Großeinsatz in Berlin

#Blaulicht  Berliner Polizei kontrolliert Dutzende Autos am #Kudamm 

Seit im Februar ein Mann totgerast wurde, hat die Polizei Hunderte Autos stillgelegt. 62 illegale Autorennen fanden seither statt.

Die Berliner Polizei erhöht den Kontrolldruck auf Fahrer hochmotorisierter Autos auf dem Kurfürstendamm, die immer wieder mit überhöhter Geschwindigkeit und heulenden Motoren auf dem Boulevard hin und her fahren, um Aufmerksamkeit zu erregen. Am Freitag gab es eine erneute Kontrolle, 20 Beamte hatten sich zwischen Knesebeck- und Uhlandstraße positioniert, in Höhe der Kudamm-Bühnen. Video: 20 Polizisten kontrollieren Autos am Kurfürstendamm

Seit dem durch zwei Raser verursachten Tod eines unbeteiligten Autofahrers am 1. Februar dieses Jahres überprüfen Einsatzkräfte der Verkehrspolizei regelmäßig hochgetunte Autos auf dem Kudamm.

Seither wurden dort nach Angaben von Polizeihauptkommissar Oliver Woitzik 5500 Pkw und Motorräder bei 480 Kontrolleinsätzen herausgewunken, fast 2500 Ordnungswidrigkeiten wurden geahndet. „Bei 540 Fahrzeugen haben wir Mängel wegen baulicher Veränderungen festgestellt. Fast die Hälfte davon war so gravierend, dass die Autos zur Erstellung eines Gutachtens sichergestellt werden mussten“, sagte Woitzik am Freitag.

Jeder an Autorennen Beteiligte musste mindestens 400 Euro Buße zahlen

Für die Fahrzeugbesitzer ziehe dies, neben dem zeitweiligen Nutzungsausfall, Kosten in Höhe von mindestens 600 Euro nach sich, so der Hauptkommissar. Die Polizei hatte dabei immer wieder Wagen der Marken Mercedes, Maserati, BMW, Audi oder Lamborghini aus dem Verkehr gezogen, wenn diese durch nicht genehmigungsfähige Umbauten keine gültige Betriebserlaubnis mehr besaßen.

Für noch wichtiger hält der Hauptkommissar indes die Tatsache, dass in den achteinhalb Monaten nach dem tödlichen Raserunfall schon 62 illegale Autorennen erfasst wurden. Jeder der daran beteiligten Fahrer erhielt eine Mindestbuße in Höhe von 400 Euro, zwei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderdatei sowie einen Monat Fahrverbot. „Mir sind aber auch durch die Bußgeldstelle etliche Fälle bekannt, bei denen die Strafen im vierstelligen Euro-Bereich lagen“, betonte Oliver Woitzik.

Schwerpunkt liegt auch auf illegalen Auspuffanlagen

Ein weiterer Schwerpunkt der Kontrollen war auch die Vermeidung des „Stressfaktors Lärm“. Deshalb wurden die Auspuffanlagen der Wagen und Motorräder auf den Lärmpegel getestet, den sie produzieren.

Der 45 Jahre alte Autofahrer Matty J. hatte dabei Glück. Der Lärmpegel seines PS-starken BMW lag beim Test am Nachmittag noch unterhalb des Grenzwertes, der von Modell zu Modell differiert. Minuten zuvor war ein Motorradfahrer wegen einer nicht eingetragenen Auspuffanlage ermahnt worden. Innerhalb von zwei Wochen muss er die Eintragung vorweisen, dann kommt er ohne Geldbuße davon.

Ein Porschefahrer zeigte sich genervt von der Überprüfung. „Kaum ein Tag ohne Kontrolle. Andauernd werde ich hier herausgewunken“, sagte der 23-Jährige, der im Verdacht stand, mit unzulässigen Felgen gefahren zu sein.

Er gab aber zu, dass er verstehe, wenn die Polizei gegen unverantwortliche Raser vorgehe. Mehrere der „Profilierungsfahrer“ wurden an diesem Tag ausdrücklich ermahnt, sich an die Verkehrsregeln zu halten. Zu einer Sicherstellung kam es bei der Aktion nicht. Die erneute Überwachungsaktion der Polizei dauerte bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch an.

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Verkehr in Berlin

#Verkehr  Nächtliche Sperrungen auf A113 wegen Wartungsarbeiten

Auf der A113 werden über Nacht mehrere Bereiche gesperrt (Archivbild)
Auf der A113 werden über Nacht mehrere Bereiche gesperrt (Archivbild)
Foto: Michael Gottschalk / ddp images/Michael Gottschalk
Aufgrund von Sanierungs- und Wartungsarbeiten werden in den kommenden Tagen abends bis frühmorgens Bereiche der A113 gesperrt.
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