Proteste in Berlin

Berlin Live  Polizei nahm 112 Personen bei Demonstrationen fest

Eine Frau demonstriert n gegen einen Aufzug der „Identitären Bewegung“. Verschiedene Gruppen und Initiativen protestieren gegen die Demonstration
Eine Frau demonstriert n gegen einen Aufzug der „Identitären Bewegung“. Verschiedene Gruppen und Initiativen protestieren gegen die Demonstration
Foto: Paul Zinken / dpa
Bei den Demonstrationen am Sonnabend wurden mehr Personen festgenommen als beim 1. Mai in Berlin. Ein Video sorgt für Diskussionen.

Insgesamt wurden am Sonnabend bei mehreren Demonstrationen in Berlin 112 Personen festgenommen. Bei der 1.Mai-Demonstration waren es in diesem Jahr 72 Festnahmen. Die Beamten leiteten am Sonnabend 74 Strafermittlungsverfahren u. a. wegen besonders schweren Landfriedensbruchs, schweren Landfriedensbruchs, Landfriedensbruchs, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Nötigung, Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung, versuchter Gefangenenbefreiung und Verstößen gegen das Versammlungs- , Vereins- und Waffengesetz ein. Insgesamt 19 Polizisten wurden bei Demonstrationen gestern Nachmittag in Moabit und Gesundbrunnen verletzt. Das teilte die Polizei am Sonntag mit.

Etwa 1400 Menschen haben am Sonnabendnachmittag gegen einen Aufzug der "Identitären Bewegung" demonstriert. Der Großteil der Demonstranten blieb dabei friedlich, dennoch gab es einige Festnahmen. Den "Identitären" gelang es allerdings nicht, den geplanten Endpunkt am Hauptbahnhof zu erreichen. Nach einer Sitzblockade durch Gegendemonstranten an der Brunnenstraße beendet der Anmelder des rechten Aufzugs die Veranstaltung.

600 Teilnehmer bei rechtsextremer Demonstration

Die als rechtsextrem eingestufte "Identitäre Bewegung" zog gegen 14.30 Uhr mit knapp 600 Teilnehmern, unter ihnen Pegida-Gründer Lutz Bachmann am Bahnhof Gesundbrunnen los. Linke Gruppen und Initiativen hatten zu Protesten aufgerufen. Da einige Gruppen zuvor offen angekündigt hatten, den rechten Aufzug blockieren zu wollen, war die Polizei dem Sprecher zufolge mit etwa 1000 Beamten im Einsatz. Entlang der Strecke gab es mehrfach Versuche von Gegendemonstranten, auf die Demoroute der Rechten zu gelangen, was die Polizei jedoch verhinderte.

Im Bereich der Brunnenstraße mussten die Beamten schließlich eine Sitzblockade von Gegendemonstranten auflösen, dabei drohte die Situation kurzzeitig zu eskalieren. Während der Einsatz noch lief, verkündete der Anmelder des rechten Aufzugs dessen Ende. Die Teilnehmer machten sich daraufhin auf den Rückweg zum Bahnhof Gesundbrunnen. Die Polizei verhinderte, dass Gegendemonstranten ihnen folgten.

Für "Heimat und Tradition" und gegen "Multikulti", das waren die Themen bei den Reden auf der "Identitären" Demonstration. Die Gegendemonstranten hingegen skandierten "Nazis raus".

Flaschenwürfe und verbotene Symbole

Eine weitere Demonstration fand 12 Uhr unter dem Motto „Solidarität mit Rojava und Shengal“ in Moabit statt. Bereits vor Beginn mussten Polizisten 18 Fahnen sicherstellen. Nach einer Auftaktkundgebung liefen gegen 13.45 Uhr knapp 300 Demonstranten über die angemeldete Demonstrationsstrecke zur Straße Alt-Moabit Ecke Turmstraße. „Dort musste der Aufzug gegen 14.15 Uhr anhalten, da immer wieder verbotene kurdische Vereinssymbole gezeigt und über den Lautsprecherwagen Lieder mit verbotenen Texten abgespielt wurden“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

In der Rathenower Straße zeigten mehrere Passanten demnach den sogenannten „Wolfsgruß“ in Richtung der Aufzugsteilnehmer, woraufhin ein Stein und eine Flasche aus dem Aufzug geworfen wurden, die jedoch laut Polizei niemanden trafen. Auch in der Perleberger Straße kam es zu Flaschenwürfen. Polizisten mussten einschreiten, um ein Aufeinandertreffen der Konfliktparteien zu verhindern. „Unmittelbar nach Beendigung des Aufzuges gegen 16.30 Uhr am U-Bahnhof Schwarzkopffstraße nahmen die Einsatzbeamten wiedererkannte Straftäter fest und wurden hier von ehemaligen Demonstrationsteilnehmern, mit Fahnenstangen, Faustschlägen und Tritten, teilweise direkt gegen den Kopf, attackiert. Die Beamten setzten sich unter Einsatz von körperlicher Gewalt, des Rettungsmehrzweckstocks und Pfeffersprays zur Wehr und drängten die Angreifer zurück oder nahmen sie fest“, heißt es im Polizeibericht.

Video zeigt Schläge

Im Internet kursiert ein Video, auf dem zu sehen ist, wie ein Beamter einem Demoteilnehmer einen Schlag gegen den Kopf versetzt, dieser nach hinten umkippt und eine blutende Kopfwunde davonträgt. In einer längeren Version des Videos ist zu sehen, wie der Demo-Teilnehmer zuvor mit seiner Fahnenstange nach den Polizisten schlägt. „Das Video ist uns bekannt und wird jetzt geprüft“, sagte eine Polizeisprecherin auf Nachfrage der Berliner Morgenpost.

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