Handball

Berlin Live  Fäth wirft die Füchse zum furiosen Derby-Sieg

Steffen Fäth (Mitte) spielte in Magdeburg groß auf und erzielte insgesamt zehn Tore
Steffen Fäth (Mitte) spielte in Magdeburg groß auf und erzielte insgesamt zehn Tore
Foto: Eibner-Pressefoto/Daniel Reinelt
Der Nationalspieler überragt mit zehn Toren beim 30:26-Erfolg der Berliner Handballer in Magdeburg. Füchse sind jetzt Tabellenzweiter.

Zehn Minuten vor Spielende gelang Steffen Fäth der Wurf des Tages: Mehr als zehn Meter stand der Handballer der Füchse Berlin vom Tor entfernt. Aus dem Stand traf er zum 23:20 und brachte sein Team damit entscheidend in Führung. „Wir hatten nur noch einen Pass, also musste ich ja werfen. Ich bin froh, dass er reingegangen ist“, sagte Fäth in seiner gewohnt trockenen Art. Noch einmal muss die Zahl zehn bemüht werden, denn so oft traf Fäth als bester Torschütze der Bundesliga-Partie zwischen dem SC Magdeburg und den Füchsen Berlin, die am Donnerstagabend zum ersten Mal seit September 2013 einen Sieg aus der Magdeburger Arena entführen konnten.

Vor 6472 Zuschauern siegten die Berliner 30:26 (13:13) und haben sich damit auf Platz zwei der Bundesliga einsortiert. Im Ost-Derby präsentierten die Füchse eine Souveränität, mit der auch Bob Hanning vor der Partie nicht gerechnet hätte. „Wir haben so viele Kranke“, hatte der Geschäftsführer vor Spielbeginn geklagt. So konnte Hans Lindberg die Reise nach Magdeburg wegen einer starken Erkältung gar nicht erst antreten. Auch die Torhüter Petr Stochl und Silvio Heinevetter kämpften noch immer mit der Grippe.

„Wir sind mit Berlin auf Augenhöhe“, hatte Marc-Henrik Schmedt, Geschäftsführer des SC Magdeburg vor der Partie gesagt. Genauso präsentierten sich die beiden Teams in der ersten Hälfte auch. Nach dem 2:0 der Füchse konnte sich über 30 Minuten kein Team mehr um mehr als ein Tor absetzen. Als fünf Minuten vor Ende der ersten Hälfte sowohl Jakov Gojun als auch Kevin Struck mit Zeitstrafen vom Feld geschickt wurden, hätten die Magdeburger in Führung gehen können. Stattdessen präsentierten die Berliner ein erstklassiges Spiel in Unterzahl, in dessen Zuge Paul Drux sein Comeback auf dem Parkett feierte. Ohne Gegentreffer, dafür mit einem Tor Vorsprung lösten die Füchse die schwierige Situation (13:12/30.).

Eine ähnlich Szene ereignete sich in der zweiten Hälfte. Wieder waren die Füchse in doppelter Unterzahl, dieses Mal war es der überragende Fäth, der zum 20:22 traf (48.), obwohl die Magdeburger ihn inzwischen in Manndeckung genommen hatten. Glänzen konnte er am Ende auch, weil Petr Stochl in dieser Phase zwei starke Paraden gelangen. Fäth: „Wir haben in Unterzahl unglaublich clever gespielt und waren gut in der Abwehr, das war entscheidend.“

Stochl hatte seit der Partie am vergangenen Sonntag krankheitsbedingt nicht trainiert. Auch deshalb hatte Trainer Velimir Petkovic mit Silvio Heinevetter begonnen. Nach 21 Minuten tauschte er die Torhüter aber aus, was sich am Ende als gute Entscheidung erwies. „Petr hat super gehalten. Er hat sich ja die Tage im Training ein bisschen ausgeruht“, sagte Fäth mit einem Schmunzeln. Die Füchse haben Grund zur Freude, denn die Leistung, die sie trotz des dezimierten Kaders gezeigt haben, gibt einen interessanten Ausblick darauf, was in dieser Saison noch möglich sein könnte. Bis zum nächsten Spieltag am 17. September bei Aufsteiger Hüttenberg haben die Angeschlagenen nun Zeit, sich auszukurieren.

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