Unfall in Mariendorf

Berlin Live  „Es hörte sich an wie eine Explosion“

Ein 18-Jähriger rast in geparkte Autos. Fünf Menschen werden verletzt. Die Wageninsassen gehören zu arabischen Großfamilien.

Ein 18 Jahre alter Mann kommt am Montagabend mit vier Begleitern von einer Familienfeier. Kurz vor 22 Uhr steigt er mit ihnen in seinen aufgemotzten Mercedes AMG und beschleunigt auf dem Mariendorfer Damm stadteinwärts. Plötzlich verliert er die Kontrolle über seinen 381-PS-starken Wagen, dieser dreht sich und kracht mit hoher Geschwindigkeit in mehrere parkende Autos. Der Aufprall ist so stark, dass der Unfallwagen sechs parkende Fahrzeuge wie Spielzeug zusammenschiebt. Die Autos verkeilen sich auf einer Länge von etwa 50 Metern ineinander. Am Mercedes entsteht Totalschaden. Der 18 Jahre alte Fahrer und zwei seiner Begleiter kommen mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus. Zwei weitere Insassen des Unfallautos werden leicht verletzt und ambulant behandelt.

Viele Angehörige treffen sich an der Unfallstelle

Zeugen berichten, dass der Mercedes mit hohem Tempo unterwegs war. „Es hörte sich an wie eine Explosion“, sagt ein Augenzeuge. Alle seien in Deckung gegangen. „Es flogen überall Autoteile durch die Luft.“ Auch die Polizei teilt mit, dass vermutlich überhöhte Geschwindigkeit Unfallursache war. Ob der Mann an einem illegalen Auto­rennen beteiligt war, sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Der Fahrer selbst war am Dienstag noch nicht vernehmungsfähig, erklärt eine Polizeisprecherin.

Der Unfall erregte eine Menge Aufmerksamkeit in Mariendorf: Bereits kurz nach dem Unfall sammeln sich viele Schaulustige an der Stelle. Auch viele Angehörige der Wageninsassen, die zu zwei polizeibekannten arabischen Großfamilien gehören sollen, treffen sich an der Unfallstelle. Sie kamen von der Feier, die ganz in der Nähe stattgefunden hatte. Vorsorglich alarmiert die Polizei eine Einsatzhundertschaft. „Es gab vor Ort allerdings keine Behinderung der Ermittlungsarbeiten“, sagt eine Polizeisprecherin der Berliner Morgenpost. Man habe lediglich besorgte oder aufgebrachte Angehörige der Opfer beruhigen müssen. In Folge des Unfalls war der Mariendorfer Damm bis Dienstagmorgen 1 Uhr komplett gesperrt, stadteinwärts sogar bis 4 Uhr.

Raser vom Kudamm wegen Mordes verurteilt

Immer wieder kommt es in Berlin zu schweren Unfällen, verursacht von meist jungen Männern, die ihre Fähigkeiten am Steuer ihrer Autos maßlos überschätzen. Erst im Mai war bei einem illegalen Autorennen auf der Yorckstraße in Neukölln ein unbeteiligter 27-Jähriger schwer verletzt wurden. Vier Fahrzeuge wurden bei dem Rennen zwischen einem Mercedes und einem Audi teils schwer beschädigt. Die Beteiligten ergriffen vor dem Eintreffen der Polizei die Flucht.

Justiz und Politik versuchen, härter gegen Raser vorzugehen. Die beiden Fahrer eines Rennens auf dem Kudamm, bei dem im Februar 2016 ein unbeteiligter Autofahrer starb, wurden im Februar 2017 von einem Berliner Gericht wegen Mordes verurteilt. Hamdi H. und Marvin N. erwartet somit eine lebenslange Haftstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Außerdem wurden im September bundesweit die Strafen für illegale Rennen und Raser deutlich verschärft.

Mehr zum Thema:

Vom Raser zum Mörder

Unfalltod des Beifahrers: Fahrer bekommt Bewährungsstrafe

Raser vom Kudamm wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt

Kommentare einblenden
Pflanzenschutzmittel

#Wirtschaft  Wissenschaftler finden Glyphosat in „Ben and Jerry’s“-Eis

Der Glyphosatgehalt in den meisten „Ben and Jerry’s“-Eisproben stelle wahrscheinlich eine Gefahr für die Gesundheit dar, sagen Wissenschaftler (Symbolbild).
Der Glyphosatgehalt in den meisten „Ben and Jerry’s“-Eisproben stelle wahrscheinlich eine Gefahr für die Gesundheit dar, sagen Wissenschaftler (Symbolbild).
Foto: imago stock&people / imago/Newscast
Forscher haben in Speiseeis Spuren von Glyphosat gefunden. Der Hersteller betont, dass die Spuren deutlich unter den Grenzwerten lägen.
Mehr lesen