Leichtathletik

Berlin Live  Schöne Bühne für die Leichtathletik

Ein Sonnenschein zum Anfassen: Gina Lückenkemper mag ihre Fans. Und die Fans mögen die Sprinterin
Ein Sonnenschein zum Anfassen: Gina Lückenkemper mag ihre Fans. Und die Fans mögen die Sprinterin
Foto: dpa Picture-Alliance / Anke Waelischmiller/SVEN SIMON / picture alliance / SvenSimon
Mit vielen Weltmeistern und Olympiasiegern will das Istaf die Fans begeistern. Und mit einer neuen Entertainment-Idee.

Berlin.  Wer wissen will, wie es am Ende der Saison noch um die Motivation der deutschen Leichtathleten steht, die in diesem Sommer so viele positive Schlagzeilen geschrieben haben, muss nur Gina Lückenkemper zuhören. Am Sonntag beim Istaf im Olympiastadion (Beginn 14.30 Uhr) startet die 20-Jährige sowohl über 100 Meter als auch in der Sprintstaffel. Ganz schön viel, was sie sich da drei Tage nach dem Meeting in Zürich aufbürdet, aber: „Die Kulisse in Berlin ist der Wahnsinn. Letztes Jahr durfte ich nach dem Sieg über 200 Meter eine Ehrenrunde laufen, vor meinem Publikum. 45.000 Leute stehen für mich auf und klatschen“, erinnert sie sich, „das ist so geil, davon will ich einfach mehr.“

21 Medaillengewinner aus London sind am Start

Auch den Fans scheint der Hunger nicht vergangen zu sein. Jedenfalls ist Meeting-Direktor Martin Seeber zufrieden. „Die 50.000 werden wir wohl nicht schaffen, aber 45.000 Zuschauer kommen sicher“, sagt er. So schreibt das Istaf schwarze Zahlen. Obwohl der Etat um 100.000 auf 1,8 Millionen Euro gestiegen ist, obwohl die erstmalige Installation einer Bühne über der Laufbahn nicht billig war. Und obwohl auch das Starterfeld ein sehr erlesenes ist.

Es scheint sogar so stark wie lange nicht. Es gibt ein Stakkato an Spitzensport in nur 2:45 Stunden Hauptprogramm (ab 16 Uhr). Acht aktuelle Weltmeister sind am Start, 21 Medaillengewinner aus London, acht Sportler, die in ihrer Karriere Olympiasieger wurden. Am stärksten ist der Speerwurf besetzt mit Weltmeister Johannes Vetter, Olympiasieger Thomas Röhler sowie den Tschechen Jakub Vadljech und Petr Frydrych, die sich in London zwischen Vetter und Röhler zwängten. Auch im Stabhochsprung sind mit Champion Sam Kendricks (USA), den Polen Piotr Lisek und Pawel Wojciechowski sowie dem Franzosen Renaud Lavillenie die vier Besten von London dabei.

Erstmals überwiegt Zahl der Frauen-Disziplinen

Der spannendste Wettkampf aus Berliner Sicht ist sicher der Diskuswurf der Männer mit den Diskus-Olympiasiegern Christoph und Robert Harting, die es gleichwohl schwer haben werden, Weltmeister Andrius Gudzius (Litauen) und dem WM-Dritten Mason Finley (USA) in die Parade zu fahren. Auch der Olympia-Zweite und Ex-Weltmeister Piotr Malachowski aus Polen steigt in den Ring. „Ich freue mich schon auf die aufgeheizte Stimmung und den Wettkampf“, sagte Christoph Harting.

„Es ist das, was das Istaf ausmacht“, sagt Seeber, „die besten Deutschen treten gegen stärkste internationale Konkurrenz an.“ Auffällig ist, dass zum ersten Mal die Frauen in der Überzahl sind, acht von 15 Disziplinen sind weiblich. Dass von diesen acht wiederum sieben auf der Laufstrecke absolviert werden, belegt den Trend in der deutschen Leichtathletik. Die jungen Frauen um die Sprinterinnen Lückenkemper und Rebekka Haase, Gesa Krause (3000 Meter Hindernis), Konstanze Klosterhalfen (1500 Meter) und die 4x100-Meter-Staffel sind längst keine Mitläufer mehr, sondern sie gehören stets zum Favoritenkreis.

London war Werbung für die Leichtathletik

Die Weltmeisterschaft in London mit ihren insgesamt 700.000 Zuschauern an zehn Wettkampftagen war eine weitere Werbung für die Leichtathletik. Der Ticketverkauf für das Istaf zog schon während dieser Titelkämpfe an, nicht anders erging es den Organisatoren der EM nächstes Jahr in Berlin. 60.000 Tickets sind schon verkauft - vergleichbare Zahlen gab es nie ein Jahr vor einer Europameisterschaft. Wer in London genau hinschaute, konnte allerdings erkennen, wie die Leichtathletik-Welt auch vom Istaf profitiert. Feuerwerk am Rande der Bahn, Einzel-Präsentation der Finalteilnehmer – das sind Dinge, die im Berliner Olympiastadion zuerst ausprobiert worden sind. Und die bei allen, den Zuschauern wie den Athleten, sehr gut ankommen.

In diesem Jahr wird es wieder eine Premiere geben: die 250 Quadratmeter große Bühne, die in der Ostkurve der Arena über die Bahn führt. Dort sollen Zuschauer und Athleten sich begegnen können, Selfies machen, sich unterhalten. „Dadurch werden die Fans mehr an die Rennen angebunden. Ich finde das großartig“, sagt 400-Meter-Weltmeisterin Phyllis Francis (USA). Auch ihr Landsmann, Hürden-Olympiasieger Aries Merritt, ist angetan: „Alle sind dadurch näher beieinander. Eine gute Idee.“ Nur Röhler machte sich einen Spaß daraus, Seeber einen kleinen Schrecken einzujagen. „Ein gutes Ziel“, sagte er knapp. Dann müsste er über 100 Meter werfen. Man kann es auch übertreiben mit der Motivation.

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