Fußball-Bundesliga

Berlin Live  Hertha BSC nicht gut genug gegen Dortmund

Berlins Mathew Leckie
Berlins Mathew Leckie
Foto: Guido Kirchner / dpa
Hertha zeigt in Dortmund Kämpferherz und eine starke Defensive, ist aber chancenlos. Aubameyang und Sahin erzielen beim 0:2 die Tore.

Dortmund.  Eine echte Standortbestimmung erfuhr Hertha BSC in Dortmund. Der Europa-League-Starter musste einsehen, dass der Champions-League-Starter BVB über einige Qualitäten verfügt, die bei den Berlinern so nicht vorhanden sind. Entsprechend trat der Hauptstadtklub die Rückreise mit einer 0:2 (0:1)-Niederlage an, rangiert nach der ersten Saisonniederlage mit drei Punkten auf Rang acht. Die Borussia schaut sich die Tabelle als Spitzenreiter an. „Dortmund war besser“, gab Hertha-Trainer Pal Dardai unumwunden zu, „aber wir hätten ein besseres Ergebnis holen können. Das erste Gegentor war unnötig.“

Trotz des Auftaktsieges gegen Stuttgart (2:0) hatte sich der Ungar zu einer Änderung in der Startelf entschlieden. Um gegen die offensivstarken Dortmunder die Abwehr zu stärken, rückte Niklas Stark ins defensive Mittelfeld. Alexander Esswein blieb zunächst auf der Bank.

Für eine Viertelstunde ging der Hertha-Plan auf: Das gesamte Team war höchstens 25, 30 Meter auseinander, sodass der BVB kaum Gelegenheit hatte, seine schnellen Spieler einzusetzen. So aufmerksam die Gäste verteidigten, die Borussen spielten sehr dominant. Und als einmal auf der rechten Abwehrseite Dortmunds Nuri Sahin zum Flanken kam, reichte Pierre-Emerick Aubameyang ein schneller Schritt – schwupp verlängerte der Torjäger den Ball flach ins lange Eck, 0:1, nichts zu halten für Hertha-Torwart Rune Jarstein (15. Minute). Für Aubameyangs Gegenspieler Karim Rekik sei die Situation „schwer zu verteidigen“ gewesen, sagte Dardai, „aber den Flankengeber müssen wir mehr unter Druck setzen“.

Borussias Spielmacher gelingt ein Traumtor

Spätestens mit der Führung waren die Dortmunder unter den 80.860 Zuschauern da. Sie konzentrierten sich voll aufs Spiel. Ein einsames „Bye-bye Dembele“-Schild war zu sehen, ansonsten spielte das Aufreger-Thema der vergangenen Wochen keine Rolle.

Und die Berliner? Blieben trotz des Rückstandes bei ihrer Marschroute, standen weiter tief. Dortmund rannte an, mit viel Tempo und hoher Passpräzision (68 Prozent Ballbesitz zur Pause) – Hertha rannte hinterher. Doch bei allem Hochgeschwindigkeitsfußball: Außer einer schnellen Kombination, an deren Ende Christian Pulisic mit einem 13-Meter-Schuss an Torwart Jarstein scheiterte, kam der BVB zu keinen klaren Chancen.

Wo Herthas Probleme lagen, zeigten exemplarisch die Statistiken von Stark. Seinen guten Zweikampf-Werten stand eine Passquote von 33 Prozent gegenüber – Hertha verlor im Aufbau viel zu schnell und viel zu oft die Bälle. Ein Freistoß von Marvin Plattenhardt, ein Kopfball von Stark, der in den Armen von BVB-Torwart Roman Bürki landete, mehr brachten die Gäste im Vorwärtsgang nicht zustande (31.).

Wie riskant die Hertha-Strategie war, zeigte sich nach 57 Minuten. Die Berliner befanden sich endlich mal im Vorwärtsgang, als Kapitän Vedad Ibisevic mit dem Schiedsrichter haderte, er sei gesperrt worden, doch Marco Fritz entschied auf Weiterspielen. Während Ibisevic noch schimpfte, fuhr Dortmund einen schnellen Gegenangriff. An die Flanke in den Strafraum bekam Herthas Abwehr noch ein Bein, doch den Abpraller nahm Sahin aus 16 Metern per Dropkick – oben rechts im Winkel schlug es ein, ein zugegeben spektakuläres Tor, 0:2. „Das war einfach gut gemacht“, sagte Langkamp.

Langkamp und Darida verpassen den Anschluss

Nach einem Doppelwechsel – die schnellen Esswein und Genki Haraguchi kamen für Ibisevic und Salomon Kalou – tauchte Hertha öfter vor dem Dortmunder Gehäuse auf. Einen Langkamp-Kopfball fischte Torwart Bürki von der Linie (65.), Darida verfehlte das BVB-Tor knapp (69.). Nun entwickelte sich ein hübsches Spiel ohne Mittelfeld-Gedöns. Hertha rannte an, Dortmund konterte, sowohl Hertha-Keeper Jarstein als auch Gegenüber Bürki zeigte noch einige Paraden, das Stadion feierte „Spitzenreiter, Spitzenreiter“.

Keine Karten, keine Video-Diskussionen – es war eine klare Sache. Das zeigte sich auch nach Abpfiff, als Per Skjelbred dem starken Pulisic gratulierte und Weiser mit seinem U21-Nationalelfkollegen Mo Dahoud abschlug. „Wir waren nicht schlecht, aber nicht gut genug“, sagte Langkamp. Nach der Länderspielpause empfängt Hertha im Olympiastadion Werder Bremen.

Kommentare einblenden
Indymedia

#Politik  Verbotene Internetplattform „linksunten“ meldet sich zurück

Sieben Wochen nach den linksextremen Krawallen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg hat das Bundesinnenministerium die linksextremistische Internetplattform „linksunten.indymedia.org“ verboten.
Sieben Wochen nach den linksextremen Krawallen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg hat das Bundesinnenministerium die linksextremistische Internetplattform „linksunten.indymedia.org“ verboten.
Foto: Patrick Seeger / dpa
Sie werde bald wieder online sein: Das hat die am Freitag verbotene linksextremistische Netzplattform „linksunten“ jetzt angekündigt.
Mehr lesen