Hertha BSC

Berlin Live  Auf in neue Dimensionen

Ein eingespieltes Team: Hertha-Trainer Pal Dardai und Rechtsverteidiger Peter Pekarik
Ein eingespieltes Team: Hertha-Trainer Pal Dardai und Rechtsverteidiger Peter Pekarik
Foto: dpa Picture-Alliance / Marvin Ibo Güngör / picture alliance / GES/Marvin Ib
Wie Hertha trotz der Dreifach-Belastung aus Liga, Pokal und Europacup erfolgreich bleiben will. Heute ist Trainingsauftakt.

Berlin.  Für die deutschen U21-Europameister Niklas Stark und Mitchell Weiser sowie Confed-Cup-Fahrer Marvin Plattenhardt beginnt der Urlaub gerade. Für die meisten Profis von Hertha BSC beginnt jedoch heute die Arbeit. Um 15.30 Uhr bittet Trainer Pal Dardai zur ersten Übungseinheit auf dem Schenckendorff-Platz. Hertha geht in eine besondere Saison. Nicht nur, weil am 25. Juli das 125-jährige Jubiläum ansteht (samt Partie gegen den FC Liverpool/s.Kasten). Vor allem wartet eine Saison, vollgepackt mit Spielen, wie es Hertha seit Jahren nicht erlebt hat.

Nach Platz sieben in 2015/16 haben die Blau-Weißen mit Platz sechs in der gerade beendeten Saison ihre sportliche Entwicklung fortgesetzt. Im neuen Spieljahr soll der nächste Schritt im Masterplan erfolgen: Hertha dauerhaft näher an die nationale Spitze ­heranzubringen. Das Vorhaben ist ehrgeizig, weil die Bedingungen sich verschärfen: Nach vielen Jahren ohne Dreifach-Belastung warten auf Hertha in den Monaten von Mitte August bis Mitte Dezember bis zu 26 Pflichtspiele samt zehn englischen Wochen. „So ­haben wir das gewollt, wir nehmen ­diese Herausforderung an und freuen uns sehr“, sagte Manager ­Michael Preetz der Morgenpost.

Zwei neue Gesichter: Rekik und Klinsmann junior

Grundsätzlich bleibt die Mannschaft der vergangenen zwei Jahre zusammen. Von den drei Neuen ist zum Trainingsstart nur Verteidiger Karim Rekik dabei (der Australier Mathew Leckie sowie Davie Selke steigen später ein). Der Niederländer, von Olympique Marseille gekommen, sagt: „Ich möchte mit Hertha in der Bundesliga so gut wie möglich abschneiden. Und freue mich darauf, wieder Europa League zu spielen.“ Rekik hat 2015/16 für ­Marseille fünf Mal in der Europa League gekickt.

Rekik soll mit Eigengewächs Jordan Torunarigha die Lücke füllen, die in der Innenverteidigung durch den spektakulären Verkauf von John Brooks entstanden ist. Der VfL Wolfsburg überweist Hertha für den US-Nationalspieler 20 Millionen Euro, so viel haben die Berliner noch nie erlöst.

Start ohne Elf

Dass der Stellenwert von Hertha in nationalen Fußball steigt, hat nicht zuletzt die U21-EM in Polen bewiesen. „Ich freue mich für Niklas (Stark) und Mitch (Weiser)“, sagte Manager Preetz. „Beide haben im Turnier und vor allem im Finale eine tragende Rolle gespielt.“ Von den Erfahrungen des Duos sowie von Neu-Herthaner Davie Selke (zwei EM-Tore/musste im Finale verletzt zuschauen) ­„werden wir profitieren“.

Neben den vier deutschen Nationalspielern, die bis zum 16. Juli urlauben, fehlen bei Herthas Trainingsaufgalopp jene Profis, die nach Saisonende mit ihren Nationalmannschaften unterwegs waren: Vedad Ibisevic, Vladimir Darida, Rune Jarstein, Genki Haraguchi, Ondrej Duda, Peter ­Pekarik und Leckie werden am 6. Juli erwartet.

Klinsmann-Sohn im Probetraining

„Meine Akkus sind geladen“, sagte Hertha-Trainer Pal Dardai, „ich habe Bock und freue mich, wieder auf dem Trainingsplatz zu stehen.“ Das zweite neue Gesicht, das dabei sein wird, ist Jonathan Klinsmann, der Sohn des ehemaligen Bundestrainers. Der ist 20 Jahre jung und Torwart im U20-Nationalteam der USA. Hertha hat nach den Ausleihen seiner Torsteher Marius Gersbeck (an Drittligist Osnabrück) und Nils Körber (an Drittligist Münster) eine offene Torwart-Planstelle: als Nummer drei bei den Profis hinter Jarstein und Thomas Kraft, sowie im Tor von Herthas U23 in der Regionaliga.

Der Klinsmann-Filius wird von Hertha schon länger beobachtet. Aber Torwarttrainer Zsolt Petry will Klinsmann jr. zehn Tage im Probetraining sehen. Nach dem Trainingslager in Bad Saarow soll eine Entscheidung fallen.

Bundesliga ausgeglichen wie nie

In den vergangenen Jahren war es so, dass die Berliner mit einer guten Hinrunde die Basis für eine sorgenfreie Saison gelegt haben. Nun hat Hertha bis Weihnachten nicht nur mehr Spiele. Nach dem Abstieg von Darmstadt und Ingolstadt sowie der Rückkehr von Stuttgart und Hannover ist die Bundesliga in ihrer 55. Saison so ausgeglichen wie noch nie. Preetz: „Uns er­wartet ein wahnsinnig starker Wett­bewerb.“

Dennoch will Hertha am Sprung in die nächste Dimension festhalten. „Die Mannschaft ist seit zwei Jahren zusammengewachsen, jetzt kommen drei Neue dazu“, sagt Preetz. Hertha gibt also Vertrauen – gleichzeitig wird der Druck hoch gehalten. „Alle, die jetzt ins Training starten, können sich empfehlen“, sagt der Manager. Und betont gleichzeitig die Möglichkeit, bis Ende der Transferperiode Veränderungen vornehmen zu können. So zeichnet sich noch der Abgang des einen oder anderen Profis, etwa von Genki ­Haraguchi oder Valentin Stocker, ab.

Die U21-Europameister als Vorbild

Das Vorbild, an dem sich Hertha orientieren will, spielt mit Weiser und Stark in den eigenen Reihen. „Als Hertha werden wir nächste Saison nur gewinnen, wenn wir 100 Prozent geben. Die U21-Europameister haben es vorgemacht, wie man sich gegen eine vermeintlich stärker besetzte Mannschaft durchsetzen kann.“ Die ersten Schritte auf der langen Hertha-Reise beginnen heute: Sich top vorzu­bereiten. Um dann möglichst ­erfolgreich zu starten.

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