Gesundheit

#Gesundheit  Immer weniger Berliner melden sich krank

Insgesamt sank der Krankenstand in ganz Deutschland außer in Sachsen-Anhalt
Insgesamt sank der Krankenstand in ganz Deutschland außer in Sachsen-Anhalt
Foto: picture-alliance / chromorange
Laut einer Studie gibt es derzeit den bundesweit stärksten Rückgang der Fehlzeiten im Job. Häufigste Beschwerden sind Rückenschmerzen.

Berlins Arbeitnehmer fehlen seltener bei der Arbeit. Laut einer Studie der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK), die sich auf die Daten ihrer mehr als 100.000 erwerbstätigen Versicherten stützt, lag der Krankenstand im vergangenen Jahr bei 4,1 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte niedriger als 2015. Dies ist der stärkste Rückgang aller Bundesländer. Der Krankenstand im Vorjahr war mit 4,4 Prozent so hoch wie seit Mitte der 90er-Jahre nicht mehr. Die Hauptstadt liegt dennoch über dem Bundesdurchschnitt von 3,9 Prozent.

Als Grund für den niedrigen Krankenstand nennt die DAK den „erheblichen Rückgang“ der Fehltage um sechs Prozent. So sei die Grippewelle im letzten Jahr nicht so stark gewesen wie zuvor. Zudem ging die Zahl der Krankschreibungen aufgrund von psychischen Erkrankungen, die in den Jahren zuvor konstant angestiegen war, sogar um acht Prozent zurück. Sie verursachten 273 Fehltage je 100 erwerbstätige Versicherte.

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Vor allem Frauen sind laut DAK betroffen. Insgesamt waren Burn-out oder Depressionen die zweithäufigste Ursache für Krankmeldungen. Nur wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen und Rückenschmerzen (311 Fehltage je 100 erwerbstätige Versicherte) blieben die Berliner öfter zu Hause. Hier gingen die Fehltage um sechs Prozent zurück. Auf Platz drei liegen Erkrankungen der Atemwege.

Insgesamt sank der Krankenstand in ganz Deutschland außer in Sachsen-Anhalt, wo er bei 5,1 Prozent stagniert. Das Bundesland löste damit Brandenburg als Land mit den meisten Fehltagen ab. Wie schon 2015 fehlen Beschäftige im Osten (Krankenstand 4,9 Prozent) häufiger als im Westen (3,8 Prozent). Im Osten wurden demnach 28 Prozent mehr Ausfalltage dokumentiert als im Westen.

Die Senatsgesundheitsverwaltung wollte die Studie am Freitag nicht kommentieren. Die Daten seien nicht in der Verwaltung erhoben und ausgewertet worden, sagte ein Sprecher. Die vorliegenden Informationen erlaubten keine Rückschlüsse, ob der Rückgang der Krankheitstage auf eine gesündere Lebensweise der Berliner zurückzuführen sei oder auf eine Scheu, sich aus Sorge um den Arbeitsplatz krankzumelden.

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Florian Kluckert, Gesundheits­experte der FDP im Abgeordnetenhaus, ist hingegen überzeugt, dass die Gesundheit vieler Berliner stabiler geworden ist. So würden die Präventionsprogramme der Krankenkassen gut angenommen, etwa die Kostenbeteiligung für den Besuch eines Fitnessstudios. In Berlin achteten auch immer mehr Menschen darauf, sich gesund zu ernähren und aktiv zu sein, sagte Kluckert. Gegen die Vermutung, Beschäftigte meldeten sich aus Angst vor Jobverlust nicht krank, spreche auch die gute Lage am Arbeitsmarkt, so der FDP-Politiker.

Um den Krankenstand weiter zu senken, müsse die betriebliche Gesundheitsförderung ausgebaut werden, sagte Catherina Pieroth-Manelli, Gesundheitsexpertin der Grünen-Fraktion. Die Regierungskoalition habe beschlossen, dies im öffentlichen Dienst Berlins voranzutreiben.

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