Köpenicker Schützenfest

Berlin Live  Unions Polter weiß wieder, was wichtig ist

Grischa Prömel (l.) schreit seine Freude heraus und feiert Unions Torschützen Sebastian Polter (Mitte)
Grischa Prömel (l.) schreit seine Freude heraus und feiert Unions Torschützen Sebastian Polter (Mitte)
Foto: Matthias Kern / Bongarts/Getty Images
Union kehrt zum Erfolg zurück, weil Stürmer Polter wieder trifft. Und weil ein Olympia-Zweiter für Ordnung beim Zweitligisten sorgt.

Berlin.  Das Batman-Signal? Ein verunglücktes Herz? Was war es denn nun, das Sebastian Polter mit seinen Händen formte, kurz nach dem Führungstreffer beim 5:0 gegen Kaiserslautern ? Der Stürmer des 1. FC Union klärt auf: „Ich habe Freunde aus Wilhelmshaven da und habe ein W in deren Richtung gezeigt.“

Wilhelmshaven, Polters Geburtsstadt. Als ob er sich in den Tagen vor dem Schützenfest am Montagabend gegen die Pfälzer mit einem Hauch aus der Heimat den Rest an Selbstvertrauen geholt hat. Back to the roots, zurück zu dem, was wirklich wichtig ist, die vergangenen fünf Wochen, in denen er nicht getroffen, in denen der Berliner Fußball-Zweitligist nicht gewonnen hat, einfach zurückgespult und gelöscht.

Genau so lässt sich Polters Dreierpack erklären, ebenso wie Unions Rückkehr in die Erfolgsspur. „Ich habe in der Woche viel dafür gearbeitet, viele Torschüsse gemacht, um einfach vor dem Tor nicht mehr nachzudenken. Weil ich gerade in der Vergangenheit das eine oder andere Mal nachgedacht habe, und das ist als Stürmer nie gut. Dann verfehlst du vielleicht die Millisekunde zum Torschuss“, erklärte der 26-Jährige sichtlich gelöst, hier und da ein Lachen.

Trainer Keller staunt über „drei Tore mit links“

Dass sein erster Treffer jedoch Tor-des-Monats-verdächtig einschlägt, „hätte ich natürlich auch nicht gedacht, aber ich bin glücklich darüber“. Polter ist zurück, Union ist zurück. „Ich muss dazu sagen, dass ich noch nie in meiner Karriere ein Tor außerhalb der Box geschossen habe“, fügte der Angreifer hinzu. Die Box, ein sprachliches Überbleibsel aus seiner Zeit bei den Queens Park Rangers, welches den Strafraum bezeichnet.

Offenbar nicht die einzige neue Qualität. Trainer Jens Keller flachste: „Drei Tore mit links hat er in seiner Karriere, glaube ich, auch noch nicht gemacht, inklusive Training.“ Endlich habe sich auch Polter für seinen Einsatz für die Mannschaft belohnt.

Entsprechend groß war das Lob der Teamkollegen. „Dass er enorme Qualität hat, das wissen wir durch die Tore, die er macht. Und dass er mit links schießen kann, ist natürlich aller Ehren wert. Ich glaube, dass es für einen Stürmer auch extrem wichtig ist, zu treffen“, freute sich Steven Skrzybski, der nachempfinden kann, wie man sich fühlt auf der Jagd nach dem Ende der Torflaute. „Er ist einer, der so viel für die Mannschaft tut, auch neben dem Platz – die Tore kann er genießen“, sagte Fabian Schönheim.

Prömel erntet Lob für seine Führungsqualitäten

Und der Hochgelobte selber? Gab die Ovationen uneigennützig an einen Mitspieler weiter. „Man muss das Team auf dem Platz sehen, immer positiv miteinander umgehen, jemandem nach dem Zweikampf auch mal auf die Schulter zu klopfen. Da muss ich heute Grischa Prömel ganz klar herausheben“, sagte Polter: „Dass er mal einfach von der Kommunikation her im Mittelfeld da ist, lautstark ist, die anderen im Zweikampf mitnimmt – das hat Grischa bei seinem ersten Spiel hier von Beginn an richtig gut gemacht. Hut ab.“

Prömel (22) zeigte Führungsqualitäten , die ihn in Hoffenheim unter Julian Nagelsmann zum Deutschen A-Junioren-Meister werden ließen und ihn in die Olympia-Auswahl gebracht haben, die 2016 in Rio Silber gewann. „Es gehört zur Aufgabe im defensiven Mittelfeld dazu, dass man seine Nebenleute ein bisschen koordiniert. Alle waren fokussiert und haben die Aufgabe angenommen“, sagte Prömel nur. Nervosität? „Eher Freude, endlich spielen zu können, nachdem mein Debüt ja nicht so glücklich verlief.“

Das 2:2 in Nürnberg Mitte August, die Rote Karte kurz vor Schluss, zehn Minuten nach seiner Einwechslung – vergessen, zurückgespult und einfach gelöscht. Weil das Knochenödem am Wadenbein, das eine frühere Rückkehr verhindert hat, auskuriert ist. Schon glänzte Prömel mit 81 Ballaktionen und 78 Prozent gewonnener Zweikämpfe. „Er war sehr präsent“, sagte Trainer Keller, „und er hat gezeigt, warum wir ihn geholt haben.“

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