Denkmalschutz

Ein #Köpenicker  Sommerhaus zieht in den Westen um

Die Vorbereitungen für den Abbau des Holzhauses haben begonnen
Die Vorbereitungen für den Abbau des Holzhauses haben begonnen
Foto: Massimo Rodari
Das Gebäude wird in Köpenick zerlegt und nach Wannsee transportiert – weil es Platz für ein Neubauprojekt machen muss.

Ein Denkmal zieht um. Ein altes Holzhaus in Köpenick wird demontiert und in Wannsee wieder aufgebaut. Der bisherige Eigentümer hat das 1911 errichtete Gebäude kostenlos abgegeben, denn er will Wohnungen auf dem Grundstück an der Ostendorfstraße bauen. Die Berliner Immobilienfirma Interagila übernimmt das Holzhaus, in Absprache mit den Denkmalschutzbehörden. Bis Ende April soll es zerlegt und abtransportiert sein, damit das Köpenicker Gelände frei ist. Wieder errichtet wird es auf einem firmeneigenen Gelände an der Straße Albrechts Teerofen.

Haus soll auch weiterhin als Sommerhaus genutzt werden

Für das Objekt in Köpenick hatten sich beim Landesdenkmalamt mehr als 60 Interessenten gemeldet. „Es bleibt original erhalten und wird wieder als Sommerhaus genutzt“, sagt Sylke Wunderlich, Sprecherin bei der Immobilienfirma. Es sei nicht vorgesehen, eine Heizung oder ein gefliestes Bad einzubauen. Auf dem Grundstück in Wannsee stehe bereits ein Gebäude. „Es ist das älteste Haus in Zehlendorf, aus dem 18. Jahrhundert, ein sogenanntes Schwarzküchenhaus. Beide Denkmäler werden gut zueinander passen.“ Das Schwarzküchenhaus sei ein schmaler Bau mit einer zentralen Feuerstelle im Inneren. Es werde von der Architektin Heike Deselaers restauriert. Sie betreut auch den Umzug des Köpenicker Holzhauses.

Das Vorhaben sei „ein großes Überraschungspaket“, so Sylke Wunderlich. Viele Details sind zu klären. Das Köpenicker Objekt sei 1911 von der Berliner Hausbaugesellschaft errichtet worden. „Aus Kiefer und Fichtenholz“, sagt sie. „Es war eine preiswerte Fertigteilbauweise, keine Zimmermannsarbeit.“ Die Teile wurden nicht verfugt, sondern genagelt. Die 105 Jahre alten Nägel seien verrostet. Deshalb wolle man das Haus in möglichst große Teile zerlegen, die ein Tieflader nach Wannsee transportiert. Das ist das nächste Problem. Die Ostendorfstraße in Köpenick ist schmal. Sie muss für den Transport gesperrt werden, Anwohnerautos können in dieser Zeit nicht parken.

Kosten für den Umzug können noch nicht beziffert werden

Das Holzhaus soll künftig am Tag des offenen Denkmals zu besichtigen sein. Es hat drei Räume im Erdgeschoss und darüber drei Kammern. Weil die Farbe abblättert, werden in Wannsee zunächst Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Was der Umzug des Köpenicker Denkmals kosten wird, könne man noch nicht sagen, so die Sprecherin.

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