Prozess in Berlin

Berlin Live  Putzfrau nach gescheitertem Überfall geständig

In Berlin steht eine Frau vor Gericht, die einen Banküberfall geplant hat. Ihre Familie führte ihn aus und wurde geschnappt.

m März dieses Jahres muss der Reinigungskraft Dragica G. der Gedanke gekommen sein, man könnte sein Geld auch einfacher verdienen. Etwa durch einen Raubüberfall auf das Geschäft mit angeschlossener Postbank-Filiale in Köpenick, in dem die 50-Jährige zu der Zeit für Sauberkeit sorgte. Aus der Idee wurde schnell ein Plan, der ebenso schnell umgesetzt wurde. Doch es war eindeutig keine gute Idee. Der Überfall scheiterte kläglich, Dragica G. und ihre Mittäter wurden bereits kurz nach der Tat festgenommen und sitzen jetzt in Moabit auf der Anklagebank.

An einem Märzabend erzählte die 50-Jährige zuhause ihrem 18-jährigen Sohn und dessen ein Jahr jüngeren Freund von der Idee. Der Freund rief einen weiteren, der Justiz bereits bekannten Freund (20) hinzu und das ganze Vorhaben nahm schnell Gestalt an. Die jungen Männer waren fasziniert von dem Gedanken, schnell 20.000 bis 30.000 Euro zu verdienen, die sich nach Schätzung der ortskundigen Hauptangeklagten im Tresor des Geschäftes befinden sollten.

Der Überfall scheiterte kläglich

Am Morgen des 14. März sollte der Coup über die Bühne gehen. Zwei Täter sollten den Überfall ausführen, der dritte den Fluchtwagen steuern. Auch der Ehemann der 50-Jährigen war laut Anklage in das Vorhaben eingeweiht, er ist wegen Beihilfe angeklagt. Als der Geschäftsinhaber um 6.35 Uhr erschien, um seinen Laden aufzuschließen, warteten die bewaffneten und maskierten Täter bereits.

Doch der Überfall scheiterte kläglich. Das Opfer wehrte sich nach Kräften und als ein durch Hilferufe aufmerksam gewordener Nachbar hinzukam, flüchteten die Täter ohne Beute. Der Traum vom schnellen Geld war ebenso schnell ausgeträumt. Und schon kurze Zeit später konnte die Polizei die Täter dingfest machen. Seither sitzen Dragica G. und einer ihrer Mitangeklagten in Untersuchungshaft. Die im ehemaligen Jugoslawien geborene 50-Jährige ist ein auffallend zierliches Persönchen, gerade mal 1,50 Meter groß.

Doch in der an dem Überfall beteiligten Gruppe war sie eindeutig der Boss. Sie hatte nicht nur die Idee, sie kannte die Örtlichkeiten und kümmerte sich um die gesamte Organisation der Tat. Sie beschrieb ihren Mittätern, wo sich der Tresor befand und schärfte ihnen ein, wie sie sich bewegen sollten, um nicht ins Visier der Videoüberwachung zu geraten. Ferner kümmerte sie sich um Waffen, vornehmlich Messer und um Kabelbinder zum Fesseln des Geschäftsinhabers. Sogar an gestohlene polnische Kennzeichen für das Fluchtfahrzeug wurde gedacht.

Das Opfer erlitt massive Kopfverletzungen

Dragica G. und ein Mitangeklagter ließen am Donnerstag von ihren Verteidigern Erklärungen verlesen, in denen sie die Tat gestanden. Zwei weitere Angeklagte kündigten Erklärungen für den nächsten Verhandlungstag an. Die Erklärungen am ersten Prozesstag zeigten, dass den Angeklagten erst im Nachhinein die Konsequenzen ihrer Tat klar geworden waren.

Insbesondere, dass die Mindeststrafe für ein schweres Raubdelikt, wie es in diesem Fall angeklagt ist, bei fünf Jahren liegt. Dragica G. kündigte schon mal an, dem Opfer, das bei dem Überfall massive Kopfverletzungen erlitt einen Vorschuss von 1.000 Euro auf seinen Schmerzensgeldanspruch zu zahlen. Der Prozess wird am Dienstag kommender Woche fortgesetzt.

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