KaDeWe

Starfotograf Rankin porträtiert 50 Berliner im #KaDeWe 

Diane und Dominique lassen sich im KaDeWe fotografieren.
Diane und Dominique lassen sich im KaDeWe fotografieren.
Foto: Rankin
Starfotograf Rankin war am Sonnabend im Kaufhaus des Westens zu Gast. Viele Berliner waren gekommen und hofften auf ein Porträt.

Schon an gewöhnlichen Sonnabenden ist das KaDeWe außergewöhnlich gut besucht, aber an diesem Sonnabend ist es extra voll. Viele sind gekommen, um dem Meister höchstpersönlich bei der Arbeit zuzusehen. Und mit der Hoffnung, vielleicht selbst von ihm fotografiert zu werden. Doch dazu später mehr.

Im Atrium, der großen Haupthalle des Traditionskaufhauses am Wittenbergplatz, schallt Popmusik aus den Boxen, so laut, dass man sein eigenes Wort kaum versteht. Ein großer Bereich ist mit Absperrbändern umzäunt, dahinter haben sich Stylisten an die Arbeit gemacht. Die Glätteisen dampfen. Oben auf der Empore, umgeben von seinen Assistenten, steht Rankin, der Hauptdarsteller dieses Schauspiels, der Starfotograf aus Schottland, der von Madonna bis zur Queen schon alle vor der Linse hatte. Ein etwas untersetzter, eher unauffälliger Mann, doch er gehört zu den besten seiner Zunft. Seine Mission im KaDeWe ist eine außergewöhnliche, seine Kundschaft nicht wie sonst die Stars und Sternchen dieses Erdballs. Rankin wird im Laufe des Tages 50 Berliner ablichten. Ihre Porträts sollen dann für einige Wochen die Fassade des Gebäudes schmücken. Fünf Meter hoch, mehr als 100 Meter lang soll das Ganze werden. Der Name des Kunstwerks: „Portraits of Berlin“.

Die Hälfte der Models wurden schon vorher ausgewählt, sie bewarben sich im Vorfeld mit ihren Fotos über die sozialen Medien. Die andere Hälfte wird vor Ort ausgesucht. Berliner jeden Geschlechts, Alters und Couleur stehen deshalb im Atrium Schlange vor einer der Fotoboxen, die, auch das gehört zum Corporate Design dieses Events, „Rankomaten“ genannt werden, und lassen darin Fotos von sich schießen, aus denen der Rankin oben auf der Bühne dann auswählen kann. Er sei einfach spontan vorbeikommen, sagt ein junger Mann namens Stefan, just for fun, gemodelt habe er noch nie. Aber wer weiß, vielleicht hänge sein Gesicht ja bald draußen am KaDeWe.

Nach dem Shooting will Rankin das Fotomuseum besuchen

„Echte Berliner“ wolle er fotografieren, hatte Rankin im Interview mit der Berliner Morgenpost zuvor verraten. Was „echte Berliner“ ausmacht? Zumindest Dina Wolf und ihre Tochter Dominique scheinen das Kriterium zu erfüllen. Sie gehören zu den ersten, mit denen sich Rankin an die Arbeit macht. Ein Blick auf ihre Outfits lässt vermuten, was den Fotografen an den beiden reizte. Dominique Wolf hat eine rote Punkfrisur, die Haare an den Seiten rasiert, und starkes schwarzes Make-up. Ihre Mutter orientiert sich mit dem blond-bläulichen Irokesenschnitt am David-Bowie-Stil der 80er-Jahre. „Ich hätte nie damit gerechnet, ausgewählt zu werden“, sagt Diane Wolf, eine Finanzbeamtin, die sich kurz nach ihrer Tochter um das Shooting bewarb und umso begeisterter war, da Rankin ihr Idol Bowie auch schon mal fotografierte.

Am Ende nimmt Rankin die beiden einzeln und im Doppelpack auf. Sehr nett sei dieser Rankin gewesen, berichten Mutter und Tochter danach etwas atemlos, immer noch begeistert von den zehn Minuten vor der Kamera. Gar nicht von oben herab, ganz entspannt. „Er hat gesagt, dass wir wild aussehen sollen“, sagt Dominique Wolf, „also haben wir einfach geschrien.“

Den ganzen Tag bis Ladenschluss fotografiert Rankin einen Berliner nach dem anderen. Ob er sich noch etwas anderes in der deutschen Hauptstadt vorgenommen hat? Ja, so Rankin im Interview, er würde gerne das Museum für Fotografie der Helmut Newton Stiftung besuchen. Newton sei einer seiner „Allzeithelden“.

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