Fußball

Berlin Live  Dank Polter – bei Union kehrt das Lachen zurück

Foto: Matthias Kern / Bongarts/Getty Images
Nach fünf Spielen ohne Sieg gibt es ein Schützenfest gegen den Krisenklub Kaiserslautern. Der Stürmerstar trifft dabei gleich dreifach.

Ein Feuerwerk, das hatten die Profis des 1. FC Union für den Montagabend versprochen. Wenn nicht gegen den Letzten der Zweiten Liga, gegen wen sollte dann die Sieglosserie von fünf Spielen enden? Ja, es wurdedann wirklich ein Abend, der den Köpenickern die Erleuchtung für den Rest der Saison gebracht haben könnte. Nicht etwa, weil das Flutlicht in der Alten Försterei so brannte, sondern weil sich Union mit 5:0 (4:0) den Frust der vergangenen Wochen von der Seele schoss. Allen voran Sebastian Polter, der mit seinem Dreierpack sein Torkonto in dieser Saison gleich vervierfachte. „Wir haben die richtige Reaktion gezeigt nach Spielen ohne Sieg“, freute sich Trainer Jens Keller.

Auch wenn vieles dem schwachen Gegner aus der Pfalz geschuldet war, der nach dem Trainerwechsel von Norbert Meier zu Manfred Paula vor allem mit sich selbst zu tun hatte – Union präsentierte sich vor 20.592 Zuschauern wie eine Mannschaft, die nur ein Ziel hat: die Bundesliga. Dies wurde vor allem bei den Toren vor der Pause deutlich.

Endlich wurden nach Ballverlusten die Räume richtig angelaufen und bespielt: Kristian Pedersen setzte im entscheidenden Moment nach, passte auf Polter, der mit links einfach mal abzog. Oben rechts schlug der Ball aus gut 20 Metern ein, ein Traumtor zum 1:0 nach sechs Minuten, die Union-Party konnte beginnen. Endlich kam das so oft zitierte Glück zurück: Fabian Schönheims Kopfballversuch fiel dem Lauterer Giuliano Modica Malagnini auf den Fuß und von dort ins Tor, das 2:0 nach elf Minuten. Jetzt ging die Party richtig los. Und endlich klappte auch das Umschaltspiel: Steven Skrzybski schickte Polter steil, der FCK-Torhüter Marius Müller verlud und locker zum 3:0 einschob (26.).

Nichts war zu sehen von der kleinen Krise, die selbst Trainer Keller nach der Pleite in Sandhausen (0:1) eingestanden hatte. Auch weil der Coach wieder zurückrotierte. Mit Rechtsverteidiger Christopher Trimmel, Kapitän Felix Kroos, Polter, Abwehrchef Toni Leistner und Flügelflitzer Simon Hedlund kehrten fünf Stammkräfte zurück, die in Sandhausen pausiert hatten.

Doch auch gegen die völlig harmlosen Gäste hatte Keller eine Überraschung parat: Grischa Prömel kam zu seinem Startelfdebüt in der Liga, Stephan Fürstner rückte dafür auf die Bank. Der Olympia-Zweite von Rio de Janeiro bot im defensiven Mittelfeld neben Kroos eine ordentliche Partie, die noch vor der Pause das 4:0 durch Steven Skrzybski (32.) erlebte. Der Berliner knallte das Spielgerät einfach unter die Latte, als ob es nichts Leichteres gibt. Nie hatte eine Union-Elf in Liga zwei zur Pause höher geführt, Lautern nie schlimmer hinten gelegen. Sogar einen Elfmeter vergaben die Hausherren noch. Polter wurde von Sebastian Andersson gehalten, fiel und bekam den Strafstoß. Klar wollte der Angreifer selbst schießen, doch Torwart Müller parierte den links halbhoch geschossenen Ball (27.).

Und doch war es der Abend des Sebastian Polter. Ihm war in jeder Szene anzumerken, dass er etwas gutmachen wollte. Dass der bis dahin eine Treffer zu wenig ist für einen Stürmer seiner Qualität, für den Anspruch, den Union mit ihm verbindet. Polter, erneut als einzige echte Spitze aufgeboten, gab von Beginn an die Richtung vor. Als Führungsspieler, wie man ihn in den Wochen zuvor bei Union zu oft vermisst hatte.

So stellte sich nur noch eine Frage. Schafften es die Köpenicker endlich wieder ohne Gegentor? Vor der Pause musste Union-Keeper Jakob Busk nur einmal eingreifen. Den Schuss von Manfred Osei Kwadwo parierte der Däne mit einer Parade für die Galerie (45.). Einmal musste Fabian Schönheim noch für Busk retten (68.), mehr hatte Lautern nicht zu bieten. Stattdessen vergaben Skrzybski (59.) und Hedlund (62., 84.) ein höheres Resultat. Polter machte es nach 77 Minuten besser, 5:0. Die Ovationen bei seiner Auswechslung waren ohrenbetäubend.

Am Ende stand der dritte Saisonsieg. Der Abstand von vier Zählern zu den Aufstiegsplätzen und sieben zur Tabellenspitze zeigt, dass Union aber noch einen weiten Weg vor sich hat.

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