Eishockey

Berlin Live  Ein neuer Scharfschütze für die Eisbären

Danny Richmond (r.) hat viel Offensivpower
Danny Richmond (r.) hat viel Offensivpower
Foto: imago sport / imago/GEPA pictures
An der blauen Linie wollen die Eisbären wieder mehr Gefahr ausstrahlen. Dafür soll Danny Richmond beim Auftakt gegen Nürnberg sorgen.

Berlin.  Immer wieder ein neuer Anlauf, ein neuer Aufbau, eine neue Suche nach der besten Abstimmung. Sechs Wochen lang wurde tagein tagaus geübt beim EHC Eisbären, und nun, zum Abschluss der Vorbereitung folgte noch einmal der Feinschliff. In Über- und Unterzahlaufstellungen formierte Trainer Uwe Krupp seine Profis, ließ einstudierte Varianten unablässig testen. Eine davon beendete Danny Richmond mit einem Schuss, viele andere leitete er von der blauen Linie aus ein.

Nach seiner Rolle in der Mannschaft muss der neue Verteidiger nicht mehr fahnden. Obwohl er nichts als selbstverständlich betrachtet. „Du kannst nicht mit einer bestimmten Erwartung deiner Aufgabe in eine Saison gehen. Du muss dir das jedes Jahr verdienen“, sagt Richmond. Doch Zweifel daran, dass der US-Amerikaner sich mit anderen Dingen beschäftigen muss als gewohnt, bestehen nicht. Richmond hat sich als offensiver Abwehrspieler einen Namen gemacht. Davon wollen nun die Berliner profitieren, die am Freitag gegen Nürnberg in die Deutsche Eishockey Liga starten (19.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena).

In vier DEL-Saisons dreimal Bester seines Teams

Bei der Generalprobe am vergangenen Wochenende in Österreich erzielte der 33-Jährige gleich drei Tore. Verteidiger mit so viel Drang nach vorn waren zuletzt rar beim EHC. Gerade das Überzahlspiel der Eisbären litt vergangene Saison unter fehlender Durchschlagskraft von der blauen Linie, also dem hinteren Bereich des Angriffsdrittels. Das war einer der gravierendsten Unterschiede im Halbfinale, das man gegen Meister München verlor.

Mit Richmond sollten die Berliner dieses Problem effektiv behoben haben und Blau zu einer Farbe der Hoffnung machen. „Ich kenne meine Stärken und möchte sie auch ausspielen“, sagt er. Ein wenig überrascht wirkten die Eisbären, als sie den Verteidiger im Sommer angeboten bekamen. Sportdirektor Stephané Richer sah Richmond als besten Abwehrspieler der Adler Mannheim in der Viertelfinalserie zwischen beiden Klubs im März. In den vergangenen vier Spielzeiten war Richmond gar dreimal punktbester Verteidiger seiner Mannschaften, zweimal in Mannheim und einmal in München, zwei Spitzenklubs der DEL.

In seiner ersten Spielzeit in Mannheim wurde er Meister

Zur Spitze zählten die Eisbären zuletzt eher nicht, dennoch entschied sich der Amerikaner für Berlin. Es dauerte nicht lange, bis ihm etwas auffiel. „Ich hatte Glück mit den Klubs, bei denen ich vorher gewesen bin. Aber hier zeigt sich die Verbindung mit den Kings. Du hast so etwas wie ein NHL-Gefühl durch die Art, wie alles gehandhabt wird“, sagt er. Der NHL-Klub aus Los Angeles, durch den gemeinsamen Besitzer Anschutz mit dem EHC verbunden, ist gerade allgegenwärtig in Berlin. Vor ein paar Tagen bedankte sich Richmond bereits auf der Geschäftsstelle für die zuvorkommende Behandlung, dafür, dass der Klub sich um fast alles kümmert.

Die Eisbären als Organisation zu loben, fällt Richmond also leicht. Schwieriger wird es, seine Ambitionen umzusetzen. „Ich bin an einem Punkt in meiner Karriere, an dem es für mich vor allem um Titel geht. Deshalb bin ich hier“, sagt der Routinier. Ihn erinnert die Situation bei den Berlinern etwas an die in Mannheim 2014: „Als ich dort ankam, hatten sie sieben Jahre keine Meisterschaft gewonnen, viele neue Leute in das Team gebracht und versucht, alles neu aufzubauen.“ Der Umbau glückte, die Adler gewannen in seiner ersten Spielzeit dort den Titel. Jetzt probieren die Eisbären es, mit vielen neuen Leuten zum Erfolg zurückzufinden.

Erfahrung aus der NHL und Finnland

Die Offensive soll dabei nicht Richmonds einzige Spielart sein. Zusammen mit Zugang Blake Parlett „bringt er viel Stabilität in die Mannschaft“, sagt Richer über den 49-maligen NHL-Profi, der ebenso kurz in Finnland und Österreich spielte. Gegen Nürnberg, einen der stärksten Herausforderer in der DEL, dürfte das ebenso wichtig sein wie die neue Schusskraft aus der zweiten Reihe, die das Überzahlspiel im Training schon sehr gut aussehen lässt. „Wir sind bereit zu rocken“, sagt Danny Richmond.

Kommentare einblenden
Immobilien

Berlin Live  In Berlin werden 77.000 Wohnungen zu wenig gebaut

Wohnraum ist in Berlin knapp
Wohnraum ist in Berlin knapp
Foto: pa
Bausenatorin Katrin Lompscher hat die Bedarfszahlen korrigiert. Der Bund setzt Berliner Häuser auf die Verkaufsliste.
Mehr lesen