalate nicht mehr nach draußen verkaufen kann. "Bei mir fallen 50 Prozent des Umsatzes weg", sagte sie. Dennoch waren viele Händler zufrieden und lobten die "helle, freundlich wirkende" Halle.

Auch zahlreiche Reinickendorfer Kunden waren zur Einweihungsfeier gekommen, um ihre geliebte Markthalle zu begutachten. Marlies und Walter Thielebein aus Heiligensee schlendern seit 50 Jahren regelmäßig über den Markt. "Uns fehlen die Fischbraterei und der Bäcker", sagten sie. Da konnte das Center-Management beruhigen, weil noch drei weitere Stände geplant sind – darunter ein Bäcker, ein Blumenladen und ein Café.

Die HGHI will in den nächsten zwei Jahren insgesamt 200 Millionen Euro in die 1972 errichtete Fußgängerzone Gorkistraße investieren. Die Handelsfläche soll auf 50.000 Quadratmeter wachsen. Zunächst werden der Nord- und Südkomplex sowie die Verbindungsbrücke abgerissen und neu gebaut. Die Markthalle zieht dann noch einmal um und wird im Süd-Komplex zur Grußdorfstraße hin angesiedelt. Karstadt wird in einen Neubau einziehen. "Ich hoffe, dass es beim Umbau nicht zu jahrelangen Verzögerungen kommt", sagte Balzer. Doch da beruhigte Investor Huth: "Ich bin zuversichtlich, dass Karstadt Ende 2018 eröffnen wird."

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