Einbruch in Schöneberg

Einbruch im #KaDeWe  - Juwelier setzt 50.000 Euro Belohnung aus

Das Bild einer Überwachungskamera zeigt einen der Täter mit einer Axt in der Hand
Das Bild einer Überwachungskamera zeigt einen der Täter mit einer Axt in der Hand
Nach dem Überfall auf einen Juwelier im Kaufhaus des Westens hat eine Versicherung 50.000 Euro Belohnung für Hinweise auf die Täter ausgesetzt.

Zwei Tage nach dem Einbruch in das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) in Schöneberg hat die Versicherung des betroffenen Juweliers Christ eine Belohnung in Höhe von 50.000 Euro ausgesetzt. Gesucht sind Hinweise, die zur Ergreifung der Täter oder des Auffindens der Beute führen. Sie bestand nach Angaben einer Unternehmenssprecherin hauptsächlich aus Uhren der Luxusmarke Breitling. „Wir sichern Hinweisgebern absolute Anonymität zu“, betonte die Sprecherin am Montag gegenüber der Berliner Morgenpost.

Zeitgleich veröffentlichte die Versicherung auch Bilder aus einer Überwachungskamera. Sie zeigen eine maskierte und mit einer schwarze Kapuzenjacke und Bluejeans bekleidete Person, die mit einer Axt eine der Vitrinen zertrümmert, in denen Schmuckstücke hinter Glas präsentiert wurden. Eine vergleichbare Öffentlichkeitsfahndung der Polizei gibt es bisher nicht. „Wir haben das Material auch der Polizei zur Verfügung gestellt“, ergänzte die Versicherungssprecherin.

Die Polizei teilte auf Nachfrage mit, dass im Moment noch geprüft werde, ob man auch von Seiten der Polizei öffentlich fahnden solle. Zum einen sei die Auswertung des Videomaterials noch im Gange. Zum anderen sei auch die Auswertung der Spuren – beispielsweise zum sichergestellten mutmaßlichen Fluchtauto – noch nicht abgeschlossen, hieß es am Montag aus Ermittlerkreisen.

Wie diese Zeitung außerdem erfuhr, hatten die Kriminellen um 6.59 Uhr am seitlichen Eingang an der Ansbacher Straße gewaltsam ein Rollgitter überwunden. Um 7.01 Uhr ging die erste Alarmierung bei der Polizei ein. Als die erste Funkstreife um 7.05 Uhr am betroffenen Eingang eintraf, hatten die Täter das Kaufhaus bereits wieder verlassen. Die Einbrecher hatten in kürzester Zeit im Erdgeschoss mehrere Vitrinen eingeschlagen und wertvolle Beute zusammengerafft.

Die Vorgehensweise ähnelt damit sehr dem KaDeWe-Raub kurz vor Weihnachten 2014. Damals hatten die Täter gerade mal 79 Sekunden benötigt, um in dem geöffneten, gut besuchten Kaufhaus wertvollen Schmuck, Juwelen und Uhren zu erbeuten. Einer der Täter hatte seinen Komplizen den Rückzug gesichert, indem er anwesende Angestellte und Kunden mit Reizgas besprühte. Rettungskräfte der Feuerwehr hatten seinerzeit nach dem Coup 13 Personen mit Reizungen der Augen und Atemwege behandeln müssen.

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Im aktuellen Fall schlugen die Einbrecher dagegen zweieinhalb Stunden vor der Geschäftsöffnung zu. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich bereits etliche Angestellte in dem Gebäude am Wittenbergplatz auf. Vor allem jedoch fünf Stockwerke über den Räubern, im sechsten Obergeschoss, wo sich die beliebte „Feinschmeckeretage“ befindet. Daneben waren auch mehrere Reinigungskräfte im Haus aktiv.

Es gelang den mindestens zwei Einbrechern aber, ohne Kontakt zu Personen, mit den Beutestücken zum bereitstehenden Fluchtwagen zu gelangen. Den steuerten die Täter nach ersten Erkenntnissen vom Wittenbergplatz aus in östliche Richtung zur Urania. Als die Polizei den Seiteneingang absperrte, um dort später durch Kriminaltechniker Spuren sichern zu lassen, fehlte von den Einbrechern zunächst jede Spur. Bis zum Montag war erst ein Hinweis zur Tat bei der Polizei eingegangen, der geprüft werde.

Fluchtauto angezündet, um Spuren zu beseitigen

Der Fundort des später entdeckten Mercedes lässt darauf schließen, dass die Kriminellen über die Martin-Luther-Straße in südliche Richtung gefahren sein dürften. Gegen 7.30 Uhr wurde in der Wendlandzeile ein brennender Mercedes entdeckt. Bei der Straße handelt es sich um eine Sackgasse in einem Wohngebiet nahe dem Schöneberger Autobahndreieck (A100/A103), die nur vom Vorarlberger Damm aus zu erreichen ist. Derzeit ist nicht abschließend geklärt, dass es sich bei dem Mercedes um den Fluchtwagen handelt, so die Polizei. Die Wahrscheinlichkeit dafür sei indes hoch. Das Anzünden von Tatfahrzeugen zum Vernichten von Spuren sei bei solchen Straftaten eher die Regel als die Ausnahme.

Zeugen werden gebeten, sich telefonisch bei der Versicherung unter der Hotline 0162-98 66 675 zu melden oder eine Mail zu schreiben an: versicherung-belohnung@web.de.

Überfall auf KaDeWe: Täter flüchten mit Beute

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Blick von oben auf den abgesperrten Tatort
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Foto: Reto Klar
Die unbekannten Täter waren am Sonnabend ins Erdgeschoss des Luxus-Kaufhauses eingedrungen.
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