Bundesliga

Berlin Live  Hertha auf dem Boden der Tatsachen

Bauchlandung für Herthas Mathew Leckie, während sich Mario Götze und der BVB die Liga von der Tabellenspitze her anschauen
Bauchlandung für Herthas Mathew Leckie, während sich Mario Götze und der BVB die Liga von der Tabellenspitze her anschauen
Foto: RALPH ORLOWSKI / REUTERS
Hertha und die Lehren aus der Niederlage bei Borussia Dortmund: sich Mühe geben, ist zu wenig

Berlin.  Auf dem Papier war es das dritte Pflichtspiel der Saison. „Wenn du aber verloren hast, und noch eine Nacht bleiben musst, bist du auf der Rückfahrt am Tag danach kaputt, als wärst du am Ende der Rückrunde.“ So beschrieb Pal Dardai, Trainer von Hertha BSC, seine Gemütslage während der ICE-Fahrt am Sonntag­morgen von Dortmund nach Berlin. 0:2 (0:1) war sein Team beim BVB unterlegen. Um der Mannschaft eine nächtliche ­Busfahrt quer durch die Republik zu ­ersparen, hatten die Blau-Weißen im Ruhrgebiet übernachtet.

Die Dienstreise in den Westen zeigte den Blau-Weißen, dass die Trauben in Dortmund zu hoch für Hertha hängen. „Es war für uns zu schnell“, sagte Dardai. Damit waren nicht nur die Läufe der flinken Borussen wie Pierre-Emerick Aubameyang, Maximilian Philipp oder Christian Pulisic gemeint. Auch bei der Sicherheit im Kombinationsspiel, bei der Präzision der Pässe waren die Hausherren den Berlinern klar überlegen.

Dardai weist überhöhte Ansprüche zurück

„Es war Champions-League-Bedienung gegen Europa-League-Bedienung“, sagte Dardai. Mehr Realismus vom Umfeld rund um Hertha forderte er ein. „Seit Jahren höre ich hier und lese es in den Medien“, an dieser Stelle ließ Dardai einen kritischen Blick durch die Journalisten-Runde schweifen, „dass Hertha in die ­Champions League müsse.“

Die Partie in Dortmund zeigte jedoch, wie es um das Leistungsvermögen der Blau-Weißen bestellt ist – soweit ist Hertha nicht. „Wir haben die Basis dafür gelegt, in die Europa League zu kommen“, erinnerte Dardai an die beiden vergangenen Saisons, die Hertha auf den Rängen ­sieben und sechs abgeschlossen hatte: „Wir haben gute Spieler, haben uns entwickelt.“ Für den Saisonstart mit zwei Siegen (2:0 im DFB-Pokal in Rostock, 2:0 in der Liga gegen Stuttgart) und der ­Niederlage in ­Dortmund „müssen wir uns nicht ­schämen“, sagte Dardai.

Sahin schneller als drei Herthaner

In Dortmund aber hatte Hertha keine Chance. Beim 0:1 wurden sich gleich drei Herthaner (Mitchell Weiser, Niklas Stark und Sebastian Langkamp) nicht einig, wer den ballführenden Nuri Sahin attackieren sollte – der Dortmund nutzte die Zeit für eine Flanke, die Aubameyang zum frühen Führungstor verwertete. „Damit war unser Matchplan früh über den Haufen ­geworfen“, sagte Mathew Leckie.

Dardai monierte „fehlende Aggressivität“ in der Defensive. Ebenso fiel im Vergleich zum BVB-Kombinationswirbel die Schwierigkeiten auf, die Hertha bei Ballbesitz hatte. Und vorn „wird es schwer für uns, wenn Salomon (Kalou) und Vedad (Ibisevic) keine Tore schießen“, sagte der Trainer. Die Routiniers wurden schon nach einer knappen Stunde vom Feld geholt – just in dem Moment, in dem Sahin das zweite Tor für Dortmund erzielte.

13 Herthaner auf Länderspiel-Reisen

„Wir haben insgesamt kein schlechtes Auswärtsspiel gemacht“, sagte Hertha-Manager Michael Preetz, „aber das 0:2 war spielentscheidend.“ Also versuchen die Verantwort­lichen das Positive aus dem Saisonaufgalopp zu ziehen, ehe 13 Hertha-Profis in die ­Länderspielpause entschwinden. „Nach dem 0:2 in Dortmund bleibt bei allen die Spannung hoch. Wir wissen, woran wir arbeiten müssen“, schaute Dardai nach vorn.

Nach der internationalen Pause beginnt ein Block mit hoher Intensität in Bundesliga und Europa League. Vom 10. September bis, wahrscheinlich, zum 1. Oktober stehen für Hertha sieben Spiele in nur 21 Tagen an, drei englische Wochen in Folge (Werder Bremen/heim, Athletic Bilbao/h, TSG Hoffenheim/auswärts, Bayer Lever­kusen/h, FSV Mainz/a, ­Östersunds FK/a, FC Bayern/h).

Lazaro hofft auf Debüt gegen Bremen

Um für mehr Torgefahr zu sorgen, hat Hertha den Kader verstärkt. Pech für Trainer und Team, dass Davie Selke (Fußverletzung) wohl erst Mitte Oktober wieder dienstfähig ist. Schneller geht es bei Valentino Lazaro. Der Österreicher will nach überstandener Knöchelblessur am 10. September im Heimspiel gegen Werder sein Hertha-Debüt geben.

Sein Vorgesetzter ist noch etwas zurückhaltend. „Zu ­Valentino kann ich erst etwas sagen, wenn er mit der Mannschaft trainiert“, so Dardai. Das soll, so der Plan, in der kommende Woche passieren.

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