Flüchtlinge

#Flüchtlinge  Berliner Senat macht weitere Turnhallen frei

Notunterkunft für Flüchtlinge in einer Turnhalle
Notunterkunft für Flüchtlinge in einer Turnhalle
Foto: ullstein bild
Vier Sporthallen sollen bis Ende Januar frei werden. 300 Asylbewerber aus Steglitz-Zehlendorf ziehen dann in einen ersten Modulbau.

Die Senatssozialverwaltung will Ende dieses Monats weitere vier Sporthallen freiziehen und die dort eingerichteten Flüchtlingsunterkünfte auflösen. Betroffen sind die Notunterkünfte an der Wedell-, Lessing- und Lauenburger Straße sowie am Hüttenweg, alle in Steglitz-Zehlendorf. Die dort noch untergebrachten rund 300 Menschen ziehen nach Marzahn, an die Wittenberger Straße. Diese Gemeinschaftsunterkunft wurde in Modulbauweise aus Fertigteilen (MUF) unter Regie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gebaut und ist das erste MUF, das bezogen werden kann. Die Schlüsselübergabe an das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) ist in der kommenden Woche vorgesehen, dann wird die Unterkunft mit der Erstausstattung eingerichtet. Der Umzug ist für die Winterferienwoche geplant und soll am 30. Januar beginnen.

Die Sozialverwaltung bedauert, dass die Flüchtlinge nicht im selben Bezirk untergebracht werden können. Dies werde wegen der sozialen Beziehungen, insbesondere bei Schulkindern, stets angestrebt. Allerdings stünden in Steglitz-Zehlendorf keine freien Plätze in Gemeinschaftsunterkünften zur Verfügung, sagte Verwaltungssprecherin Regina Kneiding der Berliner Morgenpost. Mit dem Umzug in das fertiggestellte MUF an der Wittenberger Straße erwarte die Geflüchteten allerdings „eine qualitativ hochwertige und gut ausgestattete Einrichtung“. Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf bereite sich intensiv auf die Aufnahme der Schulkinder vor. Diese Kinder könnten auch an ihrem neuen Wohnort zusammenbleiben. Dies sei dem Landesamt wichtig gewesen.

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Noch 16 Sporthallen mit 1400 Menschen belegt

Derzeit sind noch 16 Sporthallen mit Notunterkünften belegt, dort leben 1400 Flüchtlinge. Im Dezember wurden zehn Turnhallen freigezogen, nach Angaben der Verwaltung konnten rund 850 Menschen umziehen. Allerdings wurden nicht alle in besser ausgestatteten Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, einige mussten mit einem Platz in einer anderen Notunterkunft vorliebnehmen. Ziel des Senats ist es, alle noch belegten Turnhallen bis Ende März freizuziehen. Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) hat das zu einem ersten Schwerpunkt ihrer Arbeit gemacht und im Schulterschluss mit Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) dabei ordentlich Tempo vorgelegt.

Damit Notunterkünfte in Sporthallen aufgegeben werden können, müssen Plätze in anderen Heimen zur Verfügung stehen. Sie sollen vor allem in den Modularbauten sowie in Containerquartieren, sogenannten Tempohomes, geschaffen werden. Die Chancen stehen gut, dass im Februar und März die restlichen zwölf Hallen freigezogen und die dann noch verbliebenen 1100 Menschen umziehen können.

Ein weiterer Modularbau ist an der Bernauer Straße in Reinickendorf bezugsfertig. Er wurde vom städtischen Wohnungsbauunternehmen Gewobag errichtet und bietet Platz für 224 Flüchtlinge. Baubeginn war im Mai 2016, im Dezember konnte die Gewobag die Fertigstellung melden. Allerdings, so eine Unternehmenssprecherin, sei der Mietvertrag mit dem LAF noch nicht unterzeichnet, das Landesamt habe auch noch keinen Betreiber bestimmt.

Das nächste Containerdorf für mehr als 500 Flüchtlinge soll auf den Buckower Feldern an der Gerlinger Straße (Neukölln) in Betrieb gehen. Es wurde bereits Anfang dieses Jahres von der für den Bau zuständigen Berliner Immobilien-Management-GmbH (BIM) an das LAF übergeben, ein Eröffnungstermin steht aber nach Angaben der Sozialverwaltung noch nicht fest. Das wegen Schäden an der Elektroanlage derzeit nur teilweise nutzbare Tempohome an der Zossener Straße in Hellersdorf soll in den kommenden Wochen saniert sein, sodass dann wieder die gesamte Kapazität ausgeschöpft werden kann. In der zweiten Februarhälfte will die BIM zwei weitere Containerquartiere mit jeweils rund 280 Plätzen am Oberhafen in Spandau und der Dingolfinger Straße in Marzahn fertigstellen.

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