Einreiseverbot

25.000 Berliner dürfen nicht mehr in die #USA  reisen

Ein Demonstrant steht am JFK-Airport der Polizei gegenüber
Ein Demonstrant steht am JFK-Airport der Polizei gegenüber
Foto: Craig Ruttle / dpa
Rund 25.000 Berlinerinnen und Berliner sind von dem als „Muslim Ban“ bezeichneten Einreiseverbot der USA betroffen.

Mariam Lau hat Amerikanistik studiert und viele Jahre in New York gelebt. Im Sommer wollte die Hauptstadtkorrespondentin der Wochenzeitung „Die Zeit“ mit ihrer Tochter erneut in die heimliche Hauptstadt der USA fliegen. Später vielleicht noch beruflich und auch zur Bat-Mizwa der Tochter eines Bekannten, der dort lebt. Doch daraus wird wohl nichts. Denn Mariam Lau hat neben der deutschen auch die iranische Staatsangehörigkeit – und darf nach dem Dekret von US-Präsident Donald Trump daher vorerst nicht in die USA einreisen. „Das ist ein Schlag ins Gesicht“, sagt Lau.

Mariam Lau ist eine von rund 25.000 Berlinerinnen und Berlinern, die von dem auch als „Muslim Ban“ bezeichneten Einreiseverbot betroffen sind. Viele leben seit Jahrzehnten in Deutschland. Doch weil sie oder ihre Eltern aus einem Land stammen, dessen Einwohner der Präsident der USA für gefährlich hält, sind sie dort unerwünscht.

„Wird wohl nichts mit USA-Reise wegen meiner (Zwangs-) doppelten Staatsbürgerschaft. Es sei denn, (ich) gebe Christentum als Religion an“, schreibt der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime, Aiman Mazyek, der deutscher und syrischer Staatsbürger ist. „Diskriminierung per Dekret“, twittert die aus Talkshows und als Buchautorin bekannte Islam-Lehrerin Lamya Kaddor, die als Deutsch-Syrerin ebenfalls nicht in die USA darf.

Die Islamismus-Expertin Claudia Dantschke der Beratungsstelle Hayat vom Berliner Zentrum Demokratische Kultur kritisiert das Einreiseverbot auch aus einem anderen Grund: „Damit wird die Propaganda des ‚Islamischen Staates‘ (IS) scheinbar bestätigt, dass es dem Westen nicht um einen Kampf gegen Terror, sondern um einen Kampf gegen den Islam und die Muslime gehen würde“, sagt Dantschke. Die propagierte Teilung der Welt in Muslime und Nichtmuslime habe durch Trump eine scheinbare Bestätigung erfahren. „Dagegen kann man bei Jugendlichen, die am Anfang einer Radikalisierung stehen, schwer argumentieren“, sagt Dantschke.

Mariam Lau ringt noch immer nach Worten. Das Einreiseverbot sei „unamerikanisch“. Sie habe die USA als „großzügig und offenherzig“ erlebt. „Ich bin einfach nur entsetzt“, sagt Lau.

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