Musikfestival

Berlin Live  Nach Hoppegarten-Debakel zieht das Lollapalooza 2018 um

Chaos bei der Abreise
Chaos bei der Abreise
Foto: dpa
Die Veranstalter ziehen die Konsequenzen aus den Problemen in Hoppegarten. Das nächste Festival soll im Olympiapark stattfinden.

Das erste Lollapalooza im brandenburgischen Hoppegarten wird wohl auch das letze gewesen sein – zumindest an diesem Standort. Bereits im kommenden Jahr wird das populäre Musikfestival nach Berlin zurückkehren. „Wir freuen uns, ankündigen zu können, dass die nächste Runde im Olympiapark stattfinden wird“, teilten die Veranstalter am Montag mit.

Damit ziehen die Macher des Events offenbar auch Konsequenzen aus der Kritik an dem Konzept zur An- und Abreise. In der Nacht zu Sonntag war es vor allem an der S-Bahn-Station Hoppegarten zu chaotischen Zuständen gekommen, als sich Tausende Besucher von dort aus gleichzeitig auf den Heimweg nach Berlin machen wollten. Wegen des ungeordneten Andrangs sperrte die Bundespolizei aus Sicherheitsgründen den Bahnsteig, viele Besucher mussten stundenlang warten, um mit Bus oder Bahn nach Hause zu kommen.

Die Berliner S-Bahn, aber auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sehen die Verantwortung für das Verkehrschaos beim Veranstalter. „Die Bahn kann Großveranstaltungen, das haben wir gerade erst zum Kirchentag bewiesen. Das klappt aber nicht, wenn diese an einem ungeeigneten Ort stattfinden und wenn der Veranstalter sich nicht an Absprachen hält“, sagte der Konzern-Bevollmächtigte Alexander Kaczmarek am Montag der Berliner Morgenpost.

„Selbst bei Einsatz unserer längsten Züge konnten wir nicht mehr als 6000 Fahrgäste pro Stunde abtransportieren“

Bereits im Vorfeld seien die Organisatoren darauf hingewiesen worden, dass der S-Bahn wegen Bauarbeiten in Hoppegarten nur ein Gleis zur Verfügung steht. Daher sei dort nur ein Zehn-Minuten-Takt möglich gewesen. „Selbst bei Einsatz unserer längsten Züge konnten wir nicht mehr als 6000 Fahrgäste pro Stunde abtransportieren“, so Kacz­marek. Laut Veranstalter waren rund 60.000 der insgesamt 85.000 Besucher zum Festival am Sonnabend mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist.

Laut BVG-Sprecher Markus Falkner seien die Veranstalter bei mehreren Gesprächen im Vorfeld darauf hingewiesen worden, dass auch die Kapazitäten der U-Bahn begrenzt sind. „Wegen Bauarbeiten gibt es auf der U5 einen Inselbetrieb, da können wir nicht über Nacht zusätzliche Züge hinbringen“, so Falkner. Trotz entsprechender Angebote sei es mit dem Veranstalter auch zu keiner Vereinbarung für ein Kombiticket gekommen. Dieses erleichtert nicht nur die Planung, mit ihm können auch zusätzliche Leistungen finanziert werden.

In einem Schreiben entschuldigte sich am Montag Marko Hegner, Geschäftsführer des Veranstalters FRHUG GmbH & Co. KG, bei allen Besuchern, „denen durch Fehler in der Umsetzung des Verkehrskonzeptes am Samstagabend Unannehmlichkeiten entstanden sind“. Als Entschädigung kündigten die Festivalveranstalter allen Besuchern des diesjährigen Events vergünstigte Tickets fürs kommende Jahr an.

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