Tierpark Berlin

#TierparkBerlin  Tod von Eisbär Fritz berührt Menschen auf der ganzen Welt

Ein Fritz-Fan aus Singapur hat zum Tod des kleinen Eisbären eine Zeichnung geschickt
Ein Fritz-Fan aus Singapur hat zum Tod des kleinen Eisbären eine Zeichnung geschickt
Foto: Xiao Yan
Sogar aus Singapur schreibt ein Fan zum Tod des kleinen Eisbären. Die Anzeichen für eine Infektion verdichten sich.

Am Zaun vor dem Eisbärengehege im Tierpark Friedrichsfelde steht am Mittwochmorgen eine Grabkerze, Blümchen wurden angebunden. Fritz ist tot – diese Nachricht hat sich bis an das andere Ende der Welt verbreitet.

Sogar aus Singapur hat Eisbären-Kurator Florian Sicks eine E-Mail und eine Zeichnung erhalten. „Wie viele andere habe ich die Entwicklung von Fritz von seiner Geburt an mitverfolgt“, schreibt die Frau.

„Ich hatte so gehofft, ihn zu sehen, wenn ich dieses Jahr nach Berlin komme.“ Es sei so schön gewesen – bei all den schlechten Dingen, die auf der Welt geschehen – zu sehen, wie sich die Menschen an einem kleinen Bärenbaby erfreuen konnten und wie dieser Eisbär die Menschen zusammengebracht hat.

Ruhe in Frieden, kleiner Eisbär Fritz

Fritz aus dem Tierpark Berlin ist tot. Der kleine Eisbär wurde nur vier Monate alt.
Ruhe in Frieden, kleiner Eisbär Fritz

„Ich bin so traurig, und es tut mir so leid"

Post kommt auch aus Berlin. Eine Elfjährige schreibt: „Ich bin so traurig, und es tut mir so leid. Ich hatte mich wirklich so gefreut, ihn kennenzulernen.“ Etliche E-Mails sind an diesem Mittwoch zum plötzlichen Tod von Eisbär Fritz im Tierpark eingegangen, rührende, traurige, viele von Kindern.

Aber auch Schreiben, in denen über die Todesursache von Fritz spekuliert wird. So wird zum Beispiel die Vermutung aufgestellt, dass es einen Zusammenhang zwischen den Baumstümpfen in der Wurfhöhle und dem Tod des vier Monate alten Bären gegeben haben könnte. Fritz sollte an dem aufgestapelten Holz seine Muskeln trainieren, hat aber lieber daran geknabbert.

„Das ist höchst unwahrscheinlich“, sagt Kurator Florian Sicks zu dieser Behauptung. Der Baum stamme aus dem Tierpark, er sei auf dem Gelände gefällt worden. Daher könne es ausgeschlossen werden, dass das Holz kontaminiert gewesen sei. Auch die These, dass es am Futter gelegen haben könnte, weist er zurück. Das Futter würde nicht so einen akuten Leberschaden hervorrufen.

Todesursache noch nicht abschließend geklärt

„Alle Anzeichen deuten auf eine Infektion hin“, sagt Sicks. Am Montagnachmittag sei Fritz noch einmal Blut abgenommen worden, die Ergebnisse hätten am Dienstagmorgen noch einmal stark veränderte Werte gezeigt, die für eine Infektion sprächen. Doch was die Infektion hervorgerufen haben könnte, müsse jetzt noch herausgefunden werden. Dazu werden Gewebeproben entnommen und Kulturen angezüchtet. Deshalb dauert es auch einige Zeit, bis Ergebnisse vorliegen.

Für Eisbärenmutter Tonja ist die Situation nicht einfach. Sie brüllt zwar nicht mehr nach ihrem Jungen, „aber sie läuft extrem viel hin und her“, sagt Sicks. Vergessen habe sie ihr Baby bestimmt noch nicht. Dennoch komme es auch in der Natur nicht selten vor, dass Jungtiere in den ersten zwei Jahren sterben, zum Beispiel wenn die Mutter nicht genug Futter findet oder der Nachwuchs gefressen wird. Daher werde Tonja mit dem Verlust klarkommen. Sobald alle Untersuchungsergebnisse vorliegen, soll Wolodja aus dem Zoo wieder in den Tierpark zu Tonja zurück.

Und vielleicht verstehen sich die beiden wieder so gut, dass es noch in diesem Jahr im November wieder Nachwuchs gibt. „Theoretisch ist das möglich“, sagt Florian Sicks.

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