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#Wirtschaft  #digital  Freunde-Netzwerk StudiVZ kündigt Relaunch an und ist pleite

Vor zehn Jahren war fast jeder auf den VZ-Netzwerkern unterwegs dort. Nun ist die Betreiberfirma pleite.
Vor zehn Jahren war fast jeder auf den VZ-Netzwerkern unterwegs dort. Nun ist die Betreiberfirma pleite.
Foto: Imago stock & people / Montage FMG
Der neue Eigentümer aus den USA posaunt immer wieder große Pläne hinaus. Dabei hat die Firma hinter StudiVz jetzt Insolvenz beantragt.

Berlin.  Neues Kapitel in einer kuriosesten Geschichten des Netzes: Das bei den meisten Menschen längst vergessene StudiVz ist pleite. Trotzdem soll noch nicht Schluss sein mit dem Gruscheln, kündigt der Eigentümer an. Eine Aktie dieses Unternehmens ist inzwischen 0,02 US-Cent wert, 50 Aktien kosten also einen Cent.

Das einst millionenschwere Betreiberunternehmen Poolworks Germany Ltd hat am 7. September beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz angemeldet, wie zuerst „Gründerszene“ berichtete. StudiVZ hat erklärt, dass die Seiten StudiVZ und MeinVZ aktiv bleiben. Insolvenzverwalter Jesko Stark äußerte sich zuversichtlich, dass der Betrieb mit derzeit sieben Mitarbeitern fortgeführt werden kann.

Eigentümer kündigte gerade Relaunch im nächsten Jahr an

Der Poolworks-Eigentümer, die US-Gesellschaft Momentous Entertainment Group (MMEG) hat nur eine Woche vorher verkündet, die VZ-Plattform werde bis zum Jahresanfang 2018 umgebaut und es werde einen Relaunch geben. Alle Funktionen, die die Nutzer liebten, blieben erhalten, dazu kämen neue. Was von dieser Ankündigung zu halten ist, ist völlig offen.

Zu Jahresbeginn hatte der Eigentümer MMEG seinen Aktionären bereits große Neuerungen in Aussicht gestellt: Mit eigenen Streamingangeboten sollten StudiVZ und MeinVZ eine Art Netflix werden. In dem Netzwerk sollen Filme und Extremsport-Veranstaltungen gestreamt werden, werbefinanziert, bezahlbar pro Film oder auch im Abonnement. MMEG sieht sich auch selbst als Lieferant von Video- und Musikinhalten.

Firma war für 10 Millionen verkauft worden

MMEG hat inzwischen einen Börsenwert von weniger als 500.000 Dollar. Diese Firma hatte 10 Millionen Dollar für die VZ-Netzwerke bezahlt, die einst Holtzbrinck 85 Millionen Euro gekostet hatten. Bezahlt hat MMEG aber mit 10.000 neu ausgegebenen eigenen Vorzugsaktien im Nennwert von 1000 Dollar. Der Verkäufer, der Finanzinvestor Vert Capital, bekam also für seine Tochter VZ Network Holdings Inc mit der Poolworks Ltd kein Geld, sondern Anteile an MMEG und stieg zum größten Anteilseigner auf.

Weil MMEG für Zukäufe immer neue Aktien ausgibt, sinkt der Wert einer einzelnen Aktie schneller noch als die Nutzerzahl der VZ-Netzwerke geschrumpft sind. Im Mai kostete eine Aktie noch 0,11 Cent, jetzt nur noch ein Fünftel davon.

Poolworks hat noch Schulden bei Holtzbrinck

Die Übernahme durch MMEG am Jahresanfang hatte zwischenzeitlich auf der Kippe gestanden – wegen Schulden von Poolworks bei Holtzbrinck, das die Firma schon 2012 verkauft hatte. Holtzbrinck erhielt nach einer Einigung aus dem Januar aktuell noch 160.000 Dollar. Weitere 432.000 Dollar will MMEG dann abstottern – quartalsweise in den nächsten zehn Jahren

Vielen früheren Nutzern waren die VZ-Netzwerke im Mai überraschend wieder begegnet. Da wurden per Mail massenhaft Freundschaftsanfragen von vormals inaktiven Profilen geschickt, die viele Menschen an ihre schlummernden Profile erinnerten. Es habe sich größtenteils um Zugriffe aus dem Ausland gehandelt, hieß es von Poolworks.

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Foto: Andreas Rentz / Getty Images
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