Prozess-Auftakt

Nach Rolex-Raub am #Kudamm  : Mitarbeiter als Komplizen?

Blick am 06.06.2016 auf das Schaufenster eines Geschäfts für Luxus-Uhren am Kurfürstendamm in Berlin. In dem Geschäft wurden in der Nacht mehrere hundert Uhren und Geld gestohlen
Blick am 06.06.2016 auf das Schaufenster eines Geschäfts für Luxus-Uhren am Kurfürstendamm in Berlin. In dem Geschäft wurden in der Nacht mehrere hundert Uhren und Geld gestohlen
Foto: Paul Zinken / dpa
Fünf Monate nach dem spektakulären Einbruch in ein Berliner Luxusuhren-Geschäft stehen zwei ehemalige Mitarbeiter vor Gericht.

Am Montag hat der Prozess gegen zwei ehemalige Mitarbeiter eines Uhren-Geschäfts am Kurfürstendamm begonnen. Sie werden verdächtigt, Komplizen bei einem Einbruch in die Luxus-Boutique am Kurfürstendamm vor fünf Monaten gewesen zu sein.

Dabei erbeuteten die Einbrecher Luxusuhren im Verkaufswert von acht Millionen Euro. Insgesamt wurden 433 Uhren sowie Bargeld in Höhe von 135.000 Euro gestohlen.

Sie sollen die Tat gemeinsam mit fünf mutmaßlichen Komplizen vereinbart und zudem Schlüssel weitergegeben haben. Ob sich die Angeklagten – eine 28-jährige leitende Mitarbeiterin und ein 23-jähriger Verkäufer – äußern werden, blieb zu Prozessbeginn am Montag zunächst offen.

Vier maskierte Einbrecher hatten sich laut Anklage in der Nacht zum 6. Juni über einen „Hausmädcheneingang“ Zugang zu dem Uhren-Geschäft im Stadtteil Charlottenburg verschafft. Mit Spezialwerkzeug sollen die Täter mehrere Türen aufgehebelt haben.

Zudem hätten sie von den beiden Angeklagten Schlüssel erhalten. „Im Geschäft besprühten sie die Überwachungskameras mit roter Farbe“, heißt es in der Anklage.

Die Täter hätten dann den Stahlschrank geplündert. Diesen hätten die beiden Angeklagten am Vortag „vereinbarungsgemäß nicht verschlossen“.

Erster Ermittlungserfolg nach Rolex-Raub am Kudamm

Ein Zeuge sagte, mehrere Männer hätten in der fraglichen Nacht zwei schwere Säcke aus dem Geschäft getragen. Im Fluchtwagen habe noch ein fünfter Komplize gesessen.

Ein weiterer Zeuge erklärte, als er die Verdächtigen ansprach, habe einer der Männer mit einem Messerangriff gedroht. „Dann sind sie mit quietschenden Reifen weg.“

Die mutmaßlichen Einbrecher sind noch unbekannt. Von der Beute fehle bis heute jede Spur, hieß es am Rande des Prozesses. Die beiden damaligen Boutique-Mitarbeiter wurden 18 Tage nach dem Millionen-Coup verhaftet.

Videoaufzeichnungen vom Vortag sollen eine Handbewegung zeigen, die auf ein absichtliches Nicht-Verschließen des Tresors deuten. Gegenüber der Polizei sollen die Angeklagten angegeben haben, sie hätten keine Erklärung für den Einbruch. Der Prozess wird am 17. November fortgesetzt.

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