Formel 1

Berlin Live  Duell auf Schumachers Spuren

Lewis Hamilton (M.) stellt in Spa den Pole-Rekord von Michael Schumacher ein
Lewis Hamilton (M.) stellt in Spa den Pole-Rekord von Michael Schumacher ein
Foto: Mark Thompson / Getty Images
Sebastian Vettel verlängert bis 2020 bei Ferrari, Lewis Hamilton stellt die Pole-Bestmarke des deutschen Rekord-Champions ein.

Spa.  In der Formel 1 wird um jeden Millimeter hart gekämpft. Vor dem zwölften von 20 WM-Läufen am Sonntag in Belgien (14 Uhr, RTL und Sky) führt Sebastian Vettel die WM-Wertung mit 202 Punkten hauchdünn vor Lewis Hamilton (188) an. Und ihre Rennställe lassen es aussehen, als duellierten sich die Champions sogar um Schlagzeilen.

So gab Ferrari um 12.12 Uhr in einer schmucklosen Fünf-Zeilen-Pressemitteilung ohne jegliches Zitat bekannt, dass Vettel seinen auslaufenden Vertrag um drei weitere Jahre bis 2020 verlängert hat. Und nahm so Hamilton etwas vom Glanz, als dieser zum 68. Mal den ersten Startplatz sicherte und damit den Rekord von Michael Schumacher einstellte. „Es ist ein ganz besonderer Tag. Diese Zahl war einmal so weit weg“, sagte ein sichtlich bewegter Hamilton, der seinen 200. Grand Prix bestreitet: „1996 habe ich Michael hier zum Sieg fahren sehen. Er ist eine solche Legende. Es ist unglaublich, das erreicht zu haben. Ich hatte das Privileg, gegen ihn zu fahren. Ich fühle mich sehr geehrt, mit ihm in dieser Rubrik nun auf einer Stufe zu sein.“

Räikkönen zieht Vettel auf Platz zwei

Vettel, der Startplatz zwei vor dem zweiten Silberpfeil von Valtteri Bottas nur mithilfe von Teamkollege Kimi Räikkönen (verlängerte gerade bis 2018) erobern konnte, weil der Finne seine letzte Runde vorzeitig abbrach und Vettel im letzten Sektor „zog“, stand mit seiner Vertragscausa dennoch nicht weniger im Fokus. „Ich liebe das Team, ich liebe diese große Marke. Ferrari ist einzigartig. Ferrari hat etwas, das andere Teams nicht haben“, sagte Vettel zum Treuebekenntnis: „In den Straßen Maranellos ist Ferrari überall greifbar. Ich musste eigentlich nicht lange nachdenken.“ Noch am Donnerstag hatte der 30-Jährige die Spekulationen um einen Wechsel zum großen Rivalen nicht beenden wollen. Zudem hatte die Scuderia ihre Cockpitpersonalien immer erst beim Heimspiel in Monza (nächste Woche) bekanntgegeben.

Mercedes sieht sich im Vorteil

Finanziell lohnt sich die Entscheidung auf jeden Fall: Für einen Aufstieg in die Sphäre seines WM-Rivalen Lewis Hamilton (England/Mercedes), dessen Einkommen auf rund 40 Millionen Euro taxiert wird, hatte der 30-Jährige mit vier Siegen aus den ersten elf Saisonrennen beste Argumente gesammelt. „Michael Schumacher ist meine Inspiration“, hatte Vettel gesagt. Vier Titeln im Red Bull würde er nur zu gern noch einige folgen lassen. Ob es im dritten Jahr im roten Auto schon dazu reicht (Schumacher brauchte sechs), wird sich bis November zeigen.

„Der Entwicklungswettlauf wird die WM entscheiden. Und zwar zu unseren Gunsten“, erklärte Mercedes-Aufsichtsrat Niki Lauda, dennoch habe man auch die Standfestigkeit besonders im Auge gehabt. „Zudem halte ich unsere Fahrerkombination für die stärkste.“ Die Vertragsverlängerung bei Bottas scheint demnach auch Formsache, wird wohl nur verzögert für den Fall, dass Hamilton auch mal Kollegenhilfe braucht. Dem Zufall wird in der Formel 1 nämlich nichts überlassen.

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