Zweite Liga

Berlin Live  Bei Union steigt der Druck von innen

Atsuto Uchida (l.) im Zweikampf mit Simon Hedlund
Atsuto Uchida (l.) im Zweikampf mit Simon Hedlund
Foto: O.Behrendt / imago/Contrast
Der 1. FC Union empfängt Arminia Bielefeld zum Spitzenspiel. Bei der Wahl des Personals hat es Trainer Jens Keller nicht mehr leicht.

Berlin.  Das Ziel ist Fortschritt. Besonders groß muss der gar nicht ausfallen, als Vierter der vergangenen Saison in der Zweiten Fußball-Bundesliga fehlt dem 1. FC Union nicht viel, um den entscheidenden Sprung nach vorn zu tätigen. Dazu haben die Berliner ihren Kader angepasst, „Qualität dazugeholt“, wie es Trainer Jens Keller sagt.

Offensichtliche Auswirkungen zeitigten die Transferaktivitäten bislang kaum bei den Köpenickern. Das Stammpersonal hatte seine Plätze bereits in der vorigen Spielzeit sicher, lediglich der Spanier Marc Torrejon, gekommen aus Freiburg, brach in diese Phalanx ein und absolvierte in der Innenverteidigung jede Spielminute in der Liga. Doch mit dem vierten Spieltag, der Union am Sonntag eine Heimpartie gegen die überraschenden Bielefelder beschert, dem einzigen Team mit voller Punktzahl, erhält die Kaderbenennung eine neue Brisanz (13.30 Uhr, Stadion an der Alten Försterei). Der Konkurrenzkampf bei den Berlinern geht nun nämlich richtig los.

Uchida muss sich eingewöhnen

Zum einen liegt das an Atsuto Uchida. Als fehlendes Puzzleteil in der Personalplanung hatte Helmut Schulte, der Leiter der Lizenzspielerabteilung, den Japaner bezeichnet. Seit dieser Woche ist er in Berlin und soll auf der rechten Abwehrseite wirken. Ein prominenter Zugang von Schalke 04, dessen Vita kaum erwarten lässt, dass er nur Ersatz für Christopher Trimmel bleibt. Trotz seiner langen Verletzungshistorie. „Körperlich ist er fit. Dass er eine enorme Qualität mitbringt, darüber müssen wir nicht sprechen“, sagt der Trainer.

Gut möglich, dass Uchida schon gegen Bielefeld auf der Bank sitzt. Trimmel überzeugte zuletzt. „Von daher wollen wir die Sache nicht überstürzen“, so Keller. Doch wenn die Eingewöhnungsphase des Nationalspielers vorüber ist, dürfte Union auf dieser Position ein Luxusproblem haben.

Gogia sucht seinen Platz

Auf den Flügeln zeichnet sich Ähnliches ab. Eine Million Euro ließ sich Union den Wechsel von Akaki Gogia aus Dresden kosten. Ein Vertrauensvorschuss, den er nach einer Fersenverletzung jetzt einlösen möchte. Für Sonntag ist er einsatzbereit und wird im Kader stehen. „Es ist wichtig, dass er wieder dabei ist“, sagt Mittelfeldspieler Stephan Fürstner, „da kommt noch einmal eine wahnsinnige Qualität hinzu, die uns weiterhelfen wird. Dadurch sind wir noch variabler.“ Seinen Platz zu finden, wird dem teuren Zugang jedoch nicht leicht gemacht, Steven Skrzybski und Simon Hedlund nutzen ihre Einsatzzeiten optimal. Hedlund traf zuletzt dreimal in Folge. „Er ist physisch sehr stark, macht viele Läufe nach vorn und hinten“, lobt Keller den Schweden.

Wahrscheinlich muss Gogia daher noch auf seinen ersten Startelfeinsatz warten. Keller jedenfalls verfügt nun über mehr als nur Alternativen. Der Konkurrenzdruck dürfte auf einigen Positionen so groß werden, dass die Mannschaft als Ganzes in ihrer Leistungsfähigkeit wächst. Das Ziel, langfristig einen Fortschritt zu erreichen, erscheint also realistisch. Kurzfristig hat aber erst einmal etwas anderes Vorrang. „Bielefeld hat einen Lauf, den wollen wir unterbrechen“, sagt Keller.

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