Füchse

Berlin Live  Handball-Kanone mit heißem Köpfchen

Die Tore von Drago Vukovic sind für die Füchse sehr wichtig. Wegen seiner Schulterverletzung hatte er zuletzt acht Monate lang pausieren müssen
Die Tore von Drago Vukovic sind für die Füchse sehr wichtig. Wegen seiner Schulterverletzung hatte er zuletzt acht Monate lang pausieren müssen
Foto: dpa Picture-Alliance / Sport Moments/Basting / picture alliance / Sport Moments
Drago Vukovic drohte nach einer Schulter-Operation das Karriereende, doch der Kroate kämpfte sich mit viel Leidenschaft zurück.

Berlin.  Die Rolle mit dem weißen Klebeband ist schon fast aufgebraucht. Etwa die Hälfte davon umschlingt nun den linken Mittelfinger von Drago Vukovic. Weitere Streifen reißt sich der Rückraumspieler der Füchse Berlin für die rechte Hand ab. „Bei mir ist alles kaputt“, sagt der Kroate lachend. Nach der Partie in der Handball-Bundesliga gegen den TVB Stuttgart am vergangenen Donnerstag, die die Berliner mit 26:24 gewonnen hatten, sei er zwei Tage lang „richtig platt“ gewesen. „Mein ganzer Körper hat geschmerzt“, verrät er.

Das ist nicht verwunderlich, denn so viel hat Vukovic seit seiner Schulterverletzung im vergangenen Dezember nicht mehr gespielt. Acht Monate musste er pausieren, eine Operation durchstehen und derart lange im Kraftraum an seiner Rückkehr arbeiten, dass er Athletiktrainer Carsten Köhrbrück nach eigenen Angaben „nicht mehr sehen konnte.“ Ende August hat Vukovic sich endlich wieder gesund gemeldet – gerade rechtzeitig, denn mit den Ausfällen von Paul Drux, Steffen Fäth und Marko Kopljar ist er bei den Füchsen momentan so wichtig wie lange nicht mehr.

Mit einem Sieg in Gummersbach winkt Platz eins

„Er hat uns gegen Stuttgart sehr geholfen“, sagt Geschäftsführer Bob Hanning. Wenn die Füchse an diesem Donnerstag beim VfL Gummersbach gastieren (19 Uhr, Sky), setzen sie wieder auf Vukovic. Zwar wird Linksaußen Bjarki Elisson nach seiner Verletzung an der Wade endlich wieder im Kader stehen, von den Ausfällen im Rückraum ist aber noch keiner spielfähig. „Ich hoffe, ich kann dem Team jetzt wieder helfen“, sagt Vukovic. Gegen Stuttgart spielte er eine starke erste Hälfte. „In der zweiten war meine Batterie aber leer“, gibt er zu.

Auch Trainer Velimir Petkovic weiß: „Drago war so lange raus. Ihm fehlt noch der Rhythmus. Außerdem steht er unter Druck. Er muss uns jetzt helfen, und jeder Fehler von ihm wird doppelt bestraft.“ Vukovic selbst macht sich keinen Druck. Er habe vor allem großen Spaß daran, endlich wieder auf dem Handballparkett zu stehen, erzählt er. Zwischenzeitlich rechnete er nämlich selbst nicht mehr mit seiner Rückkehr.

In den ersten Monaten nach der Operation konnte er seinen rechten Arm nur zwei Zentimeter bewegen. „Ich dachte, ich spiele nie wieder Handball“, sagt er. Auch Hanning fürchtete das Karriereende des 34-Jährigen. Vukovic aber ist eine Kämpfernatur. Aufgewachsen in Kroatien, hat er bis zu seinem 18. Lebensjahr auf Beton gespielt. „Die Jungs, die hier bei den perfekten Bedingungen im Füchsetown heranwachsen, können sich das gar nicht vorstellen“, sagt er lachend. Gegen Gummersbach will Vukovic nun cleverer spielen. „Aber es wird schwer“, prophezeit er. Von 2008 bis 2001 spielte er selbst beim VfL, Trainer Dirk Beuchler kennt er aus seiner Zeit beim TuS Lübbecke. „Dirk versteht es, eine Mannschaft zu motivieren“, verrät er. Im Mai war es dem VfL Gummersbach bereits gelungen, die Füchse in eigener Halle zu besiegen (28:27). Dieser Sieg bedeutete den Ligaerhalt für Gummersbach, gleichzeitig ließ er die Träume der Füchse auf die Champions League platzen.

„Am Ende ist es für uns jetzt von Vorteil, dass wir keine Champions League spielen“, sagt Vukovic. Der THW Kiel, die SG Flensburg-Handewitt und die Rhein-Neckar Löwen quälen sich mit dem Spielplan, der neben der Bundesliga zur Herausforderung wird. Mit den aktuellen Ausfällen hätten die Füchse da nicht mithalten können. Dafür können von der Terminhatz der Konkurrenten profitieren und als einziges Team ohne Minuspunkte mit einem Sieg an diesem Donnerstag die Tabellenspitze erklimmen. Darauf schaue Vukovic aber gar nicht. Er sagt nur: „Mein Kopf ist immer heiß.“

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