Berlin City West

Karstadt am #Kudamm  "Wir Mitarbeiter sind schwer enttäuscht!!!!"

Die Karstadt-Filiale am Kudamm
Die Karstadt-Filiale am Kudamm
Mitarbeitern der Karstadt-Filiale am Berliner Kurfürstendamm droht die Kündigung. Jetzt schrieben sie einen Wutbrief.

Die Karstadt-Filiale am Kurfürstendamm steht vor radikalen Job-Kürzungen: Das Unternehmen will offenbar 193 Mitarbeitern kündigen. Dies wurde laut Gewerkschaft Verdi auf einer Mitarbeiterversammlung mitgeteilt. Diese Zahl kursiert auch in einem Offenen Brief der Kudamm-Belegschaft.

Hintergrund sind die geplanten Umbauarbeiten des Hauses in der City West. Die Karstadt-Filiale soll als Ankermieter eines neuen Einkauf-Centers am jetzigen Standort mehr Kunden bedienen als zuvor. Karstadt erwartet durch den Umbau eine erhebliche Frequenzsteigerung. Das neue Gebäude werde allen Anforderungen eines modernen Warenhauses gerecht werden, so der Konzern in einer Mitteilung im Februar.

Während der Neubauphase wird die Filiale ab März 2017 geschlossen. Ursprünglich war vorgesehen, für die Mitarbeiter gemeinsam mit dem Betriebsrat sozialverträgliche Lösungen für die Zeit des Umbaus anzustreben. So sei die Beschäftigung in einer anderen Filiale denkbar, eine Wiedereinstellung in der neuen Filiale am Kudamm werde angestrebt.

Nach bislang ergebnislosen Verhandlungen zwischen Verdi und Karstadt über Sozialpläne soll nun eine unabhängige Einigungsstelle angerufen werden, die über den Konflikt entscheiden soll. Dies ist laut Verdi erst für das Frühjahr 2017 geplant. "Derzeit ist alles in der Schwebe. Wir müssen erst einmal abwarten", sagte Verdi-Pressesprecher Andreas Splanemann der Morgenpost am Montagvormittag.

In dem Offenen Brief heißt es weiter: "Wir Mitarbeiter haben durch unsere engagierte Arbeit und jahrelangen Lohnverzicht geholfen, Karstadt aus dem Keller zu holen und auf Erfolgskurs zu bringen. Wir, die Belegschaft, sind das Fundament und die Säulen von Karstadt vom Kurfürstendamm." Und weiter: "Wir fühlen uns von Ihnen verkauft, verraten und auf das Billigste abgeschrieben!!!!!!!" Zudem: "Auch die Kampagne 'Mama ist die Beste' fühlt sich an wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht. Auch hier an diesem Standort arbeiten viele Mütter, Väter und Großeltern."

Auf Anfrage der Berliner Morgenpost teilte Karstadt mit: Ob und in welchem Umfang betriebsbedingte Kündigungen aufgrund der Umbaupläne erforderlich würden, sei wegen der veränderten Zeitplanung und der noch nicht abgeschlossenen Verhandlungen mit dem Betriebsrat offen. „Mitarbeiter können sich selbstverständlich sowohl für die künftig neue Filiale in Tegel bewerben, als auch auf freie Stellen in anderen Karstadt-Filialen in Berlin und dem Umland“, sagte die Sprecherin.

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